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Bützower Zeitung

17. Dezember 2017 | 20:51 Uhr

Zernin : Premiere: Dinner unterm Kreuz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Verein und Kirchengemeinde gehen neue Wege, um für einen guten Zweck Geld einzuwerben / Kirchturm-Sanierung ist notwendig

von
erstellt am 01.Feb.2015 | 16:44 Uhr

Kerzen brennen vor dem Holzkreuz in der Zerniner Kirche. Langsam füllt sich das Kirchenschiff. Menschen reden leise miteinander. Soweit  ist alles ganz normal.

Doch an diesem Sonnabend ist doch alles ganz anders. In der kleine Kirche sind zwei Tischreihen aufgebaut. Festlich gedeckt. Und als Ralf Schröder den Deckel der dunklen Suppenterrine leicht anhebt, schwebt der Duft der Dinkelsuppe durch den beheizten Kirchenraum. Zum ersten Mal findet in  Zernin ein Kirchendinner statt.

Sicher, ein ungewöhnlicher Ort für ein Dinner... Vielleicht auf den ersten Blick. Pastorin Helga Müller schärft den Blick für die Geschichte. Früher wären die Menschen auch zusammengekommen, zum Beten, zum Singen und zum Abendmahl in ihren Häusern, „als sie noch keine Kirchen hatten. Nun haben wir eine Kirche. 2008 feierten wir 775 Jahre Zernin“, so Pastorin Müller. Sechs Jahre zuvor, am 3. Februar 2002, war die sanierte Kirche wiedergeweiht worden, nachdem sie viele Jahrzehnte dem Verfall Preis gegeben worden war.

Erst mit der Gründung des Verein „Zerniner Kircheninitiative“ (ZEKI) wurde der Wiederaufbau Mitte  der 1990er-Jahre angeschoben.  Fast zehn Jahre vergingen, bis die Idee Wirklichkeit wurde.  Initiatorin und Gründungsmitglied des Vereins war damals Elke Oetjens. Auch sie ist an diesem Sonnabend  in die Kirche gekommen. Das Kirchendinner war auch für sie zum Anfang eine ungewöhnliche Idee. „Doch es ist gut so“, sagt sie. Denn es ist ein Wohltätigkeitsdinner ... zugunsten der Kirche.

Elke Oetjens bestätigt, als  das Kirchenschiff ein neues Dach bekam, blieb der Kirchturm außen vor. Der wurde auch später als die eigentliche Kirche errichtet, sagt Pastorin Helga Müller. „Vor etwa 150 Jahren. Und nun ist das Dach kaputt, muss repariert werden.“

Die Idee zum Kirchendinner hatte Koch Ralf Schröder, neuer Vorsitzender des Vereins. Der Küchenmeister hat  das Drei-Gänge-Menü angerichtet. Nun kann das Wohltätigkeitsdinner beginnen. 

Gekommen sind u.a. auch Renate und Michael Daniel aus Rühn. „Wir haben dort im Kloster ein kleinen Laden ,Art & Finesse’, bieten selbst gemachte Liköre“, erzählt  Renate Daniel. Man sei auf „Werksspionage“, sagt sie und lacht. „Nein, wir wollen vielleicht mal etwas gemeinsam mit Ralf Schröder machen.“ Doch das ist eine Geschichte. Nun genießen die Daniels und alle andere Gäste u.a. Dinkelsuppe, Truthahnbrust und Mecklenburger Grütze nach Schröder’sche Art.

Ein Auftakt für die Turmsanierung. „Wir wollen das jetzt ganz gezielt angehen“, hatte bereits im Vorfeld Pastorin Helga Müller angekündigt.

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