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Groß Grenz : Schutt blieb jahrelang unentdeckt

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Räumaktion am Sonnabend: Im Dachraum der Groß Grenzer Dorfkirche gelagerter Bauschutt bedroht die Statik

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2015 | 18:02 Uhr

An einem sonnigen Tag ist es in Groß Grenz besonders idyllisch. Die kleine Dorfkirche steht irgendwie gemütlich im Ort – ihre Problemstellen sieht man ihr von außen wirklich nicht an. Erst in der Kirche wird klar, dass hier etwas getan werden muss. Aktuell beschäftigt die Kirchengemeinde und den Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Groß Grenz e.V. vor allem das Dach – ein Thema, dass bis vor kurzem gar nicht auf der Dringlichkeitsliste stand.

„Zwischen Dach und Decke hat der Bausachverständige Schutt festgestellt“, erklärt die Vereinsvorsitzende, Julia Janning. Und zwar so viel, dass die Statik der Decke in Frage gestellt werden muss. „Dann gibt es da noch tragende Balken, deren Zustand geprüft werden muss“, so Janning. Diese befinden sich unter dem Schutt, der also in jedem Fall zwingend entsorgt werden muss.

Wieso diese Problematik erst jetzt bekannt wird, kann sie sich selbst kaum erklären.  „Da ist in den letzten Jahren einfach nie jemand oben gewesen.“

Fundament ist seit Jahren feucht
Der unerwartete Fund hat die Prioritäten in Sachen Sanierungsmaßnahmen neu geordnet. Aber auch im Innenraum der Kirche  besteht dringend Sanierungsbedarf. Zum einen müsse das Felssteinfundament dringend trockengelegt werden, so Janning. An der Außenseite befinden sich Felssteine, innen wurden diese durch Ziegelsteine ersetzt. Ein Fehler wie sich inzwischen zeigt, denn seit Jahren zieht das Wasser in die Innenwände und vor allem die Südseite ist stark betroffen. „Das muss gründlich gemacht werden“, weiß Janning. An einer Teststelle im Eingangsbereich wurde vor einigen Jahren mit Steinen und Muschelkalk der alte Zustand wiederhergestellt. „Das funktioniert optimal.  An dieser Stelle ist alles schön sauber und trocken“, ist die Vereinsvorsitzende überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.

Zweite Baustelle  ist die Bestuhlung. Die Schwelle, auf der die Bänke stehen – diese grenzt unmittelbar an den durchfeuchteten Wandbereich – ist  marode und teilweise bereits weggefault.

Beide Maßnahmen sollen gemeinsam angepackt werden. Denn  die Bänke müssen ohnehin abgebaut werden, um an den Wänden zu arbeiten. Zudem soll die Bestuhlung nicht ersetzt, sondern aufgearbeitet werden. Deshalb hat der Förderverein schon jetzt den Denkmalschutz und einen Restaurator für die Sanierungen ins Boot geholt. „Wir möchten das Alte auf jeden Fall erhalten“, betont Janning.

Kirche soll kulturelles Zentrum werdenZiel des Vereins ist es, die Kirche als kulturelles Zentrum in Groß Grenz zu etablieren. Schon jetzt finden regelmäßig Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. „Je ansprechender der Innenraum ist, desto lieber kommen die Leute“, ist sich Julia Janning bewusst. Von März bis November finden zudem monatliche Gottesdienste statt. „Es liegt uns viel daran, die Gottesdienste zu erhalten“, fügt sie an.

Wann und vor allem wie die Sanierungsmaßnahmen im Innenbereich durchgeführt werden, ist noch offen. Ob im laufenden Betrieb – mit provisorischer oder einseitiger Bestuhlung – saniert werden kann, muss noch abschließend geklärt werden. Ähnlich vage sieht es derzeit mit den Kosten aus. Mindestens 30 000 Euro für die Erneuerung der Wände und der Bänke, schätzt Janning. Eine Summe, die auch mit Fördermitteln schwer auf dem Verein lastet. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, da ist jeder Euro hochwillkommen“, hofft sie auf die ein oder andere Spende.

Aufräumaktion am Sonnabend
In dieser Woche schon soll der Dachstuhl beräumt werden. Am Sonnabend, 21. Februar, 9 Uhr, geht es los. „Der Verein hat dies federführend in die Hand genommen“, berichtet die Vorsitzende.

Ganz so einfach wird die Aktion jedoch nicht, da es keine Möglichkeit gibt mit größerem Gerät an das Dach zu kommen oder einen einfachen Weg durch die Kirche selbst zu finden. Einzig gangbare Möglichkeit ist eine Luke auf der Dachseite, wo einst der Kirchturm stand. Von dort werden die Eimer voll Schutt per Hand weitergegeben. „Wir haben den Förderverein dafür mobilisiert“, so Janning. Dennoch sei jede helfende Hand sehr willkommen.

Hinweis:
Am Sonnabend, 21. Februar,  trifft sich der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Groß Grenz, um den Dachboden der Kirche zu beräumen.  Helfende Hände sind jederzeit willkommen. Für Kaffee, Kuchen und gute Laune wird gesorgt.

Los geht es um 9 Uhr bis der gesamte Schutt entsorgt ist oder die Dämmerung einsetzt.

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