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Schautag in Dreetz : Obstbäume bekommen dritten Erziehungsschnitt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Viele Interessierte nutzten den Schautag in der Gemeinde Dreetz, um über den richtigen Baumschnitt zu lernen

von
erstellt am 04.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Äpfel und Birnen gab es am Sonnabend auf den Streuobstwiesen der Gemeinde Dreetz zwar nicht zu ernten. Dafür den Erfolg der Obstbaumpflege-Aktion in den vergangenen Jahren. Der Baumpfleger Uwe Arnsberg hatte damals bereits Hand angelegt und die Baumkronen ordentlich gestutzt.

Die Gemeinde pflanzte 2001 und 2006 am Ortsausgang Zielbühl Richtung Peetsch und am Ortseingang Dreetz etwa 20 hochstämmige Apfel- und Birnenbäume. Diese wurden in den ersten drei Jahren noch geschnitten, dann passierte lange Zeit nichts mehr. Die Bäume tragen zwar viele Früchte, aber auf den Streuobstwiesen ist es dies gar nicht gewollt. Damit die Bäume ein hohes Alter erreichen können, begann 2014 ein Fünf-Jahres-Programm der Gemeinde zur Sanierung der Streuobstwiesen. Auch beim dritten Obstbaumpflege-Schautag hatten Interessierte die Möglichkeit, dem Baumpfleger Uwe Arnsberg, AG Obstgehölzpflege im Pomologen-Verein, bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Die Anwesenden verfolgten aufmerksam jeden Schnitt und warfen immer wieder Fragen ein. Warum wählte der Experte ausgerechnet diesen Ast und nicht den daneben? „Es gibt sozusagen eine Hierarchie“, erklärte er den Teilnehmern und zeigte wie sie Leitäste erkennen. Der Schnitt solle den Baum im Wachstum anregen. „Die Idee ist, dass so ein Baum von oben nach unten breiter wird.“

Um die Äste in ihrer Wuchsrichtung zu beeinflussen, schnitt er diese an und entfernte beispielsweise die sogenannten Konkurrenzknospen. Damit sind Knospen am gleichen Ast gemeint, die zum einen Kraft kosten, aber auch unerwünschte Triebe bedeuten könnten.
„Der Baum ist in den ersten Jahren mehr mit dem Holz als mit den Früchten beschäftigt“, versuchte er zu verdeutlichen und versprach: „Wir kommen nächstes Jahr und sehen, was passiert ist.“
In diesem Jahr seien auch die Ergebnisse des letzten Schnitts gut sichtbar.

Ein Teilnehmer wollte wissen, warum Arnsberg keinen Baumwachs nutzte, um die Schnittstellen zu versiegeln. „Wenn ich das draufstreiche, mache ich die Stelle zu“, erklärte der Experte. Irgendwann bekäme die Schicht jedoch Risse. Feuchtigkeit könne eindringen und sich unter dem Wachs festsetzen – ein perfekter Nährboden für Schimmel, verdeutlichte er. Bei sehr großen Flächen würde er jedoch die Ränder einschmieren, fügte er an. „Die Meinungen gehen da auseinander.“

Zusätzlich legten die Kursteilnehmer bei der Apfelsorte Jakob Lebel eine Baumscheibe an. Bisher gab es diese auf der Wiese bei Ziebühl nicht, macht aber insbesondere bei jungen Bäumen Sinn. Denn das Gras entzieht viel Wasser, das der Baum für sein Wachstum nutzen könnte. Die Sorte Lebel sei einer ihrer Lieblingsbäume, erzählte Organisatorin und Botanikerin Anja Abdank. „Der könnte, nachdem er schon 15 Jahre hier steht, noch stärker sein“, fügte sie an.


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