Schwaan : Orgel pfeift aus dem letzten Loch

Die Orgel muss restauriert werden: Kirchenmusikerin Inge Lass-Adelmann sitzt hier an der Winzer-Orgel in der St.-Pauls-Kiche in Schwaan.
Die Orgel muss restauriert werden: Kirchenmusikerin Inge Lass-Adelmann sitzt hier an der Winzer-Orgel in der St.-Pauls-Kiche in Schwaan.

Instrument in der St.-Pauls-Kirche besteht aus vielen Originalteilen.

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19. November 2019, 19:00 Uhr

Holzwürmer, ausgeleierte Tasten, sonstiger Verschleiß und minderwertiges Material: Die Winzer-Orgel in der St.-Pauls-Kirche in Schwaan ist in die Jahre gekommen. Das Instrument stammt von Friedrich Wilhelm Winzer aus dem Jahr 1860. Und die bisher letzte Reinigung und Reparatur ist auch schon wieder 17 Jahre her. Pastor Heiner Jungmann weist außerdem darauf hin, dass die Dachsanierung vor zwei Jahren für weiteren Schmutz gesorgt habe.

„Jede der gut 1000 Pfeifen muss angeschaut und gestimmt werden“, sagt Pastor Heiner Jungmann (Foto: Caroline Awe). Die Kirchengemeinde hat die Orgelwerkstatt Kristian Wegscheiders für Herbst nächsten Jahres beauftragt, das Instrument zu restaurieren. Die Gesamtkosten betragen nach einem Gutachten rund 150 000 Euro. Die kleine Kirchengemeinde muss etwa ein Drittel der Summe berappen. Den Rest teilen sich die Landeskirche und der Kirchenkreis.

Hoffentlich reicht das Geld

Vor Ort hat sich bereits der Förderkreis für die Kirche Schwaan gegründet, der Geld für die Restaurierung einwirbt. Zurzeit steht die Registrierung des Vereins beim Amtsgericht an. Der Pastor hofft, dass die Rücklage im Haushalt der Kirchengemeinde und der Betrag aus dem Förderverein bis zum Start der Restaurierung ausreichen. Im Moment hat der Verein etwa 12 000 Euro eingeworben.

Besonders zeit- und damit kostenintensiv wird es sein, „Verunstaltungen durch verschiedene Elektroinstallationen“ rückgängig zu machen, schreibt der Orgelbauer aus Dresden. Aber auch die ausgespielten Tasten – besonders an den Pedalen – bedeuten einige Arbeitsstunden.

Orgelbank muss repariert werden

Weitere Baustelle: Die Orgelbank muss repariert werden, denn sie knarrt. Standard ist eigentlich auch, dass sie in der Höhe verstellt werden kann. Das geht bisher nicht, soll endlich möglich werden. Wie aufwendig die Reparatur der Windladen wird, kann der Experte gar nicht im Voraus sagen. Zwar scheine die Orgel den heißen und trockenen Sommer 2018 besser überstanden zu haben als so manch andere Kirchenorgel in Mecklenburg.

Aber diese Schäden zeigten sich wie die Holzwurm-Löcher erst nach dem Abbau einiger Teile. Wenn genügend Geld übrig bleibt, sollte die Orgel Kristian Wegscheider zufolge das Prospekt, die Vorderansicht, wieder Zinnpfeifen erhalten. Die einstigen Pfeifen hatten 1917 für Kriegszwecke herhalten müssen, der Ersatz ist aus Zink. Sieht ähnlich aus, klingt aber nicht so gut. Insgesamt ist die Liste der Arbeiten ellenlang. Die Orgelbauer werden 2020 in der Kirche einiges zu tun haben. Dann werden die Gottesdienste im Pfarrhaus stattfinden.

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