Bützow : Sanieren um jeden Preis?

Werben für das Denkmal: Dr. Jan Schirmer (2.v.l.) vom Landesamt für Denkmalpflege gab Erklärungen zum Haus Rühner Straße 14.
Werben für das Denkmal: Dr. Jan Schirmer (2.v.l.) vom Landesamt für Denkmalpflege gab Erklärungen zum Haus Rühner Straße 14.

Stadt soll entscheiden, ob für ein Fachwerkhaus Fördermittel beantragt werden.

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11. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Wie weiter mit der Stadtsanierung in der Bützower Innenstadt? Diese Frage steht gegenwärtig im Raum. Nach Vorstellungen von Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) sollte die Warnowstadt nach 2020/21 aus dem großen Förderprogramm aussteigen. Das insbesondere vor dem Hintergrund, weil für das Bahnhofsviertel ein neues Sanierungsgebiet angestrebt wird. Angesichts vieler Herausforderungen sei aber die Bereitstellung finanzieller Mittel für zwei Fördergebiete eine zu große Belastung für den städtischen Haushalt.

Seit 26 Jahren profitiert Bützow von der Stadtsanierung. Seit Mitte der 1990er-Jahre erhielt Bützow dafür von Bund und Land rund 42 Millionen Euro. Aus dem eigenen Stadtsäckel legte Bützow selbst noch einmal 21 Millionen Euro dazu. Geld, mit dem zahlreiche Gebäude, Straßen und Plätze modernisiert, instandgesetzt, neu gestaltet oder auch neu gebaut wurden. Aus jedem städtischen Euro wurden am Ende drei, die investiert wurden.

Mittlerweile ist die Stadtsanierung im historischen Stadtkern weit vorangeschritten. Gegenwärtig wird die Neugestaltung des Marktplatzes vorbereitet. Am historischen Ratsarmenhaus wird seit Monaten gebaut. Auch am Haus Langestraße 20, dem Kunsthaus, sollen demnächst Sanierungsarbeiten beginnen.

Jetzt hat die Verwaltung eine Aufstellung von Objekten vorgelegt, die noch saniert werden sollen, sowohl Häuser in öffentlicher als auch in privater Hand. Dabei gehe es um Investitionen von rund zwölf Millionen Euro in den Jahren 2019 bis 2021. Neben den bereits begonnenen Baumaßnahmen stehen städtischen Objekte wie die Kirchenstraße 36, die Langestraße 66/68 und die Rühner Straße 14 auf dieser Liste.

Und um das letztgenannte Objekt geht es auf der Sitzung der Stadtvertreter am Montag, 14. Oktober, ab 19 Uhr im Rathaussaal.

Die Kommunalpolitiker sollen entscheiden, ob für die Sanierung dieses Hauses Städtebaufördermittel beantragt werden sollen. Ein Kurzgutachten, das in Auftrag gegeben wurde, geht von einem Sanierungsbedarf von rund 1,9 Millionen Euro aus. Entstehen könnten dabei sieben Wohnungen.

Im Bauausschuss hatte Dr. Jan Schirmer vom Landesamt für Denkmalpflege auf die Besonderheit des Hauses hingewiesen. Das Fachwerkhaus in seiner Mächtigkeit sei einzigartig in MV. Dennoch taten sich die Ausschussmitglieder schwer, die Sanierung ins Auge zu fassen – angesichts der kalkulierten Kosten. Nun haben die Stadtvertreter das Wort.

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