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Bützower Zeitung

13. Dezember 2017 | 17:56 Uhr

Qualitz : Qualitz: Geschichten am Lehmofen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ortschronist und SVZ-Autor Christoph von Fircks aus Warin las eigene Geschichten im alten Pfarrhaus von Gudrun und Ernst Schützler

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Die Holzscheite knistern im Ofen, gedämpftes Licht, brennende Kerzen, Rotwein und Orangensaft in Gläsern, ein Bier – viel mehr braucht es nicht, um einen gemütlichen Sonnabend-Winterabend zu verbringen. Genau das sagten sich Gudrun und Ernst Schützler. Doch damit die Stille nicht zu groß wird, luden sie sich Hobby-Schriftsteller Christoph von Fircks aus Warin und natürlich Gäste ein. Es wurde ein kurzweiliger Abend im alten Pfarrhaus Qualitz und das war den Geschichten von Christoph von Fircks zu verdanken.

Es war nicht der erste „Auftritt“ des Wariners in Qualitz. Die Schützlers und von Fircks lernten sich über die gemeinsame ehrenamtliche Arbeit im Naturpark Sternberger Seenland kennen und schätzen. Der studierte Geophysiker Christoph von Fircks (Bergakademie Freiberg), kam bereits 1949 nach Warin. Die Eltern wurden während des Zweiten Weltkrieges aus dem Baltikum vertrieben, zunächst ins polnische Warthegau, wo von Fircks 1943 geboren wurde, dann wurde die Familie in Mecklenburg heimisch.

Schon früh begann der heute 73-jährige mit dem Schreiben. Das war zu jener Zeit, als die beiden Kinder noch klein waren. Es entstanden Sacherzählungen, Tiergeschichten. „Der schwarze Mammut“, „Der Quastenflosser vom Inselsee“ oder „Der letzte Säbelzahntiger“ – Bücher, die vor, aber auch nach der Wende im Kinderbuchverlag erschienen sind. Heute schreibt von Fircks Geschichten vom Alltag der Menschen, von dem, was er erlebt, sieht und was ihm dabei in den Sinn kommt. „Die besten Geschichten entstehen im Koppe“, lässt er seine Frau in einer der Erzählungen sagen. Und dabei schafft es der Autor, der seit vielen Jahren auch als Ortschronist seines Heimatortes unterwegs ist und auch als Autor der SVZ, das Heute und Hier mit Ereignissen der Vergangenheit zu verknüpfen, Geschichte in ganz persönliche Geschichten zu verpacken.

Da ist zum Beispiel der Kloben aus Lindenholz, den von Fircks in einer Fuhre von Brennholz für den Kamin entdeckt und ihn an Barlachs Werke erinnert. Im Gedanken sieht er sich schon selbst mit Schnitzwerkzeug aus diesem Stück Holz Figuren gestalten, wie es einst der große Barlach tat. Doch davon weiß seine Frau nichts und wirft den schnitzbereiten Lindenkloben ins Feuer.

Die Geschichten des Wariners zeigen einen Autor, der sein Umfeld, die Menschen und ihre Eigenarten sehr genau studiert. Die Erzählungen sind hintersinnig, immer mit einem Schuss Ironie, sie nehmen dabei die Schwächen der Menschen aufs Korn, ohne dabei verletzend zu sein. Und Christoph von Fircks versteht es vor allem, auch über sich selbst zu lachen.

In einem Buch sind die Geschichten leider nicht zu finden. Er mag nicht die große Öffentlichkeit, schreibt aber natürlich nicht nur für sich. Die kleine Bühne, den unmittelbaren Kontakt mit den Zuhörern, sucht er, wie auch an diesem Abend im alten Pfarrhaus in Qualitz.

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