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Wolfgang Severin-Iben : Schriftsteller deckt ein Verbrechen in Bützow auf

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Im Kunsthaus liest der Bützower Schriftsteller und Maler heute seine neue Geschichte vor

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Mittags in Bützow: Ein junger Mann verlässt seine Arbeitsstelle. Er hat Pause. Er braucht nur über die Straße zu gehen, um im Nachbarhaus seinen Imbiss einzunehmen. Doch mitten auf der Straße wird er Opfer eines Verbrechens.

Der neue Text des Bützower Malers und Schriftstellers Wolfgang Severin-Iben handelt von einem nie aufgeklärten Verbrechen zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. „Die Geschichte erzählte mir Charlotte Schröder, die ehemalige Besitzerin der Proppschen Dampf- und Wassermühle. Sie hat es selbst erlebt. Wir haben nie direkt darüber geredet, aber ich bin mir sicher, sie wollte, dass ich ihre Geschichte weitererzähle“, sagt Severin-Iben.

In seinem Text „Der Balte“ schreibt er über einen jungen Mann aus Lettland. Sein Name war Arthur Dalmane. Im Zuge der Zwangsarbeit kam er zur Mühle. Obwohl Bützow seinem Heimatort ähnelte, hatte der junge Lette nur einen Wunsch: „Ich hoffe, dass der Krieg bald vorbei ist, damit ich wieder nach Hause kann – vertraute er Charlotte Schröder an“, so Severin-Iben.

„Der Balte“ ist das Ergebnis einer zweijährigen Arbeit. Severin-Iben reicherte die wahre Handlung mit fiktiven Elementen an. „Auf der Terrasse des Eispavillons in Bützow hatte ich den Tatort direkt vor Augen und konnte mich inspirieren lassen“, sagt der Bützower. Seit Ende der 1990er-Jahre trägt Severin-Iben die Geschichte von Charlotte Schröder mit sich. Erst jetzt ist die Zeit gekommen, der Öffentlichkeit von diesem Verbrechen an dem jungen Balten zu erzählen. „Solche Geschichten müssen reifen“, sagt der Schriftsteller. Severin-Iben sehe es als einen Auftrag seines Gewissens, Missstände auszusprechen, über die andere schweigen. „Ich bin nicht mutig, aber ich sage was, wenn mir etwas nicht in den Kram passt.“

Was ist Arthur Dalmane geschehen? Konnte er wieder zurück in seine Heimat nach Lettland? Und wie ist es Charlotte Schröder ergangen? Die Antworten auf die Fragen gibt der Bützower Schriftsteller heute Abend ab 19 Uhr seinem Publikum im Kunsthaus. Die Lesung geht etwa eine Dreiviertelstunde. Danach gibt es die Möglichkeit zum Gespräch.

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