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Bützower Zeitung

14. Dezember 2017 | 01:57 Uhr

Bützow : Projekt hilft Eltern in der Region

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Das Netzwerk „Frühe Hilfen“ unterstützt Mütter und Väter, die ihre Kinder aus eigener Kraft nicht ausreichend versorgen können.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Frühzeitig unterstütztend in die Kindesentwicklung einwirken, Angebote schaffen und vor allem über deren Existenz informieren – dieses Ziel hat sich das Projekt „Frühe Hilfen“ gesetzt. Das vor zwei Jahren gegründete Netzwerk regionaler Organisationen will Eltern unterstützen, um deren Kindern eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Das Projekt ist mit im Lokalen Bündnis für Familie in der Region Bützow angesiedelt. Sozialpädagogin Ulrike Paetow, Mitarbeiterin der Diakonie Güstrow, stellte es bei der Jahrestagung des Lokalen Bündnisses vor.

Zielgruppe seien zwar alle Väter und Mütter, vorrangig aber jene, die ihre Nachkommen nicht aus eigener Kraft ausreichend versorgen können. Dies kann aus großen Belastungssituationen, psychischen Beeinträchtigungen sowie mangelnder Bildung aber auch zunehmend entstehender Armut heraus der Fall sein, erklärte Paetow. „Was so selbstverständlich klingt, können eben nicht alle Eltern leisten“, gab sie zu Bedenken.

Eltern können sich in einer Vermittlungsstelle zu regionalen Angeboten informieren und beraten lassen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Noch befinde man sich in den Kinderschuhen, gab Paetow zu und beantwortete damit auch eine Frage von Gudrun Radziwolek, Leiterin der Käthe-Kollwitz-Schule Bützow. Diese wollte wissen, inwiefern nach zweijähriger Arbeit Ergebnisse zu messen seien. Sie erlebe in der Schule noch immer Fünftklässler, deren Eltern kein Frühstück mitgeben oder Schüler die aufgrund von Unterzuckerung umkippen oder keine Schulmaterialien dabei haben.

Derzeit profitiere die Schule noch nicht direkt von der Arbeit, so Paetow weiter. Nach der Anfangsphase, bei der sich Netzwerkmitglieder wie beispielsweise Lebenshilfe oder Diakonie erst aufeinander einstellten, werde es nun konkreter. Zudem setze die Arbeit vor der Geburt der Kinder an und begleite Kleinkinder zwischen null und drei Jahren.

Hinzu komme, dass die Zielgruppe eben jene Eltern seien, die besonders schwer zu erreichen sind. Die Hilfsangebote seien rein freiwillig. Die Eltern würden also nicht gedrängt, die Netzwerkmitglieder greifen nicht aktiv in die Erziehung ein. Stattdessen wolle man gezielt dieKompetenzen der Eltern fördern, zeigte die Pädagogin sich von der Wichtigkeit des Netzwerkes überzeugt.

Wie diese Kontaktpunkte hergestellt werden und ob die Flüchtlingsproblematik eine Rolle spiele, erfragte Stadtvertreter Joachim Fiedler (SPD). Türöffner seien oftmals Hebammen, die in engen Kontakt mit werdenden Eltern treten und Hilfsangebote kommunizieren können. „Wir gehen nicht in die Häuslichkeit, Hebammen schon“, so Paetow.

Flüchtlinge kämen „im Rahmen der Schwangerenberatung zu uns“, erklärte Paetow. Auf diese hätten Flüchtlinge unter Auflagen das gleiche Anrecht wie deutsche Staatsbürger.

Hilfe suchten die Asylbewerber aber auch direkt in dern Vermittlungsstellen. So seien bereits zwei Mal Familien auf Paetow zugekommen, die offensichtlich traumatisiert seien und entsprechende Betreuung suchten.

„Da kommt was auf uns zu“, kommentierte Ulrike Paetow abschließend.

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