Bützow : Ökumene ist hier besonders stark

Pfarrer Bernd Wojzischke begleitete 13 Jahre lang die katholische Gemeinde in Bützow , deren Schutzpatron St. Antonius (im Hintergrund) ist.
Pfarrer Bernd Wojzischke begleitete 13 Jahre lang die katholische Gemeinde in Bützow , deren Schutzpatron St. Antonius (im Hintergrund) ist.

Mit Dankbarkeit verlässt Pfarrer Bernd Wojzischke die Warnowstadt / Tobias Sellenschlo tritt Nachfolge im Februar an

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10. November 2015, 08:00 Uhr

Bernd Wojzischke ist in dieser Woche damit beschäftigt, sein Hab und Gut in Kisten zu verpacken. Schon in den nächsten Tagen geht es für ihn nach Rendsburg, wo ihn eine neue Gemeinde erwartet. Nach vielen Jahren in der Warnowstadt fällt ihm der Abschied schwer.

Damals habe er sich erst auf seine Gemeinde hier einlassen müssen. „Es hat auch ein Kennenlernen gebraucht“, sagt er offen und: „Mir wurde sehr viel Vertrauen entgegengebracht.“

Den Weg sei er jedoch stets gemeinsam mit der Gemeinde gegangen, die hier „den Auftrag hat, als Christen für Jesus Zeugnis abzulegen“, so der Pfarrer, der sich auch immer mit den anderen Pastoren gut verstand. „Das habe ich immer als sehr besonders gesehen.“ Die Ökumene hier sei sehr stark.

Ein Beispiel dafür ist der ökumenische Chor, der am Sonntag zuerst bei seiner und später bei der Verabschiedung von Pastor Karl-Martin Schabow sang. Darüber hinaus gibt es eine gemeinsame Kindergartengruppe, in der Kinder aus christlichen Familien zusammenkommen.

Außergewöhnlich sei zudem die große Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter, die er lieber als freiwillige Helfer sieht. Schließlich würden sie aus freien Stücken einen Beitrag in der Kirche aber auch über die Gemeinde hinaus leisten, oftmals anderen Menschen helfen wollen. „Davon bin ich schwer beeindruckt“, sagt Wojzischke anerkennend. Auch war er oft Gastautor in der SVZ-Montagsrubrik „Gedanken zur Woche“.

13 Jahre verbrachte er in Bützow, betreute zudem die Gemeinde Schwaan und ab 2008 auch Sternberg. „Ich wurde in Schwaan übrigens schon vorher aufgenommen“, verrät er mit einem Lachen. Denn seine Einführung sei dort schon am Vormittag, in Bützow erst am Nachmittag gewesen. „Die Schwaaner hatten mich also etwas länger.“

Während diese bereits daran gewöhnt waren, keinen eigenen Pfarrer zu haben, war es damals eine neue Situation in Sternberg, nachdem der frühere Pfarrer in Ruhestand ging. Wojzischke erinnert sich gern an die gemeinsamen Arbeitseinsätze, „aber auch an die Gemeindefahrten, die wir gemacht haben“, erzählt er. „Das waren richtig schöne Erlebnisse“, so der Pfarrer. Denn zum einen seien die Orte, die er gemeinsam mit Gemeindemitgliedern besuchte, geistlich ein Erlebnis gewesen. Auf der anderen Seite bereitete ihm aber auch das gemeinsame Reisen große Freude. Darüber hinaus tat sich in den vergangenen Jahren viel rund um die Kirche.

So wurden beispielsweise der Hof gepflastert, das Gemeindehaus renoviert und auch die Mikrofonanlage in der Kirche erneuert. „Damit haben wir uns lange gequält“, sagt Wojzischke und muss lachen, als es um die Tonqualität in der Kirche geht. Viel wichtiger seien ihm neben den Äußerlichkeiten aber die Entwicklung an anderen Stellen wie der Seelsorge oder dem Religionsunterricht.

Als er von seiner Abberuffung erfuhr, ging ihm so einiges durch den Kopf. „Es fallen einem alle möglichen Gründe ein, die dagegen sprechen“, so der Pfarrer. Gleichzeitig vertraue er aber darauf, dass er in Rendsburg gebraucht werde und Gott ihn schickt. Sein Auftrag als Pfarrer sowie der Gemeinde hier würde sich dadurch nicht ändern. Letztere solle weiterhin den Glauben erfahrbar machen.

Dennoch werde er Bützow vermissen. „Ich gehe erstmal in Traurigkeit, weil es ein Abschied ist von vielen Leuten, mit denen ich verbunden war.“

In die Fußstapfen von Bernd Wojzischke tritt Tobias Sellenschlo, der im Februar nach Bützow kommt.

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