Schlemmin : Schlemminer Eichen bei Auktion

Forstamtsleiter Mathias Regenstein zeigt einen der 7000 gepflanzten Sätzllinge auf einem Hektar Wald.
Forstamtsleiter Mathias Regenstein zeigt einen der 7000 gepflanzten Sätzllinge auf einem Hektar Wald.

25. Holzauktion des Landes findet am 21. Januar im Van der Falk Ressort Linstow statt / Hiesiges Forstamt mit 63 Festmetern dabei

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07. Januar 2016, 17:08 Uhr

Alljährlich im Januar lädt die Landesforst MV zu einer großen Holz-Auktion ein. Dann kommen die edelsten Hölzer aus den Wäldern des Landes unter den Hammer. Am 21. Januar ist es wieder so weit. Im Van der Falk Ressort Linstow schwingt der Auktionator den Hammer. Auch Holzstämme aus dem Forstamt Schlemmin werden dann wieder versteigert.

Schon jetzt können sich Interessenten die Holzstämme anschauen. „Seit November haben die Forstämter ihr Holz zusammengetragen, das sie auf der Auktion anbieten wollen“, erklärt Mathias Regenstein, Leiter des Forstamtes Schlemmin. Bis zum 10. Dezember musste die gesamte Auktionsware zum Sammelplatz bei Drewitz, beim dortigen Forstamt, transportiert werden. „Dort wurden die Stämme bewertet und ein Katalog erstellt“, erzählt Regenstein.

Rund 650 Festmeter Holz aus dem gesamten Land werden am 21. Januar unter den Hammer kommen. Es ist die 25. Laubholz-Auktion. Allein das Forstamt Schlemmin ist mit knapp 63 Festmeter, und damit knapp zehn Prozent beteiligt. „Wir haben Stieleiche, Rotbuche, Esche und Birke geschlagen“, so der Schlemminer Forstamtsleiter.

Jedes Jahr gibt es immer wieder die spannende Frage: Wer stellt den wertvollsten Stamm? Die Schlemminer habe keinen „exklusiven“ Baum im Angebot. Dennoch hoffen sie auf gute Erlöse. „Im Jahr schlagen wir rund 50 000 Festmeter Holz. Ein Prozent dieses Holzes wird dann für die Versteigerung ausgesucht“, erklärt Regenstein. Und dafür nehme man natürlich schon die besten Stämme. „Wir rechnen pro Festmeter mit einem Betrag von 900 bis 1000 Euro.“

Dabei ist natürlich der Ertrag auch immer von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig. So erzielte das Forstamt Schlemmin 2009 mit einem Spitzahorn einen Wert von 900 Euro je Festmeter. Das war der drittbeste Wert. Damals steckte das Land in einer Wirtschaftskrise. Innerhalb eines Jahres sanken die Preise um 24 Prozent. Der durchschnittliche Erlös lag damals zum Beispiel bei Eichen bei 665 Euro.

Im vergangenen Jahr war das ganz anders. Allein mit 40 Festmetern Eiche war das Forstamt 2015 bei der Auktion dabei, erzielte mit einer Eiche einen Spitzenwert von 910 Euro. Außerdem hatte eine Maserknolle – also eine Wucherung am Baum – das Interesse der Bieter geweckt. Dieses durch die Laune der Natur besonders geformte Holz lässt sich zu Furnier aufarbeiten und wird für Möbel und Interieur in Fahrzeugen verwendet. Die Eiche fing an zu schwächeln, deshalb war sie gefällt worden. Die runde Knolle mit 1,8 Metern Durchmesser und etwa drei Festmetern ging für circa 2400 Euro an den Höchstbietenden.

Die 63 Festmeter, die das Forstamt Schlemmin in diesem Jahr bei der Jubiläumsauktion in zwei Wochen an den Start bringt, verteilen sich auf 17 Stämme. „Pro Stamm sind das also viereinhalb Festmeter, bringen so rund 4000 Euro ein“, erklärt Mathias Regenstein.

Den Spitzenwert bei der Versteigerung im vergangenen Jahr erzielte übrigens eine Stieleiche der Hansestadt Rostock. Den Stamm ersteigerte ein Furnierwerk aus Bayern für stolze 1450 Euro pro Festmeter.

Wer sich das Holz, das zur Versteigerung bereitliegt anschauen möchte, hat dazu bei Drewitz die Möglichkeit. „Da kommt jeder ran, also man kann dort einen Spaziergang machen“, sagt Schlemmins Forstamtsleiter. Spannend bleibt, wie viel Holz dann am 21. Januar wirklich einen Abnehmer findet.

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