Leaderprogramm : Paradebeispiel Rühner Kloster

Konzerte ziehen viele Menschen auf das Gelände des Rühner Klosters. Die Einnahmen bilden dann Eigenanteile für Restaurierungsarbeiten an dem historischen Gebäude. Sanierte Räumlichkeiten ziehen Pächter an, die wiederum Angebote für die Öffentlichkeit schaffen. Durch diese Mehrwerte profitieren viele. Dies entspricht dem Konzept des Leader-Programms. Deswegen ist das Rühner Kloster nun zum Leitprojekt für die kommende Förderperiode auserkoren worden. Es wird mit 142 000 Euro für Fassadenarbeiten unterstützt.
Konzerte ziehen viele Menschen auf das Gelände des Rühner Klosters. Die Einnahmen bilden dann Eigenanteile für Restaurierungsarbeiten an dem historischen Gebäude. Sanierte Räumlichkeiten ziehen Pächter an, die wiederum Angebote für die Öffentlichkeit schaffen. Durch diese Mehrwerte profitieren viele. Dies entspricht dem Konzept des Leader-Programms. Deswegen ist das Rühner Kloster nun zum Leitprojekt für die kommende Förderperiode auserkoren worden. Es wird mit 142 000 Euro für Fassadenarbeiten unterstützt.

Der Komplex ist Leitprojekt der -Förderperiode 2018/19 und erhält 142 000 Euro / Recknitzer Kirche soll für Jedermann saniert werden

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08. November 2017, 05:00 Uhr

Die Würfel sind gefallen, die Projektträger für Leader-Förderungen im Realisierungszeitraum 2018/19 wurden von der Lokalen Aktionsgruppe auserkoren. Insgesamt fließen 1 373 453,20 Euro von der EU in den Altkreis Güstrow, die jedoch noch vom Staatlichem Amt für Landwirtschaft und Umwelt bestätigt werden müssen. Leitprojekt wird dabei das Kloster Rühn.

Der Klosterverein darf mit 142 184,87 Euro rechnen, die in die Fassadensanierung des Süd- und Ostflügels fließen werden. Der Bescheid von Leader bringt „eine gewisse Beruhigung und Freude“ mit sich, so Vereinsvorsitzender Hans-Georg Harloff. Wenn alles gut geht und die beiden Fassaden wieder flott gemacht worden sind, dann wäre die Hülle des Klosters komplett saniert.

Trotz aller Freude sieht Hans-Georg Harloff auch ein Problem. Denn die Kostenschätzung, auf der der Leader-Förderantrag beruhte, ist schon circa drei Jahre alt. Und Firmen, die Bauarbeiten ausführen, werden nicht billiger. „Alles ist teurer geworden“, so der Vereinsvorsitzende, gleichzeitig auch Bürgermeister. Wie groß die Freude am Ende wirklich ausfällt, zeigt sich erst, wenn die Ausschreibungen erfolgt sind. Ein weiteres Problem, das nicht nur in Rühn eines ist, sind die erforderlichen Eigenanteile. Denn Projekte sind maximal mit 90 Prozent förderfähig.

Dreimal zuvor wurde das Rühner Kloster bereits in Leader-Förderperioden berücksichtigt, nun ist es Leitprojekt. Eine Bestätigung für die Arbeit jedes einzelnen Vereinsmitgliedes. Das Kloster ist ein Paradebeispiel für ein Leader-Projekt. Denn der Klosterverein schrieb sich laut Harloff drei Sachen auf die Fahnen: den Verfall stoppen, spekulative Verkäufe unterbinden (Klosterverein ist seit 2008 Eigentümer), das Kloster mit Leben erfüllen und dabei der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. „Das Ziel ist eine langfristige und nachhaltige Entwicklung“, sagt Hans-Georg Harloff.

Der Verein ist auf dem besten Wege, die Ziele zu erfüllen. Inzwischen wird fast das gesamte Erdgeschoss genutzt, es gibt bereits vier Pächter. Ein historisches Gebäude wird gewahrt, Gastronomen, Kunsthandwerker, Referenten nutzen die Räumlichkeiten, Menschen profitieren davon, die ganze Umgebung hat etwas davon – genau das will Leader. Und für all das waren und sind Fördermittel unabdingbar. „Leader ist für uns unwahrscheinlich wichtig“, so Harloff.

Zu den Begünstigten der Leader-Förderung gehören unter anderem auch die Kirchengemeinde Laage, der Güstrower Tourismusverein und die Weihnachtskrippen-Stiftung.

„Wir sind total froh, dass die Leadergruppe unser Projekt Kirche Recknitz befürwortet“, sagt Thomas Kretschmann, Pastor der Christophorus-Kirchengemeinde Laage. Ziel sei es, den Kirchenraum und somit die Kirche insgesamt vielfältig und neu für alle Generationen erlebbar zu machen. Es soll ein Ort der Stille und Lebendigkeit, der Freude und des Trostes, der Begegnung und der Entdeckung werden, erklärt Kretschmann. Dazu sei der Innenraum zu sanieren. Es bedürfe aber auch einer Heizung, einer Beleuchtung und einer Multimediaausstattung, um beispielsweise Musikveranstaltungen Raum zu geben. Schon lange hatte die Kirchengemeinde nach einem zukunftsträchtigen Konzept für die bauhistorisch wertvolle Kirche im kleinen Dorf Recknitz gesucht. „Es ist ein großes Konzept mit neuen Ideen, das wir derzeit mit der Denkmalpflege abstimmen“, informiert Kretschmann. Rund 400 000 Euro sind für das Vorhaben veranschlagt. Die Förderung aus Leader-Mitteln würde sich auf 290 000 Euro belaufen, was in diesem Jahr den größten Posten darstellt.

Rein formal hätte das Vorhaben in Laage eine Förderung von 400 000 Euro erhalten können. Das ist nämlich die Obergrenze für Kommunen und öffentliche Antragsteller. Privatpersonen können maximal 200 000 Euro gefördert bekommen. Dass es nicht das Maximum wurde, davon profitiert auch die Gemeinde Klein Belitz. Denn diese plant, einen Spielplatz in eine Begegnungsstätte umzuwandeln. Neben weiteren Spielgeräten sollen Sitzbänke und Tische aufgestellt werden, sodass Jung und Alt, aber auch Radtouristen zueinander finden.

Da dieses Projekt (Leader-Fördersumme: 17 520,41 Euro) in der Prioritätenliste auf Rang 15 und damit hinter der Kirche Recknitz liegt, wäre es in diesem Jahr nicht berücksichtigt worden, wenn die Kirche das Maximum an Fördermitteln erhalten hätte. Der Topf wäre nämlich leer gewesen.

Überblick über weitere geförderte Projekte in der Region

Bützow/ Güstrow Insgesamt werden im Altkreis Güstrow 16 Projektvorhaben mit Leader-Mitteln bedacht. Neben dem Kloster Rühn als Leitprojekt, der Feldsteinkirche Recknitz und dem Spielplatz in Klein Belitz (siehe oben) werden unter anderem folgende weitere Projekte gefördert:

• Anschubfinanzierung für ein Logistikzentrum der Meck-Schweizer im Altkreis Güstrow; Antragsteller: Die Meck-Schweizer GmbH; Kurzbeschreibung: Die Regionalvermarktungsinitiative  verbindet Angebot und Nachfrage von regionalen Erzeugnissen mit Hilfe einer Internetplattform. Konkret sollen die Personalkosten für zwei Mitarbeiter in der Logistik gefördert werden (für 2018 und 2019); Fördersumme: 85 728,64 Euro

• Entwicklung der Städtischen Galerie Wollhalle zu einem regionalen (Veranstaltungs-)Zentrum; Güstrow Tourismus e.V.; Für die weitere Entwicklung der Städtischen Galerie Wollhalle in Güstrow als Standort für das Projekt „Genüssliches Güstrow“ sollen Marketingprodukte gefördert werden. Für die diversen Veranstaltungen, die über Erzeuger regionaler Produkte informieren oder auch Touren zu den Erzeugern, sollen Flyer, Banner, Messestände gefördert werden; 26 732,26 Euro

• Restaurierung der Deckenmalerei aus dem 18. Jahrhundert und der klassizistischen Architekturdarstellung/Wandfries in der Heilig Geist Kirche Güstrow; Weihnachtskrippen in Heilig Geist - Mechthild und Dr. Rudolpf Ringguth-Stiftung; Vorgesehen ist die Restaurierung der Schäden an der Deckenmalerei  auf einer barocken Holzbalkendecke sowie die Schäden an den Putzflächen des klassizistischen Wandfries. Die Kirche beherbergt ein Weihnachtskrippenmuseum; 27 000 Euro

• Kulturbahnhof Laage; Uwe Oelschlegel; Im Erdgeschoss des ehemaligen Bahngebäudes (einige Wohnungen in oberen Etagen) sollen Seminar- und Veranstaltungsräume entstehen und das Herzstück des Gebäudes bilden. Hier soll „Frei“ Raum geschaffen werden, der für Begegnungen und vielfältige Veranstaltungen Platz bietet (Vereine, Workshops, für Tanz-, Sportgruppen; Kino-, Musik- oder Literaturabende). Konkret gefördert werden soll der Ausbau von zwei großen Seminarräumen, Sanitäranlagen, eine große Küche sowie ein barrierefreier Zugang; 108 446,58 Euro

• Erneuerung Badesteg Klein Upahl; Gemeinde Klein Upahl über Amt Güstrow-Land; Der Steg am Groß Upahler See muss grundhaft erneuert werden. In den vergangenen 15 Jahren wurden immer nur Ausbesserungsarbeiten vorgenommen; 26 660,40 Euro

• Ausbau Badestelle Bülower Burg; Gemeinde Gutow über Amt Güstrow-Land; In Gutow/Bülower Burg am Parumer See befindet sich eine öffentliche Badestelle. Die vorhandene Steganlage ist stark verwittert und so stark beschädigt, dass zu Beginn der Badesaison die Planken entfernt werden mussten. Geplant ist neben der Förderung für eine neue Steganlage auch die Gestaltung der Badestelle (Toilettenhäuschen, Beachvolleyballanlage, Spielgeräte, Bänke, Fahrradständer und behindertengerechte Stellplätze); 84 944,36 Euro

• Vertreibung, Flucht und Heimat – Wolhynien als Spiegel der Zeit; Heimatverein Linstow e.V.; Gemeinsam mit den Schulen in der Region plant das Heimatmuseum Linstow  die Entwicklung eines Ganztagsschulangebotes zum Thema Migration. Die in Linstow dargstellte Geschichte der Wolhynier-Umsiedlung wurde in den vergangenen Jahren zunehmend verknüpft mit aktuellen Migrationsfragen. Gerne möchte man die angestoßene Arbeit, die bisher nur im Ehrenamt lief, professionalisieren und ein qualifiziertes pädagogisches Konzept erarbeiten. Beantragt wird die Förderung der Personalkosten für eine Fachkraft für zwei Jahre; 89 403,95 Euro

(Alle Angaben laut Leader Region Güstrower Landkreis)

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