Bauprojekt : Pflegeheim auf der grünen Wiese

Auf diesem Grundstück soll das Pflegeheim gebaut werden.
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Auf diesem Grundstück soll das Pflegeheim gebaut werden.

Der Bützower Volker Hefftler plant Erweiterung der Einrichtung am Schloss. Stadtvertreter entscheiden über Pläne.

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04. Mai 2017, 05:00 Uhr

Der Bützower Arzt Volker Hefftler möchte ein zweites Altenpflegeheim bauen. Und zwar unmittelbar neben der Villa Rose, die er im vergangenen Jahr umfangreich saniert und restauriert hat. Die Stadtvertreter sollen dafür am kommenden Montag über die 9. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Bützow sowie über einen Aufstellungsbeschluss eines „Vorhabenbezogenen Bebauungsplans ,Pflegeheim am Schloß Haus II‘ “ entscheiden. Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten dem Vorhaben auf ihrer Sitzung in dieser Woche bereits mehrheitlich zu.

Die Nachfrage nach Pflegeheimplätzen sei enorm, sagt Volker Hefftler. „Ich habe schon eine lange Warteliste“, so der Bützower. Deshalb spiele er schon lange mit dem Gedanken, das bestehende Pflegeheim am Schlossplatz zu erweitern. „Wir standen deshalb schon seit eineinhalb Jahren im Gespräch für geeignetes Bauland“, sagte Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) im Bauausschuss. Die Suche gestaltete sich schwierig.

Parallel dazu und völlig unabhängig zu den Erweiterungsplänen gab es zwischen dem Bützower Investor und der Stadt Gespräche über einen Flächentausch. Hintergrund: Im Zuge der Neugestaltung des Rosengartens soll es auch eine separate Fußgängerbrücke über die Warnow geben und zwar in Höhe der heutigen Behelfsbrücke vor dem Pflegeheim. Die befindet sich auf dem Grundstück des Pflegeheimes. Volker Hefftler stellte diese Fläche zur Verfügung, ebenso einen Streifen vor der Villa Rose. Damit besteht jetzt die Möglichkeit, beim Bau der neuen Aalfangbrücke auch auf der nördlichen Seite einen Geh- und Radweg zu bauen. Im Gegenzug erhielt der Bützower Investor die Wiese neben der Villa Rose, zu einem Gutachterpreis.

Zu diesem Zeitpunkt, im Mai 2016, hatte die untere Baubehörde des Landkreises auf Nachfrage der Stadt eine Umwidmung der Wiese als Bauland kategorisch abgelehnt, erklärte der Bürgermeister. Vor allem der Hochwasserschutz hätte da eine Rolle gespielt. Doch Volker Hefftler gab sich damit nicht zufrieden. Er ließ von der Bützower Umweltfirma Biota ein Gutachten erstellen. „Die hat signalisiert, dass eine Bebauung dort durchaus möglich sei“, so Volker Hefftler.

Er plant parallel zur Wismarschen Straße einen ebenerdigen Flachbau, in der Mitte jedoch mit einem zweigeschossigen Mittelteil. Im hinteren Bereich gibt es vier sternenförmig angeordnete ebenerdige Anbauten, wie bereits beim Haus I praktiziert. „Es entstehen 80 Pflegeheimplätze sowie 60 bis 70 Arbeitsplätze“, sagt Volker Hefftler.

Im Bauausschuss kritisierte Wolfgang Wehrmann (EB), dass das Land als Wiese verkauft und nun zu Bauland umgewidmet werden soll. Er forderte eine Nachbesserung beim Kaufpreis, auch wenn er das unternehmerische Risiko bei Hefftler sieht. Eine Forderung, für die Jörg Krone (UBB) überhaupt kein Verständnis hatte. „Dieses Projekt tut der Stadt gut. Und es bringt der Stadt auf lange Sicht Einnahmen und Arbeit.“

Erst durch die Initiative von Volker Hefftler sei eine Entwicklung dieser Fläche möglich. Darauf verwies Christian Grüschow. Die Stadt hätte das nie angepackt, hätte sich das auch nie leisten können, so der Bürgermeister. „Wir sind nicht in der Position für einen Deal. Jedoch können beide Seiten nur gewinnen“, sagt Grüschow.

Verbesserungen bei dem Projekt wünschen sich Axel Ulrich (CDU) und Mario Göldenitz (berufener Bürger/CDU). Dies bezogen sie insbesondere auf die Frontansicht. Volker Hefftler machte deutlich, dass sich das Projekt erst am Anfang befindet. Außerdem stehen die Häuser nicht direkt an der Straße, sondern deutlich zurückgesetzt. Es seien jedoch erst Vorplanungen, mit dem Ziel, Baureife und letztlich die Baugenehmigung zu erlangen. Allein dafür investiert er schon jetzt rund 90 000 Euro. „Ich weiß jetzt noch nicht, wie es ausgeht“, so Hefftler. Er spricht von einer Investitionssumme von rund sechs Millionen Euro. Wenn alle Genehmigungen vorliegen, könnte mit dem Bau im Frühjahr 2018 begonnen werden.

Sechs der acht Ausschussmitglieder gaben den Stadtvertretern mit auf den Weg, für die beiden Beschlüsse zu stimmen. Wolfgang Wehrmann und Mario Göllnitz enthielten sich.

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