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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 19:39 Uhr

Bützow : Regen verteuert Bahnhofprojekt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Erster Planungsentwurf vorgestellt: Alter Kanal erfordert gesonderte Lösung für Abwasser

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Die geplante Neugestaltung des Bahnhofsareals könnte bedeutend teurer werden als angenommen. Ausschlaggebend dafür sind zwei Gründe. Zum einen gibt es eine kontaminierte Teilfläche. Die größte Herausforderung jedoch ist die Beseitigung des Regenwassers.

Ende vergangenen Jahres hatte Bützow das Areal zwischen Bahnhofsgebäude (in Privatbesitz) bis einschließlich Lokschuppen von der Deutschen Bahn für 25 000 Euro erworben. Ziel ist es, dort einen zentralen Verkehrsknotenpunkt zu errichten (SVZ berichtete). Ein Wunsch, der schon lange auf der Agenda der Stadt steht, aber aufgrund der Eigentumsverhältnisse bisher nicht realisiert werden konnte. Nun ist der Weg frei, zumal auch das Schweriner Energieministerium Fördermittel in Aussicht gestellt hat.

Das Ingenieurbüro Falk Krüger und Holger Sell aus Schwaan habe einen Planungsentwurf erarbeitet. Die Ingenieure haben auch die Arbeiten am Schwaaner Bahnhof begleitet, wie Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses in dieser Woche informierte. Die Ausschussmitglieder konnten nun einen Blick auf die ersten konkreten Ideen werfen. Einbezogen für die Umsetzung sind dabei der bereits befestigte Pkw-Parkplatz sowie die bisher unbefestigte Fläche am Lokschuppen, auf der ebenfalls viele Berufspendler ihre Autos abstellen.

Geplant seien drei Bushalteplätze parallel zum Bahnsteig 1. Bahnreisende würden von dort über einen Gehweg direkt auf den Bahnsteig gelangen. Auf der Fläche davor könnten insgesamt rund 100 Pkw-Stellplätze entstehen. Platz für Grün sei bei dieser Variante nicht.

Das moniert vor allem Gudrun Lidzba (CDU). Dafür hat Falk Krüger eine zweite Variante vorbereitet. Bei der würde die Fläche ein wenig „lockerer“ gestaltet. Das ginge natürlich zu Lasten der Anzahl der Parkplätze. Etwa 20 weniger müsste n einkalkuliert werden. Ein Thema, das aber in den kommenden Diskussionen noch genauer erörtert werden könne.

Wichtiger sei eine andere Entscheidung. Es wurde festgestellt, dass es Probleme beim Abfluss des Regenwassers gibt. Im gesamten Bahnhofsviertel gibt es nur Mischwasserkanäle, also kein getrenntes System für Ab- und Regenwasser. Deshalb müsste das anfallende Regenwasser gesammelt und dann mit Verzögerung ins Netz geleitet werden. Dafür wäre ein unterirdisches Rückhaltebecken die Lösung. Doch das lässt die Kosten in die Höhe schnellen.

Ein weiteres Problem: Auf einer Teilfläche des Areals ist ist der Boden kontaminiert. „Dort soll mal eine Tankstelle gestanden haben“, so Bauamtsleiterin Doris Zich. Boden, der gesondert abgefahren werden muss.

Das Gesamtprojekt beinhaltet aber auch überdachte Fahrradständer und eine öffentliche Toilette. Damit soll das Problem mit der derzeitigen gelöst werden, denn die ist ständig defekt (SVZ berichtete).

Insgesamt war die Stadt bisher von einer Investitionssumme von rund 500 000 Euro ausgegangen. Bei einer 75-prozentigen Förderung bliebe für Bützow ein Eigenanteil von 125 000 Euro. Der war so auch im Doppelhaushalt mit eingeplant, sagt Christian Grüschow. Nach den neuesten Schätzungen könnte das Projekt aber nun rund eine Million Euro kosten. „Das Energieministerium hat auch dafür die Fördermittel in Aussicht gestellt“, so Grüschow. Jedoch bedeute das für Bützow, den Eigenanteil auf rund 250 000 Euro zu erhöhen. Das bedürfe einer neuen Entscheidung der Stadtvertreter.

Die Diskussion im Bauausschuss war ein Anfang. Sie soll jetzt vorangetrieben werden, denn nach Möglichkeit möchte die Stadt noch im Sommer mit den Bauarbeiten beginnen. Dafür sind aber weitere Planungen notwendig.

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