Bützow : Schüler verdrecken Privatbesitz

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Anwohner verärgert über Müll und Schmierereien unter Carports Am Wasserturm / Schulleiter zeigen sich einsichtig

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29. Januar 2016, 10:00 Uhr

Kritzeleien an den Wänden, leere Zigarettenschachteln, herumliegender Müll: Das Gemeinschaftscarport der Anwohner Am Wasserturm bietet einen kläglichen Anblick. Schuld daran sind Schüler, die sich dort vor und nach dem Unterricht treffen, sagt Roland Schulz, dem ein Stellplatz unter dem Carport gehört. „Sie verdrecken den Platz extrem.“

Versuche, mit den Jugendlichen, die laut Schulz teilweise auf die direkt gegenüberliegenden Schule mit Förderschwerpunkt Lernen sowie die Regionale Schule gehen, zu sprechen, hätten bislang nicht gefruchtet. Schulz: „Selbst den Hinweis, dass es sich um Privateigentum handelt, ignorieren sie einfach.“ Hinzu komme, dass die Schüler laute Musik über ihre Handys laufen lassen. „Ich bin Schichtarbeiter, muss also auch tagsüber schlafen. So finde ich aber keine Ruhe.“

Einmal habe er die Schüler das Gelände schon sauber machen lassen. „Ich habe sie vor die Wahl gestellt: Entweder sie bekommen eine Anzeige oder sie räumen den Dreck weg“, erzählt Schulz. Lange vorgehalten hat dieses Warnsignal jedoch nicht.

Die Schulleiter sind sich des Problems bewusst. „Wir belehren unsere Schüler regelmäßig über den Umgang mit Privateigentum“, sagt Ada Rösel, Leiterin der Förderzentren in Bützow und Güstrow. Darüber hinaus sei es ihrer Meinung nach sinnvoll, noch einmal mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, eine „gemeinschaftliche Lösung“ zu finden. „Die Schüler wollen nach der Schule noch miteinander in Kontakt sein, das findet nicht immer im Jugendclub oder Zuhause statt. Wir müssen überlegen, welche anderen Möglichkeiten dafür geschaffen werden können“, so Rösel.

Gudrun Radziwolek, Leiterin der Regionalschule, sieht ebenfalls Handlungsbedarf. „Der Schulweg liegt generell nicht im Verantwortungsbereich der Schule. Nichtsdestotrotz sind wir diejenigen, die bei diesem Problem einschreiten müssen.“ Es werde nochmals Belehrungen in den Klassen geben. „Wir möchten unbedingt ein gutes Verhältnis mit den Anwohnern pflegen“, so Radziwolek. Für die Direktorin des Gymnasiums, Birgit Samland, steht fest, dass ihre Schüler nicht zu denjenigen gehören, die die Carports verschmutzen. Aber: „Ich möchte mich meiner Verantwortung dennoch nicht entziehen“, so Samland. So sei es sinnvoll, wenn sich alle drei Schulleiter an einen Tisch setzen und „gemeinsam überlegen, wie wir eine Entlastung der Situation schaffen können“.

Roland Schulz hofft nun auf die Einsicht der Schüler. Generell sei eine Anzeige nicht in seinem Sinne, doch am Ende wäre das der letzte Ausweg. „Ich appelliere aber lieber an den gesunden Menschenverstand.“

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