Selow : Offene Ställe an Biohöfen

Die Bruderhahnküken von Hofleiterin Anna Propp kommen langsam in die Pubertät. Diese Phase erleben leider nicht viele ihrer Artgenossen.
Die Bruderhahnküken von Hofleiterin Anna Propp kommen langsam in die Pubertät. Diese Phase erleben leider nicht viele ihrer Artgenossen.

Am Sonnabend können Besucher im Zuge der Bio-Landpartie die Hufe8 als einen von über 60 Biobetrieben besichtigen

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21. September 2017, 06:00 Uhr

Die Hufe8 macht sich als landwirtschaftlicher Biohof für ein ganzheitliches Denken und Handeln stark. „Zu jeder Henne gehört auch ein Hahn. Die Brudertiere der heutigen Legehennen werden meistens kurz nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet, da sie nicht als Masttiere geeignet sind. Wir gehören der ‘Bruderhahn Initiative Deutschland’ an. Deshalb mästen wir auch unsere männlichen Küken 22 Wochen lang“, erklärt Hofleiterin Anna Propp. „Geschlachtet werden sie später trotzdem, aber uns ging es darum, das sinnlose Töten der Tiere zu beenden.“

Die Hufe8 ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der seine Produkte nach den strengen Richtlinien des „demeter“-Verbandes biologisch-dynamisch erzeugt. Der Hof achtet besonders auf die artgerechte Tierhaltung und zeichnet sich durch eine symbiotische Kreislaufwirtschaft aus. Seit 2013 bewirtschaften Anna und Lukas Propp den alten Familienhof, auf dem sie Angusrinder, Legehennen und eben auch Bruderhähne halten. Zwar haben die Bruderhähne gegenüber den typischen Masthänchen den Nachteil, weniger Fett anzusetzen, doch auch ihr Fleisch ist verzehrbar. Um den daraus resultierenden wirtschaftlichen Nachteil auszugleichen, kosten die Eier der Legehennen 4 Cent mehr.

Ein weiteres großes Stichwort des Hofes ist die Transparenz. Aus diesem Grund nimmt die Hufe8 am Sonnabend zum zweiten Mal an der Bio-Landpartie teil. Diese findet nun zum 10. Mal statt und lässt landesweit über 60 Biobetriebe in Mecklenburg-Vorpommern die Tore zu ihren Höfen öffnen. Besucher können sich so einen Tag lang ein Bild von den Abläufen in den Betrieben sowie dem praktischen Ökolandbau machen. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Angebote und Aktivitäten für die Gäste.

Während der Bio-Landpartie lassen sich auf der Hufe8 sowohl die Tiere als auch die Anlagen des Hofes begutachten. „Eine Besonderheit sind die transportierbaren Ställe. Bei uns wandern die Hennen mit der Fruchtfolge von Schlag zu Schlag mit. Deshalb sind sie in mobilen Ställen untergebracht. Das hat den Vorteil, dass kein Land verschwendet und der Boden optimal genutzt wird. Die Hühner düngen außerdem den Ackerboden, auf dem im nächsten Jahr das Futtergetreide für sie angebaut werden kann. Damit haben wir eine Doppelnutzung der Fläche“, sagt Anna Propp.

Weiterhin sind die Behausungen der Tiere optimal auf ihre Bedürfnisse angepasst. Sie genießen ganzjährigen Auslauf, können sandbaden und sich auch mal über mehrere Ebenen hinweg aus dem Weg gehen. Um eine 100-prozentige ökologische Fütterung und Sicherheit vor Dioxinbelastung zu gewährleisten, verfügt der Hof auch über eine eigene Futtermühle.

Wer der Hufe8 im Zuge der Bio-Landpartie einen Besuch abstatten möchte, darf sich über eine Hofführung durch alle Ställe freuen. Außerdem wird eine Kutschfahrt über das Gelände angeboten. Kinder können beim Eierlaufen mitmachen oder in einer Leseecke durch Hühnerbücher stöbern. Auch der hofeigene Laden wird mit seinen Bio-Angeboten geöffnet sein. Dort können sich die Besucher zudem ansehen, wie die Eier sortiert und verpackt werden. Für ausreichend Verpflegung sorgen Kaffee, Kuchen, Rührei, Hühnerfrikassee und das Bauernhofeis von René Weiß, der mit einem eigenen Stand vor Ort sein wird.

Die Bio-Landpartie geht an den einzelnen Biohöfen von 10 bis 17 Uhr.

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