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Bei Klein Gischow entsteht ein riesiger "Ökoteich" : Pilotprojekt für saubereres Wasser

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Ein Pilotprojekt für die Renaturierung der Beke startet bei Klein Gischow. Mit Hilfe einer Landesförderung von fast 300 000 Euro entsteht dort ein 5000 Quadratmeter großes Retentionsbecken.

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erstellt am 26.Feb.2013 | 09:51 Uhr

Klein Gischow | Ein Pilotprojekt für die Renaturierung der Beke startet bei Klein Gischow. Mit Hilfe einer Landesförderung von fast 300 000 Euro entsteht dort einseitig der Beke ein 5000 Quadratmeter großes, lang gestrecktes Retentionsbecken - ein Wasserrückhaltebecken. "Darin sollen die Nährstoffe, die aus dem Drainagewasser kommen, abgebaut werden", sagt Rüdiger Barz, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Warnow-Beke.

Gerade die Beke, deren Wasser in die Warnow und von dort aus weiter in die Ostsee fließt, sei ein sehr belastetes Gewässer, sagt er. Zurückzuführen sei dies darauf, dass zu DDR-Zeiten rechts und links des Flusses besonders viele Drainagen auf den Feldern eingezogen wurden, da der Acker dort hochwertig war und besonders gute Voraussetzungen für hohe Erträge bot. Durch die vielen Drainagen in dem Bereich läuft jetzt von den Äckern besonders viel stickstoffhaltiges Wasser in die Beke. Es enthält Dünge-Rückstände von den Äckern und fördert das Pflanzenwachstum im Wasser.

Das Drainagesystem von den Äckern mündet letztendlich in einem größeren Abfluss in die Beke. Und genau an der Stelle soll das Retentionsbecken entstehen, das wie ein "Ökoteich" funktioniert und das für ganz Mecklenburg-Vorpommern ein Testprojekt ist. "Das nährstoffreiche Wasser aus den Drainagen durchfließt das Becken, in dem sich Pflanzen befinden, die besonders viele Nährstoffe aufnehmen können und die diese in pflanzeneigene Bestandteile umwandeln", erläutert Barz. Am Zufluss und Abfluss des Retentionsbeckens werde gemessen, wie hoch der Nährstoffgehalt ist. "Dadurch soll die Wirksamkeit des Teiches festgestellt werden", sagt Rüdiger Barz. Das Projekt sei ein Pilotprojekt in unserem Land und soll, wenn die Ergebnisse überzeugen, auch an anderen Stellen nachgenutzt werden. Da sich die Pflanzen in dem lang gestreckten Becken entlang der Beke durch den hohen Nährstoffeintrag sehr stark entwickeln, müssen diese auch "alle paar Jahre gemäht werden", so Rüdiger Barz.

Von besonderer Bedeutung sei das Projekt zur Säuberung des Wassers auch deshalb, weil die Beke in die Warnow fließt und die Warnow das Trinkwassereinzugsgebiet für Rostock sei. Auch an der Tessenitz, die bei Krugland in die Beke mündet, sind Renaturierungsmaßnahmen, allerdings nicht im Zusammenhang mit dem Pilotprojekt, sondern zur Umsetzung der Wasser-Rahmenrichtlinie, geplant.

"Die Tessenitz wird teilweise in ihr altes Bett zurück gelegt", sagt Bürgermeisterin Elfriede Schmidt. Auch dies sei "ein Beitrag zur Qualitätserhöhung unserer Fließgewässer". Und dies sei dringend notwendig, sei doch die Tessenitz heute "ein relativ totes Gewässer". Im Zuge der Renaturierung soll zwischen Wokrent und Wokrenter Bruch ein etwa acht Hektar "selbst aufwachsender Waldkorridor" entstehen, durch den die Wasserqualität verbessert wird.

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