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Bützower Zeitung

24. Oktober 2017 | 11:49 Uhr

Bützow : Neues Heim für historische Stücke

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ein Teil des Bützower Museumsdepots muss vom Bürgerhaus am Ausfall in den Ellernbruch ziehen

von
erstellt am 24.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Ein alter Aberkus, eine Trommel aus dem Jahr 1850, medizinische Utensilien – diese und viele andere zeitgeschichtlich wertvolle Gegenstände waren bislang im Bützower Bürgerhaus untergebracht. Zwei große Räume in dem leerstehenden Gebäude wurden als Depot des Heimatmuseums genutzt. Doch jetzt hat die Stadt das Bürgerhaus an einen Privatnutzer verkauft und die Museumsstücke müssen umziehen.

Gestern Vormittag ging es bereits los. Die Mitarbeiter des Bützower Bauhofs haben einen Teil der Ausstellungsstücke in den Ellernbruch gebracht. Jetzt werden die Exponate im Obergeschoss der Musikschule gelagert. „Das Bürgerhaus steht seit knapp zehn Jahren leer. Es gab keinen Strom und keine Heizung mehr. Jetzt sind die Stücke warm untergebracht“, sagt Museumsleiterin Sabine Prescher. Das neue Depot hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Während die Räume im Bürgerhaus genug Platz boten, um einen Teil der Ausstellungsstücke permanent offen in Regalen zu lagern, ist jetzt nur begrenzter Platz vorhanden. Deshalb muss die Ware eingepackt bleiben.

„Wir mussten uns von einigen Sachen trennen, weil wir nicht alles unterbringen konnten“, berichtet Sabine Prescher. So gehe die Medizinausstellung als Dauerleihgabe an die Warnow-Klinik, wo sie in einer Vitrine zur Schau gestellt werden kann. Den historischen Aberkus bekommt die Grundschule am Schlossplatz. „Dort stehen schon zwei alte Schulbänke, da passt er sehr gut dazu“, sagt Sabine Prescher.

Die Gefahr, dass die historischen Gegenstände nun für immer in den hintersten Winkeln einer Kiste versteckt bleiben, besteht aber nicht. Sabine Prescher: „Das ist erst einmal eine provisorische Lösung.“ Wie lange diese genutzt werden soll, ist aber nicht klar. Es gebe zwar gewisse Überlegungen, wo das Museumsdepot langfristig unterkommen könnte, aber davon sei keine konkret, sagt Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos). „In den nächsten ein bis zwei Jahren wird es sicher erstmal so bleiben.“

Der Fundus des Bützower Heimatmuseums ist noch größer, als die vielen Kisten und Pakete, die nun im Ellernbruch stehen, erahnen lassen. Noch mehr Ausstellungsstücke lagern auf dem Gelände des Krummen Hauses. Dort wird ein ehemaliges Gartenhäuschen als Depot genutzt. „Wir bezeichnen es als unser Hofhaus“, erzählt Sabine Prescher. „Dort haben die Mieter früher Konserven, Holz und Kohle gelagert. Es ist bis unter die Decke mit unseren Stücken gefüllt.“

Für ein Museum sei dieser Reichtum an Ware essenziell, sagt die Museumsleiterin. Während 20 Prozent in die laufende Ausstellung kommen, würden 80 Prozent im Depot aufbewahrt. „Das ist wichtig, damit die ständige Ausstellung gewechselt werden kann. So kann ich den Besuchern auch mal etwas Neues bieten.“ Und auch Sonderausstellungen ließen sich mit einem großen Fundus leichter konzipieren.

Eines der Stücke, die bislang im Bürgerhaus lagerten, kommt übrigens in die Dauerausstellung des Museums: ein massiver Holzbalken, der bis zum großen Stadtbrand 1716 Teil eines Hauses in der Gödenstraße war. Der in zwei Teile gebrochene Türbalken wurde während seiner Einlagerung gegen Holzwürmer behandelt und stetig gepflegt. „Er wurde jetzt begutachtet und ist demnach instand, der Holzwurm ist raus“, sagt Sabine Prescher. Der Balken soll bis zum Frühlingsfest am 1. Mai in der zweiten Etage des Krummen Hauses untergebracht werden. „Es ist schön, dass es uns gelungen ist, ihn als Zeugen des Stadtbrandes zu erhalten“, sagt Sabine Prescher.

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