Bützow : Ratgeber und Weggefährten

Die guten Seelen des Beratungszentrums: Melitta Raddatz (v. l.), Katarina Zander und Ulrike Paetow. Das Genogramm wird in der Familienberatung genutzt, um die Beziehungsgeflechte der einzelnen Familienmitglieder aufzuschlüsseln.
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Die guten Seelen des Beratungszentrums: Melitta Raddatz (v. l.), Katarina Zander und Ulrike Paetow. Das Genogramm wird in der Familienberatung genutzt, um die Beziehungsgeflechte der einzelnen Familienmitglieder aufzuschlüsseln.

Tag der Begegnung im Beratungszentrum der Diakonie / Angebote chronisch unterfinanziert

svz.de von
28. September 2017, 05:00 Uhr

Mehr als 200 Neuvorstellungen gehen im Jahr im Bützower Beratungszentrum der Diakonie ein. Eine große Hemmschwelle, bei Problemen die Berater aufzusuchen, gebe es nicht mehr, sagt Einrichtungsleiterin Ulrike Paetow, die vor allem für die Schwangeren- beziehungsweise Schwangerenkonfliktberatung zuständig ist. Um Einblicke in seine Arbeit zu geben, hat das Team des Beratungszentrums gestern einen Tag der Begegnung veranstaltet. Interessierte hatten die Möglichkeit, sich in den Räumen im Rühner Landweg umzuschauen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

Die Bützower Beratungsangebote der Diakonie sind seit Ende letzten Jahres unter einem Dach versammelt. Neben der Schwangerenberatung gibt es in Bützow eine Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Erziehungsberatung sowie Beratung bei Trennung und Scheidung. Katarina Zander berät vor allem in Erziehungsfragen. „Viele Eltern stellen es sich so vor, dass sie ihre Kinder herbringen und dann arbeiten wir mit ihnen und alle Probleme sind gelöst“, erzählt sie. Dabei seien eigentlich die Eltern der Schlüssel. „Ich arbeite überwiegend mit den Erwachsenen. Denn sie sind die Basis. Wenn die wackeln, wackeln die Kinder automatisch auch“, so Katarina Zander.

Den Anfang der Beratung markiert ein Erstgespräch, bei dem in der Regel schnell klar ist, ob jemand sich auf weitere Treffen einstellen muss, sagt Katarina Zander. „In vielen Fällen, gerade im Erziehungsbereich, sind zwei oder drei Treffen nicht ausreichend.“ Sollte die Beratung ausgedehnt werden, müssen die Ratsuchenden zunächst aber einen Antrag über den Landkreis stellen. Denn finanziert wird dieser Beratungsbereich vom Jugendamt.

Die Finanzierung ist für die Arbeit der Beratungsstelle das größte Problem. Besonders im Bereich Ehe-, Familien- und Lebensberatung sei es oft schlecht mit dem Geld, sagt Ulrike Paetow. Erst im vergangenen Jahr herrschte auch im Bereich der Schwangerenberatung große Verunsicherung. Denn Ende des Jahres mussten alle Träger, die diese in MV anbieten, nochmal ein Interessenbekundungsverfahren mitmachen, sich quasi beim Landesamt für Gesunheit und Soziales für diese Beratung neu anbieten. Ulrike Paetow: „Die Stellen wurden neu ausgeschrieben, das war für alle eine große Verunsicherung.“ So war auch erst Ende des Jahres klar, dass die Schwangerenberatung weiter angeboten werden kann. Diesem bürokratischen Prozedere ist auch ein Jubiläum zum Opfer gefallen: Das Beratungsangebot bestand zu diesem Zeitpunkt in seinem Kern bereits seit 25 Jahren. Durch die unsichere Situation sei das Jubiläum auf dieses Jahr verlegt worden, so Ulrike Paetow.

Nach mehr als einem Vierteljahrhundert ist das Beratungszentrum nicht mehr aus Bützow wegzudenken. Das betonte auch Hauptamtsleiter Frank Endjer in seinem Grußwort. Die Mitarbeiter seien für viele Menschen Ratgeber, Wegweiser und auch Weggefährten.

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