zur Navigation springen

Lüderssche Sonnenuhr : Schattenstab zeigt künftig die wahre Bützower Zeit an

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Lüderssche Mittags-Sonnenuhr wird wieder lebendig – Teil 2

Der „Wiederbelebungs-Versuch“ an der Lüdersschen Mittags-Sonneruhr des 18. Jahrhunderts, die 1765 an der Stiftskirche installiert worden war – in unserer gestrigen Ausgabe berichteten wir über die Geschichte und den Beginn der Restaurierung.

Nun sind ein paar Jahre ins Land gegangen, den Heimatverein für Bützow und Umgebung gibt es seit drei Jahren nicht mehr. Erfreulicherweise hat sich dann der Förderverein der Stiftskirche auf den Weg gemacht und Förder- bzw. Spendengelder eingeworben. Mittels einer schon gefertigten Silikonmaske konnte ein Gipsabdruck des Originals angefertigt werden. Dieser Abdruck hatte aber noch alle Fehler in sich, so dass das Restauratorenteam noch Ergänzungen auf dem Gipsabdruck vornehmen musste. Als alle Details auf dem Gipsabdruck rekonstruiert waren, konnte ein erneuter Silikonabdruck für den Guss einer originalgetreuen Kunststeinplatte verwandt werden.

Das Ergebnis musste dann im zurückliegenden Winterhalbjahr 2015/16 und im Frühjahr getrocknet werden. Im Juni dieses Jahres konnte dann der Chefrestaurator Boris Frohberg die neue Sonnenuhr am angestammten Platz einmauern. Das Baugerüst wurde verkleidet, denn jetzt bekommt die Sonnenuhr eine historisch und durch Analyse nachgewiesene Farbgestaltung. Der Prozess des Trocknens dauert in der freien Natur natürlich länger.

Nach wie vor fehlt der über Jahrhunderte ausgebrochene und ebenso lange nicht mehr vorhandene Schattenstab (Gnomon). Der mit den Bützower Sonnenuhrenfreunden über Jahre befreundete Potsdamer Gnomonist Arnold Zenkert nahm erste Berechnungen für den Schattenstab vor. Mit den Werten experimentierte der Heimatverein an einem sogenannten Photogramm (1:1-Fototafel) gemeinsam mit Arnold Zenkert, dem Astronomiehistoriker Dr. Hamel und dem Sonnenuhrenfreund Peter Lindner vom Astronomischen Verein Hoyerswerda. Peter Lindner half den Bützowern beachtlich, 2012 die traditionelle Jahrestagung der Sonnenuhrenfreunde der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie in Bützow abzusichern.

Auf dieser Tagung gaben Sonnenuhrenfreunde aus ganz Deutschland und Österreich Hinweise, dass ein falscher Fußpunkt die Grundlage bisheriger Berechnungen war. Arnold Zenkert und Peter Lindner berechneten unabhängig voneinander nochmals die Werte für den Gnomon.

Die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie (DGC) vergab für die neue Sonnenuhr die eigenständige Registriernummer DGC 16931. Das Original von 1765 hat die deutschlandweite Registriernummer DGC 5031. Nun gestaltete nach den ermittelten Zahlen der Tischlermeister i.R. Dieter Böhnke einen Musterschattenstab aus Holz, mit dem die Sonnenanzeige auf der Uhr mehrere Wochen getestet wird.

Ist alles korrekt ausprobiert, wird dann analog durch Carsten Rauhut vom Unternehmen Metall Bützow ein Schattenstab aus nichtrostendem Stahl gefertigt, der dann endgültig an der Sonnenuhr zum Einsatz kommt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen