Gülle : Rosenower klagen über Gestank

Felder in Rosenow sorgen für Unruhe im Ort. Die ausgefahrene Gülle stinkt einigen Bewohner zu lange und zu intensiv.
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Felder in Rosenow sorgen für Unruhe im Ort. Die ausgefahrene Gülle stinkt einigen Bewohner zu lange und zu intensiv.

Anwohner vermuten gesundheitliche Beschwerden durch Gülle-Geruch der umliegenden Felder in Rosenow

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16. Juni 2016, 21:00 Uhr

Bewohner in Rosenow ertragen es nicht mehr. Eine Woche lang stank es im Ort. Grund dafür war die ausgefahrene Gülle auf den umliegenden Feldern. Erst der starke Regenschauer am vergangenen Dienstag brachte Linderung mit sich – doch die Stimmung bei einigen Rosenowern bleibt schlecht.

„Am 6. und 7. Juni wurde die Gülle ausgefahren. Seitdem stank es Tag und Nacht im Ort“, sagt Monika Behnke aus Rosenow. Zusammen mit ihrem Ehemann reagierte sie sofort und schloss die Fenstern und Türen ihre Hauses. „Wir sind Rentner. Wir sind zuhause und können direkt handeln. Aber andere Anwohner waren nicht da, hatten die Fenster offen und dadurch den Gestank tagelang im Haus“, erzählt Wilfried Behnke. Nach eigenen Angaben legte das Ehepaar bereits Beschwerde beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) in Bützow ein. Eine Bestätigung über diese und andere Beschwerden seitens des StALU MM lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Außerdem führte das Ehepaar während der vergangenen Woche Gespräche mit Nachbarn. Daraus erfuhren sie, dass einige Anwohner mit Hustenreiz, Kopfschmerzen und Übelkeit zu kämpfen hatten. Die gesundheitlichen Beschwerden führen Monika und Wilfried Behnke auf den Güllegeruch zurück. „Wir leben in einem landwirtschaftlichen Raum. Wir wissen, dass es stinken kann. Aber nach zwei Tagen sollte Schluss sein“, so Monika Behnke.

Das sieht Manfred Bissa, Vorstandsvorsitzender des Bauernverbandes in Bützow, anders. „Wenn mehrere Tage Gülle ausgefahren wird, dann kann es auch mal etwas länger stinken. Das ist ganz normal“, sagt er. Der intensive Geruch ergebe sich daraus, dass es sich um bestellte Felder handelt, die vom Landwirt gedüngt wurden. Bei einem unbestellten Acker müsse das ausgefahrene Material in den Boden eingearbeitet werden. Dadurch verschwinde der Gestank auch schneller, so Bissa. Im Falle des Rosenower Feldes liegt die schwarze Masse zwischen den Pflanzen und verweilt somit länger auf dem Acker.

„Im Nachgang ist da nichts mehr zu machen. Doch jeder Bauer kann selbst entscheiden, wie er das Problem angehen will. Es gibt Schlitzschläuche, die während des Düngens die Erde aufreißen, sodass das Material direkt in den Boden einfließen kann. Aber privat kann sich die Technik keiner leisten. Wir sprechen hier von Preisen zwischen 400  000 und 600  000 Euro“, so Bissa. Weiter könne darauf geachtet werden, am Anfang der Woche zu düngen, damit es am Wochenende, wenn alle zuhause sind, nicht mehr so stark stinkt, sagt Bissa.

Grundsätzlich sei das Düngen zurzeit erlaubt. Diese und weitere Regelungen seien in den Cross-Compliance-Bestimmungen für Landwirte festgehalten, so Bissa „Vor allem aber sollten Anwohner das Gespräch mit dem jeweiligen Bauern suchen. Zusammen kann dann ein Kompromiss gefunden werden.“

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