Rühn : Öl aus Ingo Sanders` Mühle

In seinem Hofladen in der Öhlmühle im Kloster Rühn: Ingo Sander.
In seinem Hofladen in der Öhlmühle im Kloster Rühn: Ingo Sander.

Im Kloster presst und verpackt der Tarnower naturbelassene Produkte.

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29. Juli 2019, 12:00 Uhr

In der großen Halle tropft stetig Öl in einen Eimer. Gleich neben dem Eingang ist ein kleiner Laden. Auf dessen Tresen und im Regal stehen diverse Öl-Flaschen. Die Etiketten sind sehr ansprechend. Auf ihnen steht: Mariendistelöl, Leinöl, Rapsöl, Hanföl, Sesam-, Mohn- und Schwarzöl sowie Nachtkerzenöl.
Ingo Sander hat schon so einiges beruflich angepackt, bis er hier bei seiner Leidenschaft, dem Kaltpressen von Pflanzenölen, angekommen ist. Dazu beigetragen hat wohl auch das Pachten der Ölmühle des Klostervereins Rühn.

Eigentlich ist Ingo Sander aus Tarnow Tischler, war in den ersten Berufsjahren mit Verkauf und Kalkulation befasst. Im Jahr 1997 machte sich der heute 48-Jährige selbstständig. Er zog auf seinem Hof in Tarnow einen Weinhandel mit Fasanerie auf, hatte aber keine eigenen Flächen. Als die dazu kamen, erweiterte er sein Geschäft mit dem Gemüseanbau mit viel Möhren und Roter Beete.

2007 stellte er den Betrieb auf naturbelassene Produkte und den Anbau von Nachtkerzen, Färberdistel, Mohn und Lein um. Zehn Jahre später gab er diesen Teil wieder auf und begann, sein erstes Öl zu pressen. „Eigentlich wollte ich auf meinem Hof von 1856 eine zweite Mühle installieren. Das war baulich aber schwierig“, erzählte Sander. Dann ergab sich das hier mit Rühn auf dem Klosterhof. Hier war bereits eine Öl- und Senfmühle drin. 2013 zog er in die Halle mit der Ölpresse in Rühn ein. „Perfekt für meine Vorhaben. Ich bin heute froh, hierher gekommen zu sein“, sagt er.

Im Kloster Rühn produziert er also kalt gepresste, naturbelassene Öle aus Mariendistel, Nachtkerzen, Hanf, Senf, Mohn, Lein, Raps, Sesam. In erster Linie zu Ernährungszwecken, teilweise auch für die Kosmetik.

Ingo Sander experimentiert aber auch sehr gern. So ist er derzeit dabei, Holzöle verschiedenster Farben aus Pflanzenölen herzustellen. „Das müssen schnelltrocknende Öle sein, die zügig ins Holz einziehen und nicht ranzig werden“, erklärt er. „Schon das Arbeiten macht mir Spaß. Geht mal etwas daneben von diesem Öl, nimmt man die Finger, wischt das ab und hat überhaupt kein schlechtes Gefühl dabei.“

Natürlich fehlt ihm die Zeit für diese Experimente. Die Herstellung des Speiseöls hat Vorrang. Inzwischen hat er sich aber angewöhnt, weitestgehend nur so viel zu pressen, wie Bestellungen vorliegen. Dann muss er nach dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit dieses Öl nicht wegkippen. Die Haltbarkeit seiner Öle liegt zwischen einem Viertel- und einem ganzen Jahr. Das steht ganz genau auf den Etiketten, die er selbst am Computer entwirft und druckt. „Dabei geht zwar auch wieder Zeit drauf, aber da schalte ich auch mal richtig ab“, so der ehrenamtliche Bürgermeister von Tarnow.

Seine Öle sind inzwischen sehr gefragt. Die Kunden kommen aus Rostock, Schwerin, Wismar und Umgebung. Ingo Sander schickt die Öle auch nach Hause. Wer allerdings gern die Ölmühle besuchen, eine richtige Führung haben, seine Fragen gezielt an Ingo Sander richten und sich die Öle vor Ort aussuchen möchte, der kann auch Ingo Sander anrufen und einen Termin vereinbaren. Ingo Sander ist jeden Tag da – auch sonntags.

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