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Bützower Zeitung

20. September 2017 | 00:19 Uhr

Parkanlage mit Blick in die Landschaft

vom

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erstellt am 10.Jun.2010 | 09:35 Uhr

Klaber | Zehn, zwölf Kraniche, die noch eben auf dem Feld nahe dem Wasser standen, fliegen auf und passen haargenau in das Bild einer traumhaften mecklenburgischen Landschaft: Wiesen, Felder, Wasser, dazwischen Hecken mit blühenden Schlehen. Diesen Blick genießen Ina und Albrecht von Lowtzow in Klaber ganz besonders gern. An manchen Abenden könne man sich kaum trennen, gestehen beide. Gern wollen sie jetzt andere an ihrem Glück, an ihrer Liebe zur Landschaft und zum Garten teilhaben lassen. Am 12. und 13. Juni bietet die Aktion "Offenen Gärten in Mecklenburg-Vorpommern" Gelegenheit zum Besuch des Hofes Klaber.

Im vierten Jahr der Aktion verzeichnet der dahinter stehende Verein wiederum einen neuen Teilnehmerrekord. 112 Gärten stehen an jenem Juni-Wochenende Besuchern offen. Die Palette reicht vom Kräutergarten über den Bauern- und Rosengarten bis hin zu Parkanlagen. Neugierige treffen auf leidenschaftliche Pflanzensammler ebenso wie auf Öko-Gärtner und solche, die gern Kunst und Natur in ihrem Refugium miteinander verbinden. "Die Vielfalt macht den Reiz der aus England stammenden Idee der offenen Gärten aus", stellt Ina von Lowtzow (57) fest. "Deshalb sind wir dabei", fügt ihr Mann Albrecht (72) hinzu.

Rosen und Sträucher mit Fundstücken kombiniert

Vor zehn Jahren bauten die von Lowtzows ihr Haus auf eine Wiese in Klaber. "Mein Vater war der letzte Besitzer des Rittergutes", erzählt Albrecht von Lowtzow. Das Gutshaus habe man gewollt, schließlich aber nicht zurückgekauft. Heute sei er froh darüber.

Vor und hinter dem Haus an einem Hügel verwirklicht das Ehepaar seine Vorstellungen von einem ländlichen Garten. "Es ist kein Bauerngarten und auch kein Gemüsegarten", sagt Ina Lowtzow und will keine falschen Erwartungen wecken. Es sei ein Park, den man nach und nach gestalte. Gruppen mit Flieder, Rhododendren, Zypressen und Ginster gliedern die Fläche. Ein lauschiger Sitzplatz duckt sich unter Obstbäumen. Ein kleiner Pavillon mit einer Bank davor erlaubt auf dem höchsten Punkt der Anlage den Blick in die Landschaft; im kühlen Mai auch mal durch die Fenster. "Wir leben und wohnen im Garten", betont Alfred von Lowtzow, der einen kleinen Tick hat. Dort, wo es ihm besonders gefällt, hinterlässt er ausgesuchte Steine, die er mit blauer Farbe hervorhebt. An Ideen mangelt es ihm überdies nicht. Alte Steinstufen vom Gutshof hat er senkrecht in den Park gestellt und lässt nun eine Rose daran Halt finden. Vor dem Haus hat er sechs Eichenpfähle aufgepflanzt. "Wenn Herr Duvenstester so etwas macht, ist es Kunst. Mich fragt man: Was ist das? Ich weiß es auch nicht", schmunzelt der 72-Jährige. Auch ein alter Malstein und eine Eule finden ihren Platz auf dem Hof. Vieles sind Erinnerungsstücke, Geschenke von Freunden und Nachbar sowie Mitbringsel aus Orten, wo die Lowtzows einst wohnten.

So hält es Ina von Lowtzow übrigens auch mit ihren Rosen, an denen sie besonders den Duft schätzt. Ihre handelsüblichen Bezeichnungen kennt sie kaum, tragen sie für sie doch die Namen von Menschen und Orten.

Ein bisschen bedauern die von Lowtzows, dass sie ganz neu begonnen haben. "Der Anlage fehlt ein alter Baumbestand, aber den können wir nicht her zaubern", sagt Albrecht von Lowtzow. Viele Bäume hat er bereits gepflanzt, was ihre Wirkung im Ensemble betrifft, muss er sich gedulden.

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