Bützow : Reinfahren und entspannen

Unbeschwert Reisen: Bahnfahren ist mit dem Rollstuhl in Bützow bald kein Problem mehr.
Unbeschwert Reisen: Bahnfahren ist mit dem Rollstuhl in Bützow bald kein Problem mehr.

Die Bahn will im 2. Halbjahr 2015 barrierefreie Triebwagen zwischen Bützow und Ueckermünde einsetzen

von
05. März 2015, 19:22 Uhr

Bützow Heute  ist es wieder einmal so weit. Rollstuhlfahrerin Andrea Groß möchte mit der Deutschen Bahn nach Güstrow reisen. Doch ohne fremde Hilfe ist das für die Bützowerin nicht zu machen. Denn mit ihrem Rollstuhl kommt sie nicht allein in die Regionalbahn. Das soll sich aber voraussichtlich  im zweiten Halbjahr 2015 ändern, wie jetzt das Schweriner Energie-Ministerium informiert. Die Deutsche Bahn AG will dann „barrierefreie Triebwagen im Teilnetz Ost-West“ einsetzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die ersten modernen Reisewagen sollen auf dem Streckenabschnitt Bützow-Ueckermünde die Fahrt aufnehmen.

Rückblende:  „Einsteigen und entspannen“ –  Andrea Groß würde  diesen Slogan der Deutschen Bahn gerne in die Tat umsetzen. Doch da hat sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn seit über einem Jahren ist das nicht mehr möglich. Seit dem Fahrplanwechsel Ende 2013 kann sie nicht mehr so unbeschwert reisen, wie zuvor. Der Grund: Nicht mehr das Bahnunternehmen Ostseelandverkehr (Ola) ist im Einsatz, sondern wieder die Deutsche Bahn. Und die hat keine so modernen Reisezüge wie der Ola zuvor (SVZ berichtete).

Bei den Reisewagen des Ola sei der Einstieg auf einer Höhe mit den Bahnsteigen, erzählt  Andrea Groß. „Da bin ich mit meinem Rollstuhl einfach reingefahren. Heute bin ich nun wieder auf die Hilfe von Bahnmitarbeitern angewiesen. Die müssen meinen schweren Rollstuhl auf eine Hebebühne schieben. Da bin ich total eingeengt.“ Auch in den Waggons selbst sei alles viel zu eng.

„Das ist toll“, freut sich die Bützowerin, als die Bützower Zeitung  sie  über die Neuigkeiten aus dem Schweriner Ministerium informiert.  Denn sollte es nach über einem Jahr endlich dazu kommen, hätte sie wieder ein wenig mehr Eigenständigkeit, wäre nicht auf Hilfe angewiesen.

Aber noch immer ist für Behinderte auf dem  Bützower Bahnhof nicht alles im grünen Bereich. Denn noch immer gibt es  keinen Aufzug. Und damit sind Menschen mit Handicap wie Andrea Groß oder alleinreisende Eltern mit Kinderwagen auf das Service-Personal der Bahn angewiesen, wenn sie von den Bahnsteigen 2 oder 3 abreisen bzw. dort ankommen.  Denn sie müssen den Übergang über die Gleise am Ende der Bahnsteige passieren. Doch das dürfen sie nicht allein, sondern nur unter Aufsicht von Bahnmitarbeitern.  Die  wurden aber vor Jahren in Bützow abgeschafft. Und so muss Andrea Groß nach wie vor Reisen mit der Bahn viele Tage vorher planen, damit dann Bahnmitarbeiter nach Bützow kommen, um ihr zu helfen.  Wann sich daran etwas ändert, da blieb die Bahn in den zurückliegenden Jahren immer wieder eine genaue Antwort schuldig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen