zur Navigation springen
Bützower Zeitung

13. Dezember 2017 | 17:57 Uhr

Rühn : Rühn probt den großen Auftritt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Gestern letzter Programmdurchlauf für die Faschingsfeiern am kommenden Wochenende in der Sporthalle der Gemeinde

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 10:00 Uhr

„Wir machen Fasching und kein Karneval“, sagen die Mitglieder des Kulturvereins Rühn. So finden ihre Faschingsveranstaltungen auch erst am kommenden Wochenende und damit weit nach Aschermittwoch statt. Gestern gab es die große Generalprobe in der Rühner Sporthalle.

„Körperspannung, Kopf nach oben und lächeln.“ Die Ansagen von Birgit Keindl sind klar und deutlich. Und die kleinen Tänzerinnen vom Rühner Kulturverein hören genau hin, versuchen es sofort umzusetzen. Während die Musik spielt und die Mädchen tanzen, sitzt Keindl auf einer Bank, inmitten der anderen Vereinsmitglieder. Ihr einer Fuß wippt im Takt, im nächsten Moment gestikuliert sie mit weitausholenden Armbewegungen, zeigt, wie sich die Eleven bewegen sollen. Auch mit Applaus wird nicht gespart, als die Musik verklinkt.

Seit nunmehr 17 Jahren gibt Birgit Keindl bei der Funkengarde des Rühner Kulturvereins den Takt an. „Ich bin aber nicht allein. Wir sind ein Trainerteam von vier Frauen“, erzählt die Bützowerin. Dazu gehören Eva Korth, Claudia Wegner und Tochter Ulrike Keindl. Sie alle haben extra dafür den Trainerschein gemacht, für carnevalistischen Tanzsport.

Rund 40 Mädchen und junge Frauen gehören zu den Gardetänzerinnen. Nele Witteck mit ihren sieben Jahren ist eine der Jüngsten, Ulrike Keindl mit 28 die Älteste. Während die jüngeren einmal die Woche, immer mittwochs trainieren, kommen am Sonntag die älteren Gardetänzerinnen zusammen. „Sie sind in der Lehre oder stehen auch schon im Beruf“, erzählt Birgit Keindl. Dann reisen sie aus allen Himmelsrichtungen an. Wie zum Beispiel Madleen Adamczyk. Sie tanzt in der Funkengarde seit dem sie neun Jahre alt ist. Mittlerweile ist sie 25, gelernte Verkaufsfrau für Versicherungen sowie Finanzen und lebt und arbeitet in Rostock. Doch zum Training und zum Fasching kommt sie immer wieder in ihren Heimatort zurück. „Ich bin hier aufgewachsen. Und wir sind ja nicht nur Tanzpartnerinnen, sondern wir sind Freundinnen geworden“, sagt die 25-Jährige. So sei sie auch regelmäßig nach Rühn gekommen, als sie im Ruhrgebiet oder Berlin gearbeitet hat.

Dass das Engagement in Rühn einmal so lange dauern wird, hatte auch Birgit Keindl vor 17 Jahren nicht gedacht. „Damals wurde ich angesprochen, ob ich nicht einmal die Choreografie machen könnte. Da waren es acht Tänzerinnen.“

Seit dem hat sich vieles weiterentwickelt. Neben den regelmäßigen Trainingsstunden, gibt es im Sommer ein Trainingslager und auch außerhalb des Faschings manchen Auftritt. Disziplin, Ausdauer, Durchhaltevermögen - das lernen die Mädchen von ihren Trainerinnen, die das alles ehrenamtlich machen. Dieses Engagement zahlt sich aus, wird von einheimischen Firmen anerkannt. So stehen jetzt in Rühn zwei große, fahrbare Spiegel, vor denen die Tänzerinnen noch besser ihr Übungen machen können. „So etwas geht nur mit Sponsoren“, sagt Birgit Keindl. „Allein die komplette Bekleidung einer Gardetänzerin kostet um die 160 bis 170 Euro.“

Wer gestern bei der Generalprobe dabei war, sah, wie viel Spaß alle Beteiligten hatten. Dabei blieb auch die Konzentration auf das Wesentliche nicht auf der Strecke. Schließlich möchte alle am kommenden Wochenende den Besuchern eine tolle Show bieten ...

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen