Bützow : Nicht immer für jeden ein eigenes Schulbuch

Hausaufgabenstunde gestern Nachmittag im Hort der Grundschul e am Schloßplatz: Hannu Hilbrecht und Fynn Pepe Mörbel aus der 4. Klasse lösen Mathematik-Aufgaben.
Hausaufgabenstunde gestern Nachmittag im Hort der Grundschul e am Schloßplatz: Hannu Hilbrecht und Fynn Pepe Mörbel aus der 4. Klasse lösen Mathematik-Aufgaben.

Doppelhaushalt diskutiert: Stadtvertreter planen für 2016/17 mehr Geld für städtische Schulen

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06. November 2015, 08:00 Uhr

Ein dickes Lob gab es am Mittwochabend für die Stadtvertreter im Bildungsausschuss. Sowohl Silke Beuster, Leiterin der Grundschule am Schloßplatz, als auch Gudrun Radziwolek, Leiterin der Regionalen Schule in Bützow, bestätigten dem Bützower Parlament, dass es stets ein offenes Ohr für die Belange der Einrichtungen habe. „Die Unterstützung der Stadt ist sehr gut“, erklärte Silke Beuster. Und Gudrun Radziwolek schob nach: „Wenn wir um Hilfe bitten, wird immer ein Weg gefunden. Eine Absage haben wir noch nie bekommen.“ Beide erfahrenen Pädagogen wissen aus Gesprächen mit Kollegen anderer Schulen im Kreis, dass das nicht überall so ist. Diese Fürsorge der Stadtvertreter für die beiden städtischen Schulen untermauerte zudem Doris Suhrcke, Leiterin des Hortes der Grundschule. Sie verwies auf die zusätzliche Stelle, die zum Schuljahresanfang geschaffen wurde, weil sich der Betreuungsbedarf enorm erhöht hat (SVZ berichtete).


Zusätzliches Geld für Unterrichtsmittel geplant


Die Mitglieder des Bildungsausschusses wollten die Diskussion zum Doppelhaushalt 2016/17 nutzen, um die Sicht der Schulen auf die in Aussicht gestellten Mittel zu erfahren. Sowohl Beuster als auch Radziwolek freuen sich, dass zum Beispiel für Lehr- und Lernmittel in den kommenden zwei Jahren jeweils rund 3000 Euro mehr eingeplant sind. An der Grundschule würden die Ausgaben von 12 000 auf 15 000 Euro an der Realschule von 14 200 auf 17 500 Euro steigen.

Geld, das unter anderem notwendig ist, um verschlissene Schulbücher zu ersetzen bzw. neue Fachbücher anzuschaffen, wenn es Neuauflagen gibt. Gerade das Thema Schulbücher führte auf Nachfrage von Eckhard Knoll (CDU) zu einer längeren Diskussion. Bekannt ist, dass in der Regionalen Schule nicht für alle Fächer und nicht in allen Klassen für jeden Schüler ein Fachbuch zur Verfügung steht. Die Gründe dafür seien vielschichtig: Es gibt nicht in jedem Land einen Schulbuchverlag, auch nicht in MV. So entsprechen die Fachbücher nicht immer dem Rahmenplan der an Schulen in MV gilt. Auch seien Bücher heute sehr teuer. Gudrun Radziwolek nennt als Beispiel: Für ein Deutsch-, Mathe- und Englischbuch der Klassenstufe fünf würden zusammen 87 Euro fällig.

So setzt man teilweise auf einen Klassensatz von Fachbüchern und stimmt die Unterrichtsstunden der verschiedenen Klassen miteinander ab. Für den Matheunterricht der Klasse 5 hat aber auch jeder Schüler ein Arbeitsheft. Dieses enthalte Aufgaben, die auf das Fachbuch abgestimmt sind. Sie könne die Eltern verstehen, die die fehlenden Fachbücher monieren, sagt die Schulleiterin. Doch sie seien sich in ihrem Team einig, dass das nicht notwendig sei. Dennoch suche man im Einzelfall nach individuellen Lösungen.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darin, dass das Thema seitens der Bundespolitik geklärt werden müsste. Dennoch nahm Ausschussvorsitzender Joachim Fiedler mit auf den Weg, vielleicht an anderen Stellen nach Einsparpotenzialen im Haushalt zu schauen, um doch noch den einen oder anderen Euro für Lernmittel bereitzustellen.

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