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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 22:51 Uhr

Bernitt : Polizeistunde in der Schule

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Präventionsberaterin der Inspektion Güstrow sprach mit Schülern über das Internet

von
erstellt am 18.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Entwicklung der Handytelefonie ist in den zurückliegenden Jahren enorm vorangeschritten. „Wenn in einer 6. Klasse 20 Schüler sind, haben 18 bis 19 ein Smarthphone“, sagt Carola Johannsen von der Polizeiinspektion Güstrow. Das habe Vorteile, berge aber auch viele Risiken, gerade für Jugendliche. Welche? Darüber sprach die Polizeioberkommissarin gestern mit Schülern der 6. bis 8. Klasse der Regionalen Schule Bernitt.

Präventionsarbeit wird an der Bernitter Schule groß geschrieben. Als Sozialarbeiterin Sigrun Kinzel vor acht Jahren an die Schule kam, habe es bereits die ersten Veranstaltungen zum Thema mobile Telefonie und Internet gegeben, erinnert sie sich. Das Thema sei aktueller denn den je. „Was mit Handys heute möglich ist, daran haben wir vor drei, vier Jahren noch gar nicht gedacht“, sagt Sigrun Kinzel.

Seit etlichen Jahren ist die Polizeioberkommissarin immer wieder an der Bernitter Schule zu Vorträgen und Gesprächen mit den Schülern. „Es geht um die Medienkompetenz und darum, wie ich mich im Netz verhalte“, sagt Carola Johannsen. Und damit könne man nicht früh genug beginnen. In Bernitt führt sie bereits solche Veranstaltungen mit den vierten und fünften Klassen durch. „Da geht es erst einmal um grundsätzliche Sachen und darum, eine Vertrauensbasis aufzubauen“, sagt die Präventionsberaterin der Polizei.

In den Klassen 6 bis 8 wird es dann konkreter. Gestern behandelte sie die ganze Bandbreite des Internets in Verbindung auch mit der Nutzung des Smarthphones. Die Vorteile liegen auf der Hand. Schüler sind zum Beispiel für ihre Eltern schnell erreichbar. Die Schüler können selbst bestimmen, was sie sehen möchten. Jeder habe einen „individuellen Faden“, wie er sich durch das Netz klicke, erklärt Carola Johannsen. Kinder und Jugendliche können sich ausprobieren und testen.

Dem gegenüber stehen zum einen gesundheitliche Risiken, machte die Präventionsberaterin deutlich. Es gehe um Sucht, also wenn jemand überdurchschnittlich viel im Netz unterwegs ist. Es gehe um mögliche gesundheitliche Folgen der Handynutzung. Carola Johannsen verweist zum Beispiel auf die Auswirkungen, die bläuliches Licht im Dunkeln auf die Augen hat. Ihr Tipp an die Schüler: „Schaltet das Handy nachts ab. Nutzt einen ganz normalen Wecker.“ Dabei gehe es nicht nur um die Lichtquelle, sondern auch um die Strahlung, die von einem Handy ausgehe. Auch die könnten zu Schlafstörungen führen.

Aber besonders schärfen wollte Carola Johannsen die Sinne der Schüler, ihren Umgang im Netz genau zu hinterfragen. Da gehe es um das Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild, um Cybermobbing, um verbotene, gewaltverherrlichende Aufnahmen, um das Verbreiten einer eigenen politischen Meinung, um das unerlaubte Downloaden von Videos und Musik. „Denkt bitte daran: Was im Netz ist, ist im Netz“, erklärte Carola Johannsen den Schülern und zeigte dazu auch kleine Filme und Darstellungen, die die ganze Bandbreite der Gefahren im Netz mit sich bringen.

Sozialarbeiterin Sigrun Kinzel kennt all das aus ihrer täglichen Arbeit in Bernitt. Es gebe schon Schüler, die sich mit Problemen an sie wenden. Auf die Frage der Präventionsberaterin, wie viele Eltern sich wirklich dafür interessieren, was ihre Kinder dort im Netz treiben, gingen nur vereinzelt die Hände hoch. „Das hat mich schon erschreckt“, sagt Sigrun Kinzel. Deshalb sei es gut, dass das Thema immer wieder aufs Tablett kommt.

Schulleiterin Kathrin Diesterbeck geht mit ihren Überlegungen noch weiter, denkt daran, das Thema vielleicht einmal auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit den Eltern zu vertiefen. „Wir müssen zeigen ,Wir sind wachsam’“, sagt Sigrun Kinzel.

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