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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 18:33 Uhr

Bützow : Nun baut BaltiCo doch

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bürgermeister Christian Grüschow vergibt Auftrag an Firma aus Hohen Luckow

von
erstellt am 24.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Firma BaltiCo aus Hohen Luckow baut nun doch eine Brücke in Bützow. Es ist zwar nicht die Elefantenbrücke Am Ausfall über die Warnow, jedoch eine Fußgängerbrücke über den Wallgraben. Wenn alles klappt, soll das Vorhaben noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Mächtig marode sind einige der kleinen Fußgängerbrücken, die von den Wallstraßen auf den Wall führen. Deshalb hatten die Stadtvertreter dafür Geld in den Haushalt 2017 der Stadt eingestellt. Eine dieser Brücken wurde bereits auf konventionelle Art erneuert. Eine zweite, die zwischen der 4. und 5. Wallstraße soll nun ebenfalls erneuert werden. Und den Auftrag erhielt die FirmaBaltiCo aus Hohen Luckow. Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) hat, wie erst jetzt öffentlich bekannt wurde, dafür den Auftrag schon vor einigen Wochen erteilt.

Stadtvertreter zeigten sich davon überrascht. Weder der Vorsitzende des Bauausschusses, Axel Ulrich (CDU), noch Alfred Matzmohr (CDU), Vorsitzender des Finanzaussschusses oder Ralf-Peter Katzer, Fraktionsvorsitzender der UBB, konnten zunächst genaue Angaben machen. Jedoch verwiesen alle auf die Möglichkeit, dass der Bürgermeister durchaus berechtigt sei, einige Vorhaben freihändig zu vergeben. „Das ist möglich, wenn eine bestimmte Bausumme nicht überschritten wird“, erklärte Ralf-Peter Katzer.

Und genau so sei es auch passiert. „Das Bauvorhaben war Bestandteil des Haushaltsplanes 2017“, so Christian Grüschow. Wenn es einen Haushaltstitel gibt, könne er Bauvorhaben mit einem Wertumfang von bis zu 25 000 Euro in Auftrag geben. Auf diesen Passus aus der Hauptsatzung habe er zurückgegriffen. „Es gab aber auch andere Angebote. Doch das von BaltiCo war auch das wirtschaftlichste“, sagt der Verwaltungschef. Derzeitig durchlaufe der Bauantrag das Genehmigungsverfahren, sagt Christian Grüschow.

Vor knapp vier Jahren brachte der damalige Stadtvertreter Martin Schade (FDP) die Firma BaltiCo ins Spiel, als es um den Ersatzneubau der Elefantenbrücke ging. Das Unternehmen hatte ein Verfahren mit Kohlefaserstoffen in einem sogenannten Stabwickelverfahren entwickelt. Die Produktion erfolge vollautomatisch. Das Material biete vor allem den Vorteil, dass es nicht rosten könne, erklärte seinerzeit BaltiCo-Geschäftsführer Dirk Büchler den Stadtvertretern. Es waren diese Argumente und der günstige Preis sowie das Angebot, finanziell in Vorleistung zu gehen, weswegen die Stadtvertreter damals entschieden, der Firma aus Hohen Luckow den Auftrag zu geben.

Doch die Umsetzung zog sich in die Länge. Da es sich um ein in Deutschland neues Verfahren handelt, musste die neue Brückenkonstruktion umfangreiche Tests durchlaufen. Die erfolgten unter anderem an der Hochschule Wismar. Immer wieder gab es Verzögerungen. Deshalb entschieden die Stadtvertreter Ende vergangenen Jahres, vom Vertrag mit BaltiCo zurückzutreten und eine konventionelle Brücke über die Warnow zu bauen.

Für das Unternehmen ein Rückschlag. „Wir waren doch fast fertig“, sagt Dirk Büchler. Er bestätigt, dass seine Firma an dem neuen Projekt arbeitet. Er rechne damit, dass die Umsetzung bis Anfang Dezember erfolgen könnte. „Wir müssen natürlich noch abwarten, wie es mit dem Wetter wird. Es sind auch Betonarbeiten auszuführen“, sagt der Geschäftsführer. Was die Brücke selbst betreffe, da könne er auf den bisherigen Arbeiten an der Elefantenbrücke aufbauen. Die sollte rund 22 Meter über die Warnow führen. Am Wall geht es um eine Brücke mit einer Ausdehnung von rund sechs Metern.

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