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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 04:32 Uhr

Schlagloch-Alarm ohne Ende

vom

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 09:44 Uhr

Bützow | Autofahrer bremsen ab, fahren Slalom. Die Straßenränder sind übersät mit zerbröseltem Asphalt. Es kracht. Wieder ist ein Auto in der stark befahrenen Bahnhofstraße in Bützow in eines der zahlreichen Schlaglöcher gefahren. Vor allem auch die Kreuzung am Bahnhof/Neue Bahnhofstraße sieht wüst aus - ein Loch am anderen, so dass man noch so langsam fahren kann, irgendwo kracht man immer rein. Teilweise ist der Asphalt durch Frostschäden breitflächig aufgerissen. So sah es noch bis gestern morgen aus.

Donnerstag Früh aber rückte in Bützow die "Flick-Kolonne" der Straßenmeisterei Kröpelin des Straßenbauamtes Güstrow an. Anders als vorher, wo sie mit Kaltschmischgut gearbeitet hatten, füllten die Männer die Löcher in den Straßen diesmal mit Heißmischgut aus. "Das ist wie Asphalt, das hält länger", sagt einer der Männer.

Das Straßenbauamt Güstrow repariert auch heute noch, was das Zeug hält, verspricht Ronald Normann, amtierender Amtsleiter des Straßenbauamtes Güstrow. Ein Lichtblick für Bundes- und Landesstraßen.

"Die Situation konnten wir mit Kaltmischgut nicht mehr beherrschen. Dass der Beton unter der Asphaltdecke derart hochfriert hat uns überrascht", sagt Normann. Deshalb habe es einige Zeit gedauert. Man habe mit Asphalt-Mischwerken, die normalerweise im Winter nicht arbeiten, verhandelt und könne nun ein Heißmischgut, das mit 200 Grad aufgebracht und angewalzt wird, einsetzen. Das halte deutlich länger als das ansonsten üblicherweise im Winter verwendete Kaltmischgut, das oft genug schon nach Tagen wieder heraus gefahren ist, erklärt Normann.

Relativ gute Erfahrungen mit der Verwendung von Kaltmischgut hat dagegen der Bützower Bauhof gemacht. "Wir haben auf mehreren städtischen Straßen die Löcher mit Kaltmischgut ausgeflickt. Und bis jetzt hält das noch", sagt Axel Tal vom Bauhof. Er führt das darauf zurück, dass die Straßen in den Wohngebieten - wie An der Bleiche und in der Karl-Marx-Straße in Bützow - "nicht so stark frequentiert" sind wie die Kreis- und Landesstraßen. Lkw fahren dort nur selten. "Wir haben jetzt mit dem Kaltmischgut erstmal die großen Löcher zu gemacht", sagt Tal. "Die kleineren Löcher machen wir dann später mit Split und flüssigem Teer dicht", kündigt er an. Fast resigniert über den ständigen Sisyphuskampf gegen die Schlaglöcher ist man im Landkreis.

Rund die Hälfte der 408 Kilometer Kreisstraßen im Altkreis Güstrow seien aktuell von Straßenschäden betroffen. Dagegen kommen auch die drei Trupps der Kreisstraßenmeisterei Güs trow, die ständig im Einsatz seien, nicht an. "Überall tun sich Löcher auf", weiß Detlef Ihlgus vom Amt für Straßenbau und Verkehr des Landkreises.

Ihlgus nennt den ständigen Wechsel von Frost- und Tauphasen als wesentlichen Grund für die schlimme Situation auf den Straßen. Dadurch werde das Material brüchig. Erst ab dem Frühjahr könne Schluss mit der Flickschusterei sein. "Wir brauchen rund 15 Grad und Trockenheit, um die Löcher richtig zu schließen", sagt Ihlgus. Er rechnet mit April. Bis dahin heißt es für die Autofahrer also weiterhin: Vorsicht!

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