Schwaan : Schwaan: Das Feiern geht weiter

„Warten auf die Ausflugsboote“ ist ein Werk von Otto Tarnogrocki, das derzeit in der Schwaaner Kunstmühle zu sehen ist.
„Warten auf die Ausflugsboote“ ist ein Werk von Otto Tarnogrocki, das derzeit in der Schwaaner Kunstmühle zu sehen ist.

Sonderausstellung des Kunstmuseums zu Otto Tarnogrocki noch bis 28. Januar.

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20. Januar 2018, 09:00 Uhr

15 Jahre ist das Schwaaner Kunstmuseum jüngst geworden. Die Feierlichkeiten in Form von monatlichen Sonderausstellungen dauern weiter an. Auch Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) ist stolz auf das Museum, das längst nicht mehr eine graue Maus ist, sondern eine etablierte Einrichtung. Das weiß natürlich auch die Stadt und fördert die Kunstmühle deswegen. Mit 200 000 Euro ist das Kunstmuseum im Haushalt als Posten aufgeführt. „200 000 Euro fließen jährlich als freiwillige Leistung in die Kunstmühle“, sagt der Bürgermeister. „Das ist schon eine ordentliche Hausnummer.“ Das Geld sei aber gut eingesetzt. Denn: „Auch in diesem Jahr sind wieder Projekte und tolle Ausstellungen geplant“, weiß Mathias Schauer. Dafür zeichnet sich Museumsleiter Heiko Brunner verantwortlich. Genau der richtige Mann, findet der Bürgermeister. „Da haben wir den richtigen sitzen.“

Dass die Kunstmühle keine graue Maus mehr ist, bekam Mathias Schauer voriges Jahr während einer Sitzung in Dachau bestätigt. Die bayrische Stadt mit mehr als 41 000 Einwohnern hat ebenfalls ein Kunstmuseum. „Dachaus Bürgermeister erzählte mir, dass sie dort 4000 bis 5000 Besucher jährlich haben“, sagt Mathias Schauer. „Und ich konnte mich erinnern, dass wir etwa 8000 Besucher haben. Da sage ich schon, alle Achtung, bei unserem kleinen Schwaan und dass hier solch eine Resonanz ist.“

Eine große Resonanz erhofft sich die Kunstmühle derzeit auch mit der aktuellen Sonderausstellung zu Otto Tarnogrocki „Schiffe im Hafen“. Bei dem Künstler, der von 1875 bis 1946 lebte, handelt es sich um einen der Schwaaner Künstlerkolonie, von dem nur wenige Arbeiten bekannt sind. In seiner Vita tauchen namhafte Künstler wie Claude Monet auf, bei dem er im Atelier arbeitete. In seiner Wahlheimat Stettin entstanden zahlreiche Hafenmotive und pommersche Landschaften. Auf Kunstausstellungen wurde er mit Medaillen ausgezeichnet, ist jedoch bis heute weitgehend unbekannt geblieben.

Als Schüler, unter anderem von Franz Bunke, ist Otto Tarnogrocki vor allem durch die Weimarer Malerschule geprägt. Auf der Basis realistischer Freilichtmalerei reflektieren seine Arbeiten moderne Kunstströmungen und zeigen besonders impressionistische Tendenzen. Bevorzugte Motive sind Hafenszenen, Stadtansichten sowie freie Landschaften, die er in unterschiedlichen Techniken, frischer Farbigkeit und lockerem Strich gekonnt auf die Bildfläche zu kombinieren wusste.

Neben den dauerhaft ausgestellten Werken ist die Sonderausstellung noch bis zum 28. Januar zu sehen. Am morgigen Sonntag hat sich das Kunstmuseum wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Denn um 11 Uhr wird eine Führung angeboten, bei der die Besucher mehr über den Künstler der Schwaaner Künstlerkolonie erfahren werden und auch Fragen stellen können. Heiko Brunner wird die Interessierten durch die Räumlichkeiten der Kunstmühle führen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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