Bützow : Rote Karte für mehr Grün am Hafen

Im kommenden Jahr soll diese Parkfläche saniert werden. Bäume sollen aber keine mehr gepflanzt werden.
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Im kommenden Jahr soll diese Parkfläche saniert werden. Bäume sollen aber keine mehr gepflanzt werden.

Stadtvertretung: CDU-Fraktion scheitert mit Änderungsantrag / Diskussion auch zu Elektrotankstelle / Gestaltungsplan gebilligt

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09. Dezember 2014, 18:51 Uhr

Der Gestaltungsplan  für den dritten Bauabschnitt der Warnowpromenade ist beschlossen. Es wurde wie erwartet noch einmal heiß diskutiert. Dabei ging es nicht nur um mehr Grün, sondern auch um das Einrichten einer Stromtankstelle für Pkw. Letztere wird kommen. Mehr Grün für den Parkplatz bekam jedoch von einer Mehrheit der Stadtvertreter die rote Karte.

CDU vermisst bei UBB Blick in die ZukunftWie erwartet stellte Stephan Meyer von  der CDU-Fraktion drei Änderungsanträge. Zum einen ging es um die Errichtung einer Stromtankstelle.  Sie  sei aus „touristischer und ökologischer Sicht sinnvoll.“ Unterstützung bekam Meyer von seinen Fraktionskollegen Frank Schröder und Karsten Thiemann. Schröder mahnte zwar an, man solle sich nicht auf einen bestimmten Anbieter festlegen, sondern offen sein für Alternativen. Jedoch sei eine solche Stromtankstelle zukunfsgewandt.  „Wir wären Vorreiter. Menschen die zur Ostsee wollen, können in Bützow tanken und halten sich so mindestens 45 Minuten in Bützow auf“, ergänzt Thiemann. Abgelehnt werden diese Pläne von Ralf-Peter Katzer. Er sprach für die UBB-Fraktion, verwies darauf, dass es noch gar keine Garantie gäbe, ob sich Elektromobilität oder doch andere Antriebsarten in Deutschland durchsetzen werden.  Antwort von CDU-Fraktions-Chef Schröder: Die UBB zeige mal wieder, dass sie wie in der Vergangenheit nicht in die Zukunft denke. „Wir sollten die Chance nicht vertun.“ Auch Bürgermeister Christian Grüschow sprach von einer „progressiven Entwicklung“, die mit dieser Idee verbunden sei. Mit dem Zusatz von Wolfgang Wehrmann (AfD), der „finanziellen Machbarkeit“, wurde der Änderungsantrag mehrheitlich angenommen (fünf  Nein-Stimmen – Katzer, Müller, Rahn, Röse, Bökenhauer, zwei Enthaltungen).

Wortgefecht um ein paar wenige Bäume   War die CDU da noch oben auf, musste sie Minuten später  eine bittere Niederlage einstecken.  Denn für den Änderungsantrag für mehr Grün durch  „tiefwurzelnde Bäume“  fanden sie keine Mehrheiten.

Wie bereits im Bauausschuss verwies Ralf-Peter Katzer auf viele Parkplätze, die im Zuge der Baumaßnahmen in der Bützower Innenstadt weggefallen seien.

Gegenwind kam hier von  Gudrun Lidzba (CDU). „Wir brauchen keinen weiteren kahlen Platz. Wir sind von viel Grün umgeben, aber direkt in Bützow fehlt Grün.“   Sie verwies erneut auf klimatische Auswirkungen, die durch Bäume gemindert werden können, wie  das Aufheizen, das man  von Großstädten kennt. 

Für Einzelbewerber Matthias Röse zieht das Klima-Argument nicht. „Das erreichen sie  mit ein paar Bäumen nicht.“ Er verwies darauf, dass der Platz z.B. für Busse nicht durch Bäume eingeschränkt werden sollte. „Und wir brauchen auch eine Veranstaltungsfläche, z.B. fürs Hafenfest.“

Er habe noch nicht gesehen, dass der Parkplatz am Hafen voll ausgelastet gewesen sei, erklärte Christian Grüschow. Ich würde es mir ja wünschen.“ Deshalb sei es für ihn überhaupt kein Problem, einige Bäume zu pflanzen, auch wenn dadurch vielleicht der eine oder andere Parkplatz weniger zur Verfügung stehe.  Als Familienvater sehe er es auch lieber, wenn man sein Auto in Schatten parken könne.

„Durch die Bäume am Wall liegen insgesamt 26 Parkplätze im Schatten“, hält Ralf-Peter Katzer dagegen.  Stephan Meyer erinnert noch einmal an den Pferdemarkt. Ein Platz, über den  alle erschrocken waren, als er dann umgebaut wurde und fertig war. Heute sorgen nun die Einwohner selbst erst einmal dafür, dass  dort wieder ein wenig Grün  Einzug hält.

Am Ende blieben die CDU-Mitglieder aber mit ihrem Vorstoß allein, die Bäume wurden mehrheitlich abgelehnt.

Beim abschließenden Beschluss zum Gestaltungsplan enthielt sich nur Frank Schröder. Alle anderen billigten den Beschluss mit den Änderungen. Dazu gehört unter anderem auch, spezielle Caravanstellplätze auszuweisen.

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