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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 16:16 Uhr

Schwaan : Rückblick auf 20 Jahre Kultur

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Schwaaner Kulturförderverein hat seit seiner Gründung im Dezember 1996 viele Projekte auf den Weg gebracht

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Ob Konzerte, Lesungen oder Kino – der Schwaaner Kulturförderverein hat sich bereits überall ausprobiert. Seit nunmehr 20 Jahren kümmert sich der Verein um das kulturelle Leben in der Region. Zum Jubiläum schauen seine Mitglieder einmal auf das bisher Erreichte zurück.

„Die Idee kam uns damals, im Dezember 1996, weil das Kulturleben in Schwaan in unseren Augen nicht mehr lebendig war“, sagt Rüdiger Zöllig, Vorsitzender des Kulturfördervereins. Direkt nach der Wende sei das Angebot an kulturellen Erlebnissen in der Stadt förmlich zusammengebrochen. „Sogar das Kino musste aufgeben“, erinnert sich auch die Schatzmeisterin des Vereins, Petra Moldt.

Also beschlossen im Dezember 1996 insgesamt sechs Schwaaner, einen Verein ins Leben zu rufen, um das Angebot neu aufzuziehen. Schnell schlossen sich weitere Bürger an. Im Schnitt habe der Verein über die Jahre laut Zöllig immer rund 20 Mitglieder gehabt.

„Wir errichteten ein breites Angebot an Möglichkeiten, seine Freizeit in Schwaan zu gestalten“, sagt Zöllig. Die ersten Projekte zielten vor allem darauf ab, die Erinnerung an die Schwaaner Künstlerkolonie zu wecken, die Veranstaltung „Osterjazz“ auf die Beine zu stellen und einen Weihnachtsmarkt in der Stadt zu beleben. Dann kamen aber schnell noch weitere Ideen hinzu. „Viel wurde auch durch die Mitglieder des Vereins angeregt. Wir profitierten über all die Jahre natürlich von der Expertise unsere Mitglieder“, erklärt Hella Ehlers.

So hätten zum Beispiel dank einer mitwirkenden Musiklehrerin die Generalproben für den Kreis-Wettbewerb „Jugend musiziert“ in Schwaan vor Publikum stattfinden können. Auch der Schülerzeichenwettberwerb wurde von einem Mitglied organisiert. „Dort haben Schulkinder ihre Werke ausstellen können. Manche wurden dann vom Verein auch mit einem Preis belohnt“, erzähltEhlers.

Viele Projekte, die von dem Kulturförderverein begonnen worden sind, seien später in andere Hände übergegangen, berichtet Zöllig. Zum Beispiel der Kindertag an Grundschulen, an dem Puppentheater gespielt wurde. Dieses sei nun von vielen Schulen übernommen worden und der Kulturförderverein sei raus. „Der Mut, kulturelle Veranstaltungen anzubieten und zu beleben, ist in den Jahren sehr gewachsen. Von Schulen über Kirchen bis hin zu Gaststätten.“

Auch im Erhalten der Künstlerkolonie zeichneten sich Veränderungen ab. „Eines unserer Hauptaugenmerke war bei der Gründung das Beleben der Kunst gewesen. Noch immer existiert unsere jährliche Ausstellung für die Erben der Künstlerkolonie. Dort zeigen über zwei Wochen Hobby-Künstler ihre Werke“, sagt Zöllig. Nun aber seien viele Kunstprojekte von der Kunstmühle Schwaan übernommen worden. „Mit der Kunstmühle verbindet uns eine enge Kooperation und Freundschaft. Sie übernimmt jetzt viele Ausstellungen“ , sagt der Vorsitzende. Darum sei es wichtig, sich auch in anderen Feldern zu betätigen. „Wir bieten Vorträge – auch wissenschaftlicher Natur –, Konzerte, Kabarett und Lesungen zu verschiedenen Themen, vom Märchen bis zur Literaturkritik, an“, erklärt Zöllig.

Ein großes Anliegen war dem Verein das Geschichtsprojekt „Jüdisches Leben in Schwaan“, mit besonderem Blickpunkt auf den jüdischen Friedhof. Der stellvertretende Vorsitzende, Helmut Langner, erläutert: „Wichtig war uns, dass wir die Geschichte bewahren können.“ Darum habe der Verein auch eine Ausstellung und Vorträge in der Kunstmühle organisiert. „Außerdem brachten wir am Friedhof eine Gedenkplakette an.“ Die Resonanz der Besucher war laut Zöllig sehr gut. „Wir bekamen sehr viele positive Rückmeldungen. Viele Besucher der Kunstmühle fragten konkret nach dem Friedhof“, sagt Zöllig.

Dass der Verein mit seiner Idee Erfolg hat, zeigte in jüngster Vergangenheit die szenische Lesung mit Figuren Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl. „Sowohl die Künstlerinnen als auch die Besucher würden gerne wiederkommen“, sagt Ehlers.

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