Bützow : Noch nicht alle Spendengelder raus

Hortleiterin Doris Suhrcke und Schulleiterin Silke Beuster freuen sich über die Spende für das grüne Klassenzimmer, die Ina Blank, Matthew Wilby und Kerstin David (vl.n.r.) im Auftrag der Mitarbeiter übergeben.
Hortleiterin Doris Suhrcke und Schulleiterin Silke Beuster freuen sich über die Spende für das grüne Klassenzimmer, die Ina Blank, Matthew Wilby und Kerstin David (vl.n.r.) im Auftrag der Mitarbeiter übergeben.

Mitarbeiter der Provinzial Nord Brandkasse unterstützen Grundschule und Integrative Kita - Bisher nur 90 Prozent der Hilfe für Tornado-Opfer verteilt

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09. September 2015, 17:49 Uhr

Noch immer gehen in Bützow Spenden ein, die helfen sollen, die Folgen des Tornados zu beseitigen beziehungsweise zu mindern. Gestern waren Provinzial-Vorstand Matthew Wilby und Betriebsratsvorsitzende Kerstin David in Bützow unterwegs, um eine Spende von 17700 Euro zu übergeben. Geld für die Wiederherstellung des Grünen Klassenzimmers an der Grundschule am Schloßplatz und für Sonnenschutzeinrichtungen in der Integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe am Rühner Landweg.

„Die Mitarbeiter der Provinzial Nord Brandkasse und der Hamburger Feuerkasse haben von den Ereignissen in Bützow erfahren und wollen einfach helfen“, erklärt Betriebsrätin David. Doch die Mitarbeiter hatten nicht nur von den schlimmen Folgen erfahren, sondern waren als Versicherer selbst in Bützow im Einsatz. „Wir waren damals mit großer Mannschaft vor Ort, um unbürokratisch zu helfen“, so Vorstand Wilby. Dass das funktionierte, bestätigt Karsten Geike von der Lebenshilfe, der sich dafür gestern auch persönlich bedankte.

Der Versicherer bearbeitet in Bützow rund 250 Fälle mit einem Schadensvolumen von rund acht Millionen Euro. Bürgermeister Christian  Grüschow (parteilos) zeigte sich in diesem Zusammenhang erleichtert, dass insgesamt alle Versicherer nach der Katastrophe zum größten Teil fair und schnell den Betroffenen geholfen haben.

Es gab aber auch Ausnahmen. So erzählte der Bürgermeister von einer Familie, in der die Frau Sozialhilfeempfängerin sei, der Mann stehe in Arbeit. Eine Versicherung habe die Zahlung verweigert, weil einen Monat vor dem Tornado die Beitragszahlung ausgeblieben sei. Der Grund: Der Mann hatte nicht seinen ihn zustehenden Lohn bekommen. In einem solchen Härtefall war es dann gut, dass es bei der Stadt den großen Spendentopf gibt. Geld, das durch eine große Spendenaktion, auch unter Beteiligung der SVZ, von vielen Menschen und Firmen bereitgestellt wurde. Insgesamt standen 350000 Euro für Hilfen bereit.

180 Anträge auf Unterstützung

Mittlerweile hat der eigens dafür eingerichtete Spendenrat rund 90 Prozent der Gelder verteilt, so Christian Grüschow. Rund 50000 Euro stehen noch zur Verfügung. Das sei auch so gewollt. Denn noch immer gehen Spendenanträge ein, auch wenn eigentlich der 31. Juli als Stichtag galt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Betroffene die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag auf Unterstützung zu stellen. „Doch manchmal zeigt sich erst jetzt, ob zum Beispiel Versicherungen wirklich die angekündigte Summe zahlen oder ob noch Folgekosten entstanden sind“, so der Verwaltungschef. 

Rund 180 Anträge gab es insgesamt. Noch sind aber nicht alle bewilligt, weil zum Beispiel noch Unterlagen fehlten, die bisher  noch nicht nachgereicht wurden. „Deshalb werden diese Antragssteller jetzt auch noch einmal angeschrieben“, so Christian Grüschow. Am kommenden Montag findet die nächste Sitzung des Spendenrates statt.

Neben den Spenden für Privatpersonen sind in den zurückliegenden Monaten zahlreiche zweckgebundene Spenden von Unternehmen, Einrichtungen, aber auch Privatpersonen eingegangen. 

Alles rund um den Tornado in Bützow und Umgebung lesen Sie in unserem Dossier

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