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Bützower Zeitung

21. November 2017 | 22:31 Uhr

Bützow : Ratsarmenhaus soll Archiv werden

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Eines der ältesten Gebäude der Stadt ist stark sanierungsbedürftig / Nun soll ein Konzept zur künftigen Nutzung her

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Das Ratsarmenhaus in der Kirchenstraße in Bützow ist eines der ältesten Gebäude der Stadt, das auch den großen Stadtbrand von 1716 überstanden hat. Mit dem Ratsarmenhaus begann auch die Geschichte der Bützower Miniaturstadt. Es war das erste Gebäude, das im Maßstab 1:10 nachgebildet wurde. Das Original befindet sich aber seit Jahren in einem bedauernswerten Zustand. Der Tornado am 5. Mai 2015 hat dem historischen Gebäude weiter zugesetzt, erhebliche Schäden verursacht. Um es nicht ganz dem Verfall preiszugeben, erfolgte eine Notsicherung. Doch die wird nicht von langer Dauer sein. Deshalb will die Stadt jetzt Nägel mit Köpfen machen und das Haus umfassend sanieren. Danach soll dann das Stadtarchiv in der Kirchenstraße 2 untergebracht werden. So die Pläne.

Zuvor hatte die Stadt geprüft, ob das Haus zu Wohnzwecken genutzt werden kann. „Bei einer Sanierung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und dem größtmöglichen Erhalt der historischen Bausubstanz sind nur sehr ungünstige Wohnungszuschnitte möglich“, heißt es in der Beschlussvorlage, über die die Stadtvertreter am kommenden Montag beraten. So hätte die Prüfung ergeben, dass im Obergeschoss nur eine Raumhöhe von 2,19 Meter möglich ist, dass auf dem Grundstück kein Platz für notwendige Nebengelasse ist und auch „keine Stellfläche angeordnet werden“ könne. „Eine Vermietbarkeit wird unter den vorgenannten Gründen sehr schwierig sein“, heißt es in den Unterlagen.

Die geplante Nutzung als Stadtarchiv ergebe sich aus mehreren Faktoren. Derzeit befindet sich das Archiv in der ehemaligen Schule in Tarnow. Da dort keine Heizung vorhanden ist, seien die „klimatischen und hydrologischen Bedingungen nicht optimal“. Außerdem seien lange Anfahrtswege und damit ein großer Zeitaufwand notwendig, wenn auf Akten zurückgegriffen werden muss oder diese archiviert werden müssen. Auch gebe es keine sanitären Anlagen in dem Gebäude in Tarnow.

Der Bauausschuss folge der Empfehlung der Verwaltung. „Der kulturhistorische Wert des Ratsarmenhauses ist unbestritten“, sagt Wolfgang Wehrmann (EB), der die Sitzung des Ausschusses leitete. Es gehe zunächst um eine Machbarkeitsprüfung für eine öffentliche Nutzung des Hauses. Dabei sollte aber auch eine mögliche Nutzung des historischen Gebäudes als interkulturelles Zentrum in die Überlegungen mit einfließen, schildert Wehrmann die Debatte im Bauausschuss. Ein solches Konzept gibt es gegenwärtig für ein anderes Haus am entgegengesetzten Ende der Kirchenstraße – das Haus Nummer 36. Auch dieses Haus soll saniert und einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Auch dazu sollen die Stadtvertreter am kommenden Montag eine Grundsatzentscheidung treffen.

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