Heimkehrer aus Bayern : Nussknacker aus Schwaan kehrt heim

Wiederentdeckt: Ute Hall hat auf einem Flohmarkt in München einen Nussknackern, den ihr Vater fertigte gefunden. Foto: Privat
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Wiederentdeckt: Ute Hall hat auf einem Flohmarkt in München einen Nussknackern, den ihr Vater fertigte gefunden. Foto: Privat

Die Zeit, in der Nüsse unterm Weihnachtsbaum geknackt werden, ist längst vorbei. Und dennoch steht ein Nussknacker im Mittelpunkt dieser kuriosen Geschichte eines Nussknackers auf der Reise von Schwaan in die Schweiz.

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29. März 2013, 04:55 Uhr

Schwaan/München | Die Zeit, in der Nüsse unterm Weihnachtsbaum geknackt werden, ist längst vorbei. Und dennoch stehen zwei Nussknacker im Mittelpunkt der folgenden, kuriosen Geschichte.

Der Schwaanerin Ute Hall, geborene Möller, wohnt seit nunmehr 17 Jahren mit ihrer Familie in der bayerischen Landeshauptstadt München. "Wie fast jeden Sonnabend besuchten wir auch am zurückliegenden Wochenende den Flohmarkt in München-Daglfing", schreibt sie in einer E-Mail an unsere Redaktion und weiter: "Es war kalt und entsprechend wenig los. Schon am dritten Stand blieben wir trotz der Kälte länger stehen. Aber nicht, weil wir festgefroren waren, sondern weil uns ein handgemachter Nussknacker verwirrte." Er sei ihnen irgendwie bekannt vorgekommen. Doch die Hall’s schlenderten zunächst weiter über den Flohmarkt. Doch irgendwie ließ ihnen die Figur keine Ruhe.

Flohmarkt-Verkäufer brachte Figur aus der Schweiz mit

Also gingen sie zurück zu dem Stand. "Im Gespräch mit dem Verkäufer haben wir erfahren, dieses Exemplar kommt aus der Schweiz", erzählt Ute Hall. "Wir haben den Nussknacker zu einem Freundschaftspreis gekauft und nahmen ihn mit nach Hause." Und dort sollte sich bestätigen, was Ute Hall schon geahnt hatte. "Ganz schnell hat sich herausgestellt, der Bruder steht bei uns auf dem Regal. Und in gewisser Weise sind sie tatsächlich Brüder von mir. Denn die beiden Nussknacker sind ein Produkt meines Vaters."

Willi Möller war in Schwaan als Künstler bekannt, schreibt Ute Hall. Er habe viel gemalt. Schwaaner Motive, Stillleben und Porträts. Schwaans Museumsleiter Heiko Brunner kannte Willi Möller noch. "Er war Berufsschullehrer. Drei seiner Bilder sind auch im Besitz unseres Hauses. Wir haben sie auch schon ausgestellt."

In den letzten Jahren dem "Groben" verschrieben

In den letzten fünf Lebensjahren habe sich ihr Vater dann dem "Groben", dem Holzkunsthandwerk verschrieben, so Ute Hall. Zwischen dem 70. und 75. Lebensjahr fertigte er handgemachte Nussknacker und auch Fische. Die kleinen Kunstwerke wurden verschenkt, aber auch verkauft. Willi Möller starb 1995. Doch seine Holzfiguren leben weiter. Der "kleine Bruder" habe zwar auf seiner langen "Reise" ein Schwert verloren, sei aber in einem guten Zustand. "Nun ist einer von ihnen wieder in Familienbesitz zurückgekehrt. Dennoch frage ich mich, welchen Weg hat dieser Nussknacker genommen? Und warum ist er mir, hier in München, 800 Kilometer von seinem Geburtsort, in die Hände gefallen?", fragt sich Ute Hall. "Gibt es das wirklich: Die Erinnerung holt dich ein."


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