Bützow : Neues Zuhause für Tiere

„In diese flachen Kästen kommen die Fledermäuse durch einen kleinen Spalt“, erklärt Manuela Hamann.   Fotos: Evelyn Bubber-Menzel
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„In diese flachen Kästen kommen die Fledermäuse durch einen kleinen Spalt“, erklärt Manuela Hamann. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel

Kinder der Kita „Piporello“ lernen Ersatz-Wohnplätze für Rauchschwalben und Fledermäuse kennen

svz.de von
25. März 2014, 15:41 Uhr

Sie wissen schon eine Menge über Fledermäuse und Rauchschwalben, die Sechsjährigen aus der DRK-Kita „Piporello“. Auch die Schulanfänger-Gruppe von Grit Blume hat sich in den letzten Wochen viel mit diesen Tierchen befasst, hat über sie Geschichten erfahren, hat sie gemalt und gebastelt.

Hintergrund dafür ist der Abriss der alten Möbelwerke durch das DRK, wo bisher Rauchschwalben und vermutlich Fledermäuse wohnten. Laut Artenschutzfachgutachten muss das DRK dafür als Ausgleich vier Fledermausflachkästen und 15 Nisthilfen für Rauchschwalben bauen und an anderen Stellen anbringen. Gemeinsam mit der Kita „Piporello“ wurde daraus ein Projekt für die Kinder gestaltet.

Gestern nun machte sich die älteste Kindergruppe auf den Weg zu den Möbelwerken. Nachdem dort zu Beginn dieser Woche die Bauanlaufberatung stattfand, soll der Abriss kommenden Montag starten. Munter stellten vor Ort die Kinder erstmal unter Beweis, was sie schon alles über Fledermäuse wissen: „Fledermäuse machen Winterschlaf“, so Ida. „Sie werfen Schallwellen ab und sind nachtaktiv“, sagt Joris. „Sie schlafen kopfüber“, erzählt Dominique. „Sie fliegen nur im Dunkeln“, sagen Annabel und Hans. Und etwas ganz Spektakuläres hat Nils auf Lager: „Sie saugen das Blut aus den Tieren.“ Was allerdings ausschließlich seiner Phantasie entspringt.

Wissbegierig schauten sich die Kinder die Flach- und Nistkästen an, die Manuela Hamann, Projektleiterin des DRK, mitgebracht hatte.

Ein Teil davon soll auf dem Gelände der Tierauffangstation des Bützower Tierschutzvereins angebracht werden. Nach unserem ersten Bericht über die Malaktion im Kindergarten hat er sich bereit erklärt, den Fledermäusen und Rauchschwalben Unterschlupf zu gewähren. „Aber wo bringen wir die Schwalbennester an?“ , kam gestern Vereinsvorsitzender Ulrich Krause ins Grübeln. Denn die Rauchschwalben nisten am liebsten unter Dächern, wie auch die alte Villa auf dem Möbelwerksgelände zeigt. Aber auf das Barackendach der Tierauffangstation kommen auch die dort lebenden Katzen. Nun wird nach einer Lösung gesucht.

„Wie soll es überhaupt funktionieren, dass die Schwalben und Fledermäuse die neuen Quartiere finden?“, machten sich die Erwachsenen Gedanken. Die neuen Nester und Flachkästen können natürlich nur ein Angebot sein, so Manuela Hamann. Mitte bis Ende April werden die Rauchschwalben aus dem Süden zurück erwartet. Und wenn sie ihre alten Nistplätze nicht mehr vorfinden, suchen sie sich neue, sagt sie.

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