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Bützower Zeitung

11. Dezember 2017 | 12:35 Uhr

Bützow : Schnitzerei begeistert Autofahrer

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Baumkletterer fertigte Eule aus dem Stamm einer Eiche / Idee stammt vom Revierförster Jürgen Grytzan

von
erstellt am 01.Jul.2016 | 05:00 Uhr

„Was für ein Künstler war denn da am Werk? Das ist einfach toll“, sagt SVZ-Leser Ottmar Michalski. Nicht nur der Neuendorfer ist begeistert. Auch Birgit Czarschka aus Bernitt rief in unserer Redaktion an und machte auf das besondere Kunstwerk an der Straße zwischen Bützow und Tarnow aufmerksam. Dort, auf der Spitze eines hohen Baumstumpfes, thront eine Eule. Keine aus Fleisch und Blut sondern aus dem Stamm der Eiche herausgeschnitzt. Seit einigen Tagen sorgt diese besondere Holzskulptur für staunende Blicke bei vielen Autofahrern. Und sie fragen sich, wie Ottmar Michalski auch, wer denn wohl für dieses tolle Werk verantwortlich ist.


Alte Bäume weichen für Verjüngungskur


Der riesige Vogel aus Holz ist ein besonderer Blickfang, weil ringsum die Bäume gefällt wurden. Dadurch fällt der einsame Baumstumpf mit der Eule auf der Spitze besonders ins Auge.

Die Idee dazu hatte Jürgen Grytzan. Er ist der Revierförster von Tarnow. „Ich habe das nicht selbst gemacht. Es war einer unserer Baumkletterer aus Güstrow. Er kommt auch nicht von dort, arbeitet gegenwärtig aber in Güstrow“, erklärt Grytzan. Es sei ein ganz spontaner Einfall gewesen. Das Forstamt Schlemmin, zu dem das Revier Tarnow gehört, hat dort an der Straße zwischen Bützow und Tarnow einen Saumhieb vorgenommen. Das heißt, der Altholzbestand wurde auf einem schmalen Streifen abgenommen. Damit wird Platz geschaffen, damit sich jüngere Pflanzen, die sich natürlich ausgesät haben – in diesem Falle Fichten und Kiefern – im Schutz des verbliebenen Bestandes entfalten können. Das ist ein naturnahes Nutzungs- und Verjüngungsverfahren, mit dem die Forst auf Nachhaltigkeit setzt.

Am Rande dieses Streifens, am Fahrbahnrand stand die Eiche. „Sie ist immer der Orientierungspunkt gewesen für die Zufahrt zum Hauptweg hier zur Mäker“, erklärt de Revierförster. So heißt dieses Waldgebiet zwischen Bützow und Tarnow. Durch die Abnahme der anderen Bäume stand die Eiche nun ganz ungeschützt. Da bestand die Gefahr, dass bei stärkerem Wind Äste abbrechen. „Da viele Äste auch über die Fahrbahn reichten, mussten wir etwas tun, denn wir haben die Verkehrsicherungspflicht“, erzählt Jürgen Grytzan.


Skulptur hoffentlich sicher auf Baumkrone


Doch der Tarnower Revierförster fand es zu schade, die Eiche ganz abzunehmen. Deshalb kam er auf die Idee mit der Schnitzerei auf der Baumkrone. Die hat dann der Baumkletterer umgesetzt. „Und ich finde ein Eule passt doch hier wunderbar her“, so Grytzan. Und mit dieser Auffassung scheint er nicht allein zu sein, wie die Reaktion der Autofahrer zeigt.

Ähnliches habe man im Bereich des Forstamtes schon hin und wieder gemacht. „Da haben wir aus Baumstümpfen dann Pilze gefertigt“, erzählt der Revierförster. Doch da haben dann Unbekannte ganz schnell die Säge angesetzt, und die Skulpturen waren weg. „Da oben kommt aber sicherlich keiner so einfach ran“, sagt Jürgen Grytzan.

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