Bützow : Neuer Standort für die KISS

Der Rühner Landweg 25 ist die neue Adresse für die Beratung in Sachen Selbsthilfe. Ruth Abraham (links) informiert Bützower ehrenamtlich zu allen wichtigen Fragen. Alice Hämmerling unterstützt die Arbeit als Koordinatorin der drei Außenstandorte der Kontakt- und Informationsstelle.
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Der Rühner Landweg 25 ist die neue Adresse für die Beratung in Sachen Selbsthilfe. Ruth Abraham (links) informiert Bützower ehrenamtlich zu allen wichtigen Fragen. Alice Hämmerling unterstützt die Arbeit als Koordinatorin der drei Außenstandorte der Kontakt- und Informationsstelle.

Die Außenstelle des Angebots der Diakonie Güstrow ist umgezogen / Beratung zu Selbsthilfegruppen immer dienstags

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01. April 2017, 05:00 Uhr

Zehn Selbsthilfegruppen organisiert die Diakonie in Bützow. In ihnen können sich Diabetiker, Menschen mit psychischen Erkrankungen, Süchtige und viele mehr zusammentun, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und gegenseitig Halt zu geben. Als Hilfe steht ihnen Ruth Abraham zur Seite. Die Bützowerin berät seit zehn Jahren ehrenamtlich zu allen Fragen rund um Selbsthilfegruppen, von der Gründung bis zu Problemen bei den Abläufen. Bislang war sie immer in der Pfaffenstraße zu finden, ab heute hat sie ihr Büro offiziell im Rühner Landweg 25.

Die Organisation der Selbsthilfegruppen läuft über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfen (KISS) der Diakonie Güstrow. Im Rühner Landweg ist diese nun mit anderen Einrichtungen des Trägers unter einem Dach vereint, was laut Koordinatorin Alice Hämmerling viele Vorteile bringt. „Der Hauptgrund für den Umzug ist die bessere Vernetzung untereinander“, sagt Hämmerling. So würde die KISS auch auf die verschiedenen Beratungsangebote der Diakonie verweisen. Das biete sich am neuen Standort in Bützow noch besser an, da sich Angebote wie die Sucht- und Drogenberatung nun unter dem gleichen Dach befinden wie die KISS.

Die Selbsthilfegruppen bieten Menschen mit den verschiedensten Problemen und Krankheiten die Möglichkeit zum Austausch. Besonders große Nachfrage gibt es derzeit zu den Gruppen für Menschen mit psychischen Leiden, sagt Alice Hämmerling. „In unserem Verbreitungsgebiet gibt es zum Beispiel viele Gruppen für Menschen mit Depressionen und Ängsten.“ Derzeit werde versucht, eine Gruppe zum Krankheitsbild bipolare Störung aufzubauen. An erster Stelle stehe bei allen Gruppen zunächst die Schweigepflicht. „Es kommt oft vor, dass Betroffene eine Gruppe in der Nachbarstadt besuchen, um ihre Anonymität zu wahren“, so Hämmerling.

Die Treffen der Selbsthilfegruppen werden von den Mitgliedern selbstständig abgehalten. „Im Prinzip sind alle gleichgestellt, aber wir haben immer in der Regel ein bis zwei Ansprechpartner, mit denen wir in Kontakt sind“, erklärt Hämmerling.

Die KISS unterstützt die Gruppen unter anderem bei der Kooperation mit Fachleuten, Ämtern und Vereinen sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit, der Vorbereitung von Veranstaltungen und der Organisation von Gruppenräumen oder Arbeitsmaterialien.

So sehr der Austausch in den Selbsthilfegruppen entlastend sein kann, eine professionelle Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Problem ersetzt er nicht. „Eine Selbsthilfegruppe kann nicht heilen, sondern nur Anregungen geben. Das sage ich immer gleich im Vorfeld“, so Ruth Abraham. Jeder müsse für sich selbst das Wichtigste aus den Gruppengesprächen herausfiltern. Ruth Abraham ist selbst Mitglied der Diabetiker-Selbsthilfegruppe.

Wer sich für eine bereits bestehende Selbsthilfegruppe interessiert oder selbst eine gründen möchte, kann sich dienstags von 13 bis 15 Uhr im Rühner Landweg 25 bei Ruth Abraham zu allen Details informieren. Eine Gruppenstärke von sechs bis zwölf Teilnehmern sei ideal, sagt die Bützowerin. „So kommt jeder zu Wort.“

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