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Bützower Zeitung

24. November 2017 | 23:25 Uhr

SChwaan : Plattdeutsche Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Jürgen Sievert hat Ereignisse aus seinem Leben in einem kleinen Band niedergeschrieben

von
erstellt am 10.Feb.2017 | 12:00 Uhr

„Ich habe mein eigenes Buch herausgebracht“, sagt Jürgen Sievert. Was für Prominente normal ist, ist für Otto-Normalverbraucher eher selten. Der 86-jährige Schwaaner hat Erinnerungen aus seinem Leben zu Papier gebracht. Aber nicht in Hochdeutsch, sondern auf Platt.

Der rüstige Senior ist in Schwaan aufgewachsen und dort auch zur Schule gegangen. Später arbeitete er als Betriebs-Ingenieur in Rostock. Die plattdeutsche Sprache habe ihn all die Jahrzehnte begleitet, erzählt er.

„Sülwst Erläwtes, Jungsstreiche un poor lustige Geschichten tau’m Grien’n un Hoegen“ lautet der Titel des Buches. Dafür hatte Jürgen Sievert keine Vorlage. Es gibt kein Tagebuch oder dergleichen. Vielmehr sind die Texte aus der Erinnerung heraus entstanden. So seien die Geschichten nicht konstruiert, denn das Leben schreibt manches Mal die schwierigsten und auch lustigsten Geschichten selbst, sagt Sievert. Zum Beispiel das Titelfoto. Sievert geht mit seinem Enkel spazieren. Der Enkel: „Du Opi, ich sag Jürgen zu dir. Aber nicht Mama sagen.“ Antwort: Meinetwegen. Ich sage nichts.“ Das sei wirklich passiert, sagt Sievert.

Auf einem Laptop hat er die Erinnerungen geschrieben, gestaltet und auch Fotos aus der jeweiligen Zeit oder passend zum Thema eingebaut. Dann hat er alles als kleines Buch selbst ausgedruckt. „Es ist einfach nur für mich“, sagt Jürgen Sievert. Seine Kinder können auch nicht Plattdeutsch sprechen. „Wenn ich aus dem Buch lese, muss ich es für sie wieder ins Hochdeutsche übersetzen“, sagt der Schwaaner. Und so hat er auch für die, die nicht Platt verstehen, am Ende eine kurze Inhaltsangabe in Hochdeutsch angefügt.

Dei sünd nich konschtrruiert, denn dat Läwen schriwwt männichmal dei schwierigsten un lustigsten Geschichten sülwst.

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