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Schwaan : Neues Licht ebnet Weg in Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kunstmuseum Schwaan rüstet Beleuchtung auf LED um – damit werden Bedingungen für namhafte Leihgaben erfüllt

Gleich mehrfachen Grund zur Freude gibt es derzeit in der Schwaaner Kunstmühle. Das Museum hat seine Beleuchtung nämlich auf LED umgestellt. Und damit gehen einige Veränderungen einher.

Zum einen, aus unkünstlerischer Sicht, liegen die Vorteile in den Finanzen. Denn die 90 alten Halogenleuchten waren ein regelrechter Stromfresser. Jede der Leuchten verbrauchte 150 Watt. Jede der neuen nur noch 6 Watt. „Wir sparen also 144 Watt pro Leuchte ein“, sagt Museumsleiter Heiko Brunner. Insgesamt werden dank der Umrüstung 12780 Kilowattstunden weniger verbraucht als noch vorher. „Wir sparen 96 Prozent der Beleuchtungskosten ein, das ist schon eine erhebliche Größenordnung. Wir waren richtig erschrocken, was da für Summen an Einsparungen zusammenkommen.“ Zudem müssen Halogenleuchten dreimal jährlich gewechselt werden, was ebenfalls ins Geld gehe. Die LED haben eine garantierte Brenndauer von 50 000 Stunden.

Weniger Verbrauch bringt wiederum den ökologischen Vorteil mit sich, dass weniger Energie benötigt und weniger CO2 ausgestoßen wird. Die Halogenleuchten erzeugten nämlich eine starke Wärme gegen die die Klimaanlage entsprechend ankämpfen musste, vor allem, wenn viele Besucher bei hohen Temperaturen in den Räumlichkeiten waren.


Kunst rückt dank
Beleuchtung in Fokus


Außerdem sind die neuen LED individuell dimmbar. Vorher waren alle Räume schlichtweg ausgeleuchtet, genau wie die Wände. Aus Räumen mit Arztpraxis-Charakter sind nun atmosphärische geworden, die den Blick auf das Wesentliche lenken: Die Kunst. „Nun stehen die Bilder im Mittelpunkt und nicht mehr die ganze Wand, wo die Bilder dranhängen“, sagt Heiko Brunner. Die Räume sind nun dunkler, wodurch automatisch leiser gesprochen wird. Die Bilder sind individuell beleuchtet. Die Stimmung ist intimer.

Die neue Beleuchtung birgt jedoch ein Problem: „Es mag Leute geben, die darüber philosophieren, ob der Künstler all das auch genau so wollte“, erklärt der Museumsleiter. Denn zum Teil erzeuge das veränderte Licht auch eine neue Stimmung, eine andere Wirkung. Besucher hätten dies jedoch noch nicht geäußert. Und falls doch, wolle Brunner entgegnen, dass heutzutage auch Wirtschaftlichkeit und Umweltbelastung Berücksichtigung finden müssen.


LED wirken sich auf
Reputation aus


Einen weiteren Vorteil bringen die neuen Lampen mit sich. Da die Beleuchtungsstärke nun angepasst werden kann, ist die Kunstmühle nun in der Lage, sich Kriterien für Leihgaben anzupassen. Neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden nämlich auch Bedingungen an die Lux-Zahl gestellt, ehe wertvolle Objekte ausgestellt werden dürfen. Heiko Brunner dazu: „Wenn wir in der oberen Liga mitspielen und gute Leihgaben haben wollen, dann müssen wir die Bedingungen erfüllen können.“ Zuletzt habe es beispielsweise ein Lob über die Bedingungen von der Hamburger Kunsthalle gegeben. „Dort gab es keine Bedenken, Werke an uns herauszugeben“, so Brunner. „Das ist schon etwas Besonderes.“ Denn dieser gefühlte Ritterschlag spreche sich in Fachkreisen herum, was die Reputation der Schwaaner Kunstmühle steigere.

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erstellt am 15.Jul.2017 | 09:00 Uhr

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