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Groß Görnow : Nun doch: Holzbrücke wird erneuert

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Beginn eventuell noch im September / Große Runde zur Zukunft dieser Warnow-Querung am 9. Oktober

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2014 | 18:23 Uhr

Nicht nur Wanderfreunde werden die Nachricht mit Wohlwollen aufnehmen: Das defekte Geländer der viel frequentierten Holzbrücke im Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal bei Groß Görnow wird nun doch erneuert. „Wir haben uns die Sache nochmals angesehen: Der Unterbau der Brücke ist nicht beschädigt. Sie ist aus unserer Sicht zu reparieren“, erklärte Jan Lippke, stellvertretender Leiter des Naturparks Sternberger Seenland, auf Nachfrage gegenüber SVZ. Darauf wurde sich, so Lippke, zwischen den zuständigen staatlichen Stellen und Umweltgremien verständigt. Mit der Instandsetzung wollen die Naturpark-Mitarbeiter nach Möglichkeit noch in diesem Monat beginnen.

Die 1993 von René Veit, der in Brüel ein forstliches Lohnunternehmen betreibt, errichtete Brücke mit ihrer Unter-konstruktion aus naturbelassener Eiche war durch das Unwetter vom 2. August in Mitleidenschaft gezogen worden (SVZ berichtete). Die Krone einer mächtigen Buche brach beim Sturm ab und stürzte auf die Brücke. Dabei wurde das erst in diesem Jahr erneuerte Geländer arg beschädigt.

„Warnow-Brücke bleibt gesperrt“, titelte SVZ in der Ausgabe im August. Die Erneuerung des Geländers und damit die Freigabe des Überwegs sei, so Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt seinerzeit, „aus wirtschaftlicher Sicht wenig sinnvoll. Der Aufwand wäre unvertretbar.“

Zum Hintergrund: Die Brückenkonstruktion ist in die Jahre gekommen und hätte 2015 aus Sicherheitsgründen wahrscheinlich sowieso gesperrt werden müssen. Übers Ob und Wann streiten sich indes die Geister, sprich die zuständigen Ämter Sternberger Seenlandschaft und Bützow-Land. „Letzteres soll zur Brücke ein Gutachten in Auftrag gegeben haben. Gesehen hat das jedoch bisher keiner“, so Lippke.

Der SVZ-Beitrag von Mitte August sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Sind doch die insgesamt 104 Naturparks zwischen Küste und Alpen Online mäßig vernetzt. Zudem wirbt der hiesige Naturpark nach wie vor im Netz mit dem Warnow-Durchbruchstal samt Brückenüberquerung, so die Beschwerde eines Wanderführers aus den alten Bundesländern. Auch dies trug zum jetzigen Umdenken bei.

Nach der Instandsetzung kommt allerdings an die Brücke ein Schild mit der Aufschrift: „Betreten auf eigene Gefahr“. Eine Dauerlösung ist das nicht. Darum tagt man am 9. Oktober um 9.30 Uhr in großer Runde im Wariner Naturschutzzentrum zwecks Ideenfindung, wie es weiter geht mit dieser „Grenzland“-Brücke. Die Seite von Groß Görnow gehört territorial zur Stadt Sternberg, am anderen Ufer hat jedoch die Gemeinde Warnow das Sagen. Die Fluss-Mitte trennt hier die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Rostock. Darum wird am 9. Oktober alles doppelt besetzt sein: Kommunen, Ämter, Untere Naturschutzbehörden und auch z. B. die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu). Ein Brückenneubau kostet, so Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt gegenüber SVZ, „einige 100 000 Euro“. Somit ist schon vor der großen Runde klar: Wer Veränderungen möchte, muss zugleich erläutern, wie er das zu finanzieren gedenkt...


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