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Buchenhof : Reitjagd hält Überraschungen bereit

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Stürze zu Beginn des Ausritts sorgen für Schreckmomente / Katrin Huff ist Reitkönigin 2015 des Buchenhofer Reitstalles

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Es ist wie jedes Jahr. Die Hubertus-Reitjagd ist anders als ein normaler Ausritt in die Buchenhofer Umgebung. Das wissen die Reiter. Das spüren vor allem auch die Pferde. Ihre Reiter tragen statt Freizeitlook die klassische Schwarz-Weiß-Kluft und Reiterstiefel. Und die Pferde sehen, da ist ungewöhnliche Bewegung auf dem Buchenhofer Reiterhof. Viele Autos kommen, viele Menschen, auch „Zivilisten“, die mit Kremsern mitfahren wollen. Aus Pferdehängern werden fremde Pferde abgeladen. Sie kommen aus Jürgenshagen, Passin, Pastin, Friedrichsruhe, Brüel etc.

Kurz vor dem Start drehen die ersten ihre Beruhigungsrunden auf dem Platz.

Vier vollbesetzte Kremser begleiten die Jagd. Auf einer von ihnen sitzt Heiko „Charly“ Ulbig, einer der beiden Chefs des Hofes. Die Kutsche fährt das Reitgericht und setzt sich an die Spitze. Der Reitertrupp mit 15 Pferd-Reiter-Paaren setzt sich hinten an. Nur wenige Meter in Richtung Klein Raden gibt es den ersten Halt. Parallel zu den Kremsern stellen sich auf dem abgeernteten Acker die Reiter auf. „Meister“ Holger Ott, der zweite Chef des Buchenhofer Hofes, begrüßt die Reiter und wünscht allen eine unfallfreie Jagd und viel Spaß. Und dann geht es wirklich los, zunächst über Klein Raden in Richtung Warnowtal. Da auf freier Wiese ist der erste Sprung in Sicht.

„Sie kommen“, ruft jemand. Die Schaulustigen steigen aus dem Kremser ausgestiegen, beobachten und fotografieren das Geschehen. Master Holger Ott springt zuerst. Die nächsten Pferde drängen nach, ein Pferd buckelt vor lauter Freude und Übermut, die junge Reiterin ist nicht drauf gefasst, landet im Gras, das Pferd saust ab in Richtung Stall. Als es den Meister überholt, haut auch dessen Pferd mit den Hinterbeinen weg und hebelt den Reiter aus dem Sattel.

Die Kremserleute beobachten, wie andere Reiter vom Pferd springen, um zu helfen. Andere haben mit ihren eigenen Pferden zu tun. Glücklicherweise ist nichts passiert, die Reiter steigen wieder auf, nachdem die Pferde eingefangen sind. Die Jagd kann weiter gehen. Aber es wird noch eine ganze Weile dauern, bis wirklich Ruhe in den Reitertrupp einzieht. Der Master muss beim nächsten Hindernis aufgeben. Er hat Luftprobleme, also doch was Ernsthaftes? Der Arzt stellt später Rippenprellungen fest. Auch das kann einem alten Hasen wie Holger Ott mal passieren.

Julia Engelbrecht setzt sich nun an die Spitze, übernimmt die Masterfunktion und führt den Trupp an. Immer wieder verweigern unterwegs mal Pferde die Sprünge oder wollen zu schnell oder gar nicht laufen. Auch der Piqueur Karsten Sellmann auf seinem Atze hat große Probleme – die Zwei sind einfach kein Team heute.

Die 29-jährige Julia Engelbrecht versucht ihrer Masterrolle gerecht zu werden, kennt aber die Strecke nicht. Letztlich übergibt „Charly“ seine Kutschenzügel und steigt selbst aufs Pferd. Schließlich hat er sich die Strecke ausgedacht. Mit dem dritten Master bekommt die Jagd nun endlich die Ruhe und Ausgeglichenheit, die sich alle wünschen.

Gegen Mittag ist kurze Rast am Wald bei Sternberger Burg.Inge Ott empfängt alle mit einem herbstlich dekorierten Büfett. Die gelernte Bäckerin hat mehrere Bleche Zwiebelkuchen, Apfel- und Pflaumenkuchen gezaubert. Innerhalb einer halben Stunde ist alles verputzt.

Höhepunkt der Jagd ist das Abjagen des Fuchses in der zweiten Runde. Die gut gelaunten Kremsergäste postieren sich am Berg, auf dem der Galgen mit dem Fuchsfell steht. „Charly“ führt den Trupp um den Berg herum. Plötzlich ruft einer: Es geht los. Im gestreckten Galopp preschen die Reiter hoch. Die erste Reiterin greift daneben, die zweite schafft es. Weitergaloppierend hält die diesjährige Reiterkönigin Katrin Huff auf dem Arabermix Dawina den Fuchsschwanz hoch.

Nach dem Schüsseltreiben, mit dem Jagdhorn von Rainer Papajewski aus Jürgenshagen eingeleitet, löst sich die Jagdgesellschaft schließlich nach einem aufregenden Tag nach und nach auf.

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