„Nordlichter“ werden weniger

Zeichen der Freundschaft:  Diese „Dankeschön-Fotos“ kommen von den Mitgliedern des Eckernförder Fotoclubs, erzählt Wolfgang Ehlers, Vorsitzender des Bützower Fotoklubs Nordlicht.
Zeichen der Freundschaft: Diese „Dankeschön-Fotos“ kommen von den Mitgliedern des Eckernförder Fotoclubs, erzählt Wolfgang Ehlers, Vorsitzender des Bützower Fotoklubs Nordlicht.

Fotoklub fühlt sich in Rühn aufgehoben, beklagt aber Nachwuchssorgen.

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13. November 2019, 18:00 Uhr

„Auf der Gründungsurkunde prangt noch ein Stempel mit Hammer, Sichel und Ährenkranz“, erzählt Wolfgang Ehlers und lacht. Am 2. Oktober 1990 wurde der „Fotoklub Nordlicht“ ins Vereinsregister eingetragen. „Seit dieser Zeit haben wir Höhen und Tiefen erlebt“, sagt das Gründungsmitglied und zugleich der Vereinschef. Doch nun bangt Wolfgang Ehlers auf lange Sicht um den Fortbestand des Vereins, denn es fehlt schlichtweg an Nachwuchs.

Bereits 1987 hatte Wolfgang Ehlers mit Gleichgesinnten die Bützower Gesellschaft für Fotografie gegründet. Daraus ging mit der Wiedervereinigung der Fotoklub hervor. „Im ersten Jahr erfuhren wir noch eine rege Unterstützung durch die Stadt. Wir kamen kostenlos im Schloss unter, konnten uns dort eine Dunkelkammer einrichten und hatten Räume für unsere Zusammenkünfte. Im Jahr 2000 habe ich dort mit meiner letzten Personalausstellung das Licht ausgeknipst“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende.

Das Schloss ging in Privatbesitz über. Für die Mitglieder folgte ein Umzug nach dem anderen. Zunächst ging es ins ehemalige Internat am Schlossplatz, dann ins Bürgerhaus Am Ausfall, nach dessen Schließung in ein Haus in der Bahnhofstraße.

Das änderte sich 2013. Die Hobbyfotografen fanden im Kloster Rühn ein neues Zuhause. Seitdem bauen sie mit Unterstützung des Klostervereins die obere Etage eines Seitentrakts Stück für Stück aus. „Hier haben wir zwei Räume und fühlen uns wohl. Auch wenn noch lange nicht alles fertig ist wie die Heizung“, sagt Wolfgang Ehlers.

Aktiv war und ist der Verein in den mehr als drei Jahrzehnten immer gewesen. Legendär sind die „Wege übers Land“-Wochenenden. Zahlreiche Ausstellungen haben die Mitglieder bestritten. Eine große, vor allem ganz persönliche Freundschaft hat sich zwischen den Bützower Fotografen sowie den Fotoclubs in Eckernförde und Rendsburg entwickelt.

„Da möchte ich Michael Ruff nennen Er betreute damals als Dozent der Rendsburger Volkshochschule auch einen Fotoclub. Oder auch den ehemaligen Vorsitzenden des Eckernförder Fotoclubs Manfred Luth. Oder Ulrich Kleinfeld. Der sehr beschlagen ist in der experimentellen Fotografie.“ Mittlerweile sei es für die Eckernförder Fotofreunde ein Muss, an den Wochenend-Exkursionen „Wege übers Land – Leben auf dem Lande“ teilzunehmen. Ulrich Kleinfeld, aber auch andere bringen sich mit Workshops ein. „Bei uns kann man ganz einfach viel lernen“, so der Vorsitzende.

Dennoch hat Wolfgang Ehlers Sorgenfalten auf der Stirn. „Wir hatten zu Spitzenzeiten 27 Mitglieder im Klub, darunter auch einige Frauen und junge Leute“, erzählt der Bützower. Heute zählt der Verein nur noch 14 Mitglieder, alle im fortgeschrittenen Alter. Der Verein wisse natürlich, dass er mit dem Nachwuchsproblem nicht allein dasteht. Der Beruf, der Weggang aus der Region, Familiengründung – das alles sorge dafür, dass es an jungen Leuten fehlt. „Aber ich denke, die Fotografie gehört heute zum täglichen Leben. Die jungen Leute fotografieren viel mit ihren Handys. Deren Kameras werden qualitativ immer besser“, so Wolfgang Ehlers und weiter: „Unser Vorstand hatte vom ersten Tag an das Bestreben, unseren Mitgliedern für die Fotografie eine Plattform zu bieten. Sie können die Vereinstechnik, unser Wissen, unsere Weiterbildungs-Veranstaltungen nutzen. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir empfangen also jeden immer mit offenen Armen!“


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