Amt Bützow-Land : Planer bekommt sein Fett weg

Einsatzfahrzeuge sind ein Knackpunkt bei der Bestandsaufnahme der Wehren. Und für Fördermittel werden in den Gemeinden die Brandschutzbedarfspläne benötigt. Die sollten längst fertig sein.
Einsatzfahrzeuge sind ein Knackpunkt bei der Bestandsaufnahme der Wehren. Und für Fördermittel werden in den Gemeinden die Brandschutzbedarfspläne benötigt. Die sollten längst fertig sein.

Weitere Verzögerung bei Erarbeitung der Brandschutzbedarfspläne

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29. Februar 2020, 05:00 Uhr

Den Gemeinden den Spiegel vorhalten, Bedarfe und Notwendigkeiten aufdecken – das soll der Brandschutzbedarfsplan, der für jede Feuerwehr aufgestellt werden muss. Bis auf Penzin haben alle Gemeinden des Amtes Bützow-Land die Ausarbeitung des Plans an das Büro Gerd Meyer übertragen. Doch das hätte die Brandschutzbedarfspläne eigentlich längst fertig haben sollen. Nun war Gerd Meyer vom Planungsbüro im Amtsausschuss – und bekam für die Verzögerungen sein Fett weg.

Ingenieur hat die Arbeit unterschätzt

Erst einmal entschuldigte sich Gerd Meyer dafür, die Arbeit nicht termingerecht für die Amtsgemeinden erledigt zu haben. Er habe gedacht, bei kleinen Gemeinden würde ein Brandschutzbedarfsplan kleiner ausfallen. Aber auch hier seien es immer so um die 50 Seiten. Das Amt habe ihm eine Nachfrist bis zum 30. April gegeben. „Wir sind bemüht, die Leistungen vertragsgemäß zu erbringen“, sagte der Brandschutzingenieur. Unter anderem führte er an, dass er voriges Jahr schwer erkrankt sei. Ihm sei aber bewusst, dass das für das Amt kein Grund sein müsse. Aktuell befinde sich das Büro mit zahlreichen Gemeinden in der Feinabstimmung.

Mit der Gemeinde Jürgenshagen sei eine solche Feinabstimmung bereits erfolgt, so Gerd Meyer. „Sie sagen, es ist abgestimmt worden. Die Wehrführer sagen aber, dass davon nichts eingearbeitet worden ist“, sagte Katrin Röhrs, Bürgermeisterin von Jürgenshagen. Er müsse das prüfen, antwortete Meyer.

Lutz Ritter, Bürgermeister von Warnow, äußerte Enttäuschung. Zur Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeugs für die Warnower Wehr hätte der Plan vorliegen sollen, um weitere Fördermittel zu ermöglichen. Gesehen habe er den Brandschutzbedarfsplan aber noch nicht.

Enttäuschung auch bei Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka. Sie fasste zusammen, dass es mit Bernitt frühestens Ende April in die Feinabstimmung gehe. Dann werde der überarbeitete Plan dem Landkreis vorgelegt. Dieser regt Änderungen an, die eingearbeitet werden müssen. Und erst dann geht der Plan zum Beschluss in die Gemeindevertretung. „Dann sind wir vielleicht im Oktober durch und haben ein Jahr Verzug, das funktioniert einfach nicht. Wir brauchen den Brandschutzbedarfsplan für Fördermittel.“

Ebenfalls Enttäuschung bei Bützows Bürgermeister Christian Grüschow. „Am 17. Juni 2016 haben wir mit den Wehrführern zusammengesessen und seitdem haben wir von Ihnen nichts gehört“, polterte er in Richtung Meyer. Und die dort präsentierten Ergebnisse seien auch nur dürftig gewesen. Er wisse zwar nicht, wie die Qualität des überarbeiteten Plans aussieht, geht aber davon aus, nochmal ranzumüssen – „wenn Sie dann endlich liefern“. Für den Schicksalsschlag des Planers wünschte Grüschow alles Gute. Und dennoch gehe es um den Brandschutzbedarfsplan.

Grüschows Fazit: „Das war nichts“

Christian Grüschows Fazit bisher: „Das war nichts.“ Viele Mitglieder des Ausschusses stimmten zu. „Wir sind auf Ihre Arbeit angewiesen“, betonte Bützows Bürgermeister. Deswegen appelliert er noch einmal eindringlich: „Sie sollen Ihre Arbeit ernst nehmen.“

Und wann passiert mal etwas für die Wehren Passin und Klein Belitz, wollte Bürgermeister Friedemann Preuß wissen. Er versuche auch dafür die Frist einzuhalten, so Gerd Meyer.

„Sie haben gesagt, Sie schaffen das“, so Amtsvorsteher Eckhard Krüger. So wollte er das auch zu Protokoll gegeben wissen. Ihm sei bewusst, dass das für den Planer ein „Kampfauftrag“ sei. Aber den zeitlichen Verzug habe er selbst verschuldet.

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