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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 02:10 Uhr

Viezen : Neues Feuer in alter Schmiede

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Interessengruppe hat Untergeschoss nahezu fertig gestellt

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Jeden Donnerstag kommen sie. Sie bringen schwere Geräte und einige Stunden Zeit mit. Sie nennen sich „der harte Kern“ und sie haben ein Ziel: die Dorfschmiede in Viezen zu einem gemütlichen Ort des Zusammenseins zu entwickeln. Gemeint ist die „Interessengruppe Dorfschmiede Viezen“, besser bekannt als „Agrarmuseum Viezen“. Gemeinsam setzen sich die rund 20 Mitglieder für ein aktiveres Dorfleben ein.

Seit dem Beginn des Projektes „Begegnungsort Viezen“ vor etwa zwei Jahren hat sich viel in der alten Schmiede und um sie herum verändert. Ein großer Schritt ist nun getan: Das Untergeschoss ist gestrichen, geräumt und mit neuem Mobiliar bestückt. „Wir wollten nicht mehr auf diesem zusammengewürfelten Haufen an Stühlen hocken“, sagt Hermann Warner von der Interessengruppe. Die Neuanschaffung von Stühlen und Tischen sei ein weiterer Schritt Richtung Dorfzentrum.

Neben der Bestuhlung hat die Schmiede nun auch eine neue Küche. „Bezahlt aus dem Erlös einer Versteigerung“, erklärt Bernitts Bürgermeisterin und Mitinitiatorin des Projektes, Birgit Czarschka (SPD). Bei der Versteigerung sei alte Agrartechnik unter den Hammer gekommen. „Die Sammler kamen von überall her“, erinnert sich Warner. Zur größeren Gemütlichkeit gehört außerdem die geschreinerte Bar und der neu eingebaute Durchgang. „Wir bekommen noch Barhocker“, sagt Czarschka. Dann könne die untere Etage bald ideal genutzt und sogar vermietet werden. Warner, der den Überblick hat, verweist auf bereits neun Mietanfragen für Veranstaltungen in diesem Jahr und eine für 2018.


Schmiede nicht verkommen lassen


Um die Schmiede zu dem zu machen, was sie nun ist, hatte die Bürgermeisterin das Projekt vor zwei Jahren angestoßen. „Ich dachte mir, ich kann die Schmiede, wie sie da steht, nicht einfach verkommen lassen“, erzählt Czarschka. Allerdings habe sie auch nicht allein das Ruder übernehmen wollen. Warner erinnert sich: „Eines Tages lagen bei uns Zettel in den Briefkästen, was wir denn mit der alten Schmiede anstellen wollten.“ Das Ergebnis: 20 Anwohner kamen gleich zum ersten Treffen zur Schmiede. Zusammen berieten sie, was mit ihr anzustellen sei. „Der Beschluss, etwas an und mit dem Gebäude zu tun, wurde sehr schnell gefasst“, sagt Czarschka. Immerhin handele es sich um ein wirkliches Kleinod des Dorfes. Anfangs sei die Schmiede ihr wie ein Mammutprojekt erschienen. Aber die Viezer hätten den Wunsch gehabt, sie wieder zu nutzen. „Wäre das Interesse der Gemeinde nicht so groß gewesen, dann wäre das Projekt vielleicht schon nach ein paar Wochen wieder eingeschlafen“, sagt Czarschka.

Frank Wagner, der sich sofort bereit erklärte, sich um die Elektrik zu kümmern, stimmt der Bürgermeisterin zu: „Die Idee war es, das alte Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken.“ Seitdem wird jeden Donnerstag an dem Gebäude gearbeitet. Mittlerweile konnte die Bürgermeisterin für das Projekt sogar Förderungen in Höhe von 8200 Euro vom Landesamt für Gesundheit und Soziales bewilligt bekommen. „In Viezen kriegen die Leute den Hintern hoch“, fasst Warner das Engagement zusammen.

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