Bützow : Respektvolles Miteinander – auch im Internet

Hasskommentare, Cybermobbing und Co: Henner (v. l.), David, Markus und Jordi aus der 8c mit ihrem Plakat vom Aktionstag.
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Hasskommentare, Cybermobbing und Co: Henner (v. l.), David, Markus und Jordi aus der 8c mit ihrem Plakat vom Aktionstag.

Aktionstag am Gymnasium: Schüler lernen den Umgang mit Hasskommentaren auf digitalen Plattformen

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22. April 2017, 10:00 Uhr

Wie gehe ich mit Hasskommentaren im Netz um? Wie erkenne ich überhaupt welche? Fragen wie diese haben die Schüler der 7. und 8. Klassen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Bützow gestern miteinander diskutiert. Anlass war der Aktionstag zum Projekt „#Nichtegal – Eine Initiative für Toleranz und Respekt im Netz“.

„Den Schülern soll beigebracht werden, kritischer und reflektierter mit Kommentaren im Internet umzugehen“, erklärte Schulsozialarbeiter Uwe Kranz, der das Projekt betreut. Dabei werde auch herausgestellt, dass das Erkennen von Hasskommentaren nicht unbedingt einfach ist. „Nicht alles ist gleich Hass, oft entstehen Kommentare, wenn jemand emotional besonders aufgewühlt ist. Da die richtige Balance zu finden, ist wichtig“, sagt Uwe Kranz.

Anlässlich des Aktionstages hatten gestern nicht die Lehrer das Sagen, sondern Schüler der zehnten Klassen, die schon in der Projektwoche im Januar zu Mentoren geschult wurden. Damals haben die Jugendlichen eigene Videos gedreht, in denen sie sich mit verschiedenen Facetten des Themas auseinandergesetzt haben. So sei es auch darum gegangen, dass die Anonymität im Netz ein wichtiger Faktor sei, der es vielen erleichtere, sich negativ anderen gegenüber zu äußern, erzählte Uwe Kranz.

Die Zehntklässler gestalteten in Zweier- bis Dreiergruppen die Unterrichtsblöcke, in denen ihre jüngeren Mitschüler zum Beispiel Plakate zum Thema entwarfen und Videos drehten. „Man merkt dabei, dass Lehrer sein doch anstrengender ist, als man denkt“, sagte Markus Stöcker, der mit zwei weiteren Mentoren die Klasse 8b betreute. Generell würde das Konzept aber aufgehen und alle würden mitmachen.

Mit dabei waren gestern auch die Medienpädagogen Kai Gövert und Sebastian Reuser aus Bremen. Als Projektpartner betreuen sie die Aktionstage an vier Schulen. Dass der Tag bei den Schülern gut ankam, sei auch dem sogenannten Peer-Education-Ansatz, also dem Vermitteln von Stoff durch Mitschüler, geschuldet, sagte Kai Gövert. „Die Mentoren erreichen die Klassen bei diesem Thema besser als Lehrer. Das beginnt schon dabei, dass der tägliche Sprachgebrauch der gleiche ist“, so der Medienpädagoge.

Das Projekt ist eine Initiative der Internetunternehmen Google und You Tube. In Deutschland nehmen insgesamt 40 Schulen daran teil. Das Bützower Gymnasium ist eine von zwei Schulen in MV, die sich daran beteiligen.

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