Bützow : Schröder-Sporthalle: Verwaltung verteidigt ihr Vorgehen

Legt Hand an: Tobias Schwarz schneidet eine Multiplexplatte zu.
Legt Hand an: Tobias Schwarz schneidet eine Multiplexplatte zu.

Nachbesserung des Schadens schneller als der Gang vor Gericht

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01. November 2018, 08:56 Uhr

Vor mehr als drei Wochen sollten die Sportler bereits die Wilhelm-Schröder-Halle am Vierburgweg wieder nutzen können. Stattdessen müssen die Handballer weiterhin in andere Orte ausweichen. Grund genug für die Stadtvertreter Joachim Fiedler (SPD) und Frank Schröder (CDU), ihre Unzufriedenheit im Hauptausschuss am Montagabend in Bützow kundzutun.

Christian Grüschow (parteilos), Bürgermeister der Stadt Bützow, erinnerte an die Ausgangslage: Nach dem Schaden bei einem Sanierungsversuch sei ein Kompromiss besser gewesen, als die ausführende Firma zu verklagen.

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Grüschow erläuterte auch, dass die Alternative zur Schadensbehebung durch die Firma bedeutet hätte, dass die Halle für ein halbes Jahr gesperrt wäre und die Stadt auf das Ergebnis einer Ausschreibung eines neuen Auftrags hätte warten müssen. Da sei die Aussicht, dass Ende November mit der sanierten Tribüne die Arbeiten abgeschlossen seien, doch deutlich besser.

Klar sei gewesen, dass der Handwerksbetrieb diesen Auftrag bei der aktuellen Lage zwischen andere schieben muss, erklärte Grüschow. Weitere Gründe für den Zeitverzug: Inzwischen sei ein Diebstahl von Holzplatten zu beklagen. Außerdem habe die Firma den Verzug unter anderem damit begründet, dass das angelieferte Material bis zu fünf Tagen hätte gelagert werden müssen, bevor es verarbeitet werden konnte. Schröder wertete das als eine Ausrede.

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„Es ist unglaublich schwierig, Firmen zu sanktionieren“, ergänzte Grüschow. Der Verwaltung seien die Hände gebunden. Bauamtsleiterin Doris Zich ergänzte: „Dass das unbefriedigend ist, ist klar.“ Aber beim Überschreiten eines Endtermins müsse die Stadt eine angemessene Nachfrist setzen und notfalls eine zweite Frist. Dann könne der Auftrag gekündigt und eine Ersatzmaßnahme eingeleitet werden. Den Differenzbetrag müsse die Stadt beim ursprünglichen Auftragnehmer einklagen. „Das ist nicht schneller als das jetzt“, so Zich.

Das Festlegen von Vertragsstrafen beim Abschluss, wie Schröder vorschlug, sei überzogen, meinte Grüschow. Und für einen Abschluss seien stets zwei Partner nötig. Bei der jetzigen Wirtschaftslage sei ein solches Vorgehen undenkbar.

Inzwischen kursierte mit dem 9. November bereits ein Termin zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Der Verwaltung ist davon nichts bekannt. „Nein“, erklärt Stadtsprecherin Katja Voß auf Nachfrage der SVZ. „Es wird keine Einweihung geben.“ Außerdem besagt die Gerüchteküche, dass die Heizung in der Halle defekt sei. Die Stadt dazu: „Es wird aktuell eine Bestandsaufnahme unter anderem der Heizungsanlage, Lüftung und Sanitäranlagen erstellt.“ Welche Kosten dafür noch auf die Stadt zukommen könnten, sei noch unklar.

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