Demokratie leben : Politik in der Hand von Schülern

Wollen Schwaan für Jugendliche gestalten: Lehrerin Maren Lüth (v. l.), Christian Schultze, Lukas Röhm, Niklas Roth, John Pardeyke, Sanny Schröder, Lisa Starck und Jugendclubleiter Jörg Quandt. Den Wahlzettel für ihre Abstimmung haben die Jugendlichen selbst entworfen.
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Wollen Schwaan für Jugendliche gestalten: Lehrerin Maren Lüth (v. l.), Christian Schultze, Lukas Röhm, Niklas Roth, John Pardeyke, Sanny Schröder, Lisa Starck und Jugendclubleiter Jörg Quandt. Den Wahlzettel für ihre Abstimmung haben die Jugendlichen selbst entworfen.

Die „Jugend für Schwaan“ will Projekte für jüngere Generationen durchsetzen

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20. September 2017, 05:00 Uhr

Politik ist Erwachsenensache? Nicht, wenn es nach der Initiative „Jugend für Schwaan“ geht. Zehn Teenager haben sich darin zusammengefunden, um in ihrer Heimatstadt etwas zu bewegen. Seit ihrer Gründung im Sommer haben die Jugendlichen konkrete Ziele erarbeitet, die sie für ihre Altersgenossen durchsetzen wollen. Im Fokus steht dabei die Freizeitgestaltung. Ein Skaterpark, eine Badestelle und regelmäßige Partys im Jugendclub stehen auf der Prioritätenliste ganz oben. Für welches dieser drei Angebote sich die Gruppe dann bei den Stadtvertretern einsetzt, wird ganz demokratisch entschieden. Morgen können Jugendliche aus Schwaan in der Aula der Prof.-Franz-Bunke-Schule abstimmen, was ihnen am wichtigsten ist.

Die Gründung der Gruppe ist im Rahmen des Projektes „Demokratie leben“ erfolgt. Das Ziel dahinter sei es, den Jugendlichen politische Mechanismen nahezubringen, sagt Lehrerin Maren Lüth, die die Mädchen und Jungen gemeinsam mit Jugendclubleiter Jörg Quandt unterstützt. „Wir wollen, dass junge Leute Demokratie leben lernen. Dazu gehört auch, welche Strukturen dahinter stecken. Es ist unsere Aufgabe, sie in dieser Hinsicht anzuleiten“, so Maren Lüth. So sei es wichtig zu wissen, welcher Ausschuss für die Belange der Jugendlichen zuständig ist und über welche Ebenen die Entscheidungsprozesse ablaufen. „Das macht dann anschaulich, dass von einer Idee bis zu ihrer Umsetzung oft ein langer Atem nötig ist.“

Teil des Projektes war auch eine Fahrt nach Berlin, wo der Bundestag und die Gedenkstätte Hohenschönhausen besucht wurden. In letzterer wurden die Teilnehmer der Fahrt, zu denen neben den Jugendlichen auch Vertreter der Stadt und diverse Vereinsmitglieder aus Schwaan gehörten, von einem Zeitzeugen, der in Stasihaft saß, herumgeführt. „Sie sollen eben auch lernen, dass Demokratie, wie sie es von jeher kennen, ein hohes Gut und keinesfalls selbstverständlich ist.“

Die morgige Abstimmung ist für die Jugendlichen nun der erste offizielle Schritt in ihren kommunalpolitischen Bemühungen. Zu diesem Anlass haben sie selbst Wahlzettel entworfen. „Es können zwei Kreuze gemacht werden, wir zählen dann aus, welchen unserer drei Vorschläge die Schwaaner Jugendlichen favorisieren“, erklärt John Pardeyke. Der Schüler engagiert sich in der Gruppe, weil das Mensa-Projekt ihm gezeigt hat, dass auch Ideen von Schülern umgesetzt werden.

Neben den bereits formulierten Vorschlägen können die Jugendlichen, die sich an der Abstimmung beteiligen, auch eigene Ideen anbringen. Einbringen können sich auf diese Weise alle Jugendlichen aus Schwaan, nicht nur die Schüler der Bunke-Schule. Das betrifft auch das Engagement in der Gruppe „Jugend für Schwaan“. „Es sind auch Schüler dabei, die aufs Gymnasium gehen. Denn das Projekt betrifft die gesamte Jugend von Schwaan“, sagt Maren Lüth.

Noch steckt die Gruppe in den Kinderschuhen. Doch für die Zukunft haben die Jugendlichen bereits große Pläne geschmiedet. So soll ein Jugendparlament gegründet werden. „Wir wollen so regelmäßig mit den Stadtvertretern in Kontakt treten, als Sprachrohr für die Jugendlichen der Stadt“, sagt John Pardeyke.

Einen genauen Zeitpunkt für die Gründung des Gremiums haben die Jugendlichen bislang noch nicht festgelegt. Erst einmal wollen sie die Abstimmung abwarten. „Wir hoffen auch, dass wir noch mehr für uns gewinnen können. Denn je mehr wir sind, desto mehr können wir erreichen“, sagt Gründungsmitglied Lisa Starck.

Die Ergebnisse der Abstimmung, die morgen um 17 Uhr beginnt, präsentiert die Gruppe im Anschluss dem Bürgermeister und den Stadtvertretern. Und damit stehen sie schon mitten auf der politischen Bühne der Stadt.

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