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Mühlendammschleuse Rostock : Schleusenstreit: Schwaan gefragt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Stadtvertreter sollen sich Donnerstag zum Bauwerk am Rostocker Mühlendamm positionieren. Der Kreistag entscheidet bereits am Mittwoch.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Nun hat das Thema Mühlendammschleuse in Rostock auch die Schwaaner Stadtvertretung erreicht. Auf ihrer morgigen Sitzung soll sie über einen Beschlussvorschlag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Unabhängige Wähler Schwaan (UWS) entscheiden. Inhalt: Die Stadtvertretung „spricht sich für die Wiederherstellung und -inbetriebnahme der Warnow-Schleuse am Rostocker Mühlendamm aus“. Damit solle die Möglichkeit des „sanften Wassertourismus auf der Warnow zwischen Bützow und Rostock bis zur Ostsee“ erhalten bleiben.

Seit Sommer bewegt das Thema die Region. Nachdem der Betrieb 2011 aufgrund technischer Mängel eingestellt wurde, will das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA) die Schleuse nun zuschütten. Ein Verein gründete sich, der eine Petition zum Erhalt der Mühlendammschleuse initiiert und mehr als 9500 Unterschriften gesammelt hat. Unter anderem hat sich die Gemeinde Papendorf der Petition angeschlossen. Auch die Bützower Stadtvertreter hatten mehrheitlich ihren Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) beauftragt, er möge sich beim Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) für den Erhalt der Schleuse einsetzen. Grüschow lehnte das zuvor ab. Die Gesellschafter der Warnowtourismus GmbH seien sich einig, dass die Mühlendammschleuse für sie keine Bedeutung habe. Neben Bützow ist auch Schwaan einer der Mitgesellschafter der GmbH, die seit diesem Jahr die Schifffahrt auf der Warnow zwischen Bützow und Schwaan betreibt. Ihr Ziel ist die freie Schifffahrt bis zum Mühlendamm. Alles andere würde andere Voraussetzungen erfordern, „da wir uns dann in den Bereich der Binnenschifffahrt begeben“, so Bürgermeister Grüschow. Nun sind die Schwaaner Stadtvertreter gefragt. Zudem ist die Mühlendammschleuse bereits heute ein Thema auf der Sitzung des Kreistages des Landkreises Rostock in Güstrow.

Dort bringt die Fraktion der Linken den Antrag „Weiterbetrieb der Warnowschleuse“ ein. Der Kreisausschuss hatte sich im Vorfeld gegen diesen Antrag ausgesprochen. Eine funktionierende Schleuse sei zwar etwas Schönes, aber der Landkreis sei hier überhaupt nicht in der Pflicht und außerdem sei fraglich, ob eine Mühlendammschleuse in Rostock wirklich wichtig sei. Anlass für die Diskussion im Kreisausschuss war unter anderem ein Schreiben vom Rostocker Oberbürgermeister, der Landkreis möge sich an den Kosten bei der Sanierung der Schleuse beteiligen. Methling habe demnach 200 000 Euro gefordert.

Der Mühlendammschleusenverein zweifelt diese Rechnung an. Außerdem könne der Landkreis nicht an solchen Kosten beteiligt werden, weil das Objekt nicht auf seinem Territorium stehe, erklärt Maik Vater, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Dem Verein gehe es vielmehr um ein eindeutiges Bekenntnis des Landkreises zur touristischen Entwicklung der Oberwarnow. Dieses Bekenntnis fordere auch das Wirtschaftsministerium im Gegenzug für Fördermittel. Vater zufolge müsse Rostock selbst nur 150 000 Euro zur Schleusen-Rettung beisteuern.

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