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Justizvollzugsanstalt Bützow : Neuer Chef hinter Gefängnismauern

vom

Aus Rheinland-Pfalz nach Mecklenburg. Diesen Sprung wagte mit seiner Familie Dr. Jörg-Uwe Schäfer. Der 41-Jährige gebürtige Hesse übernahm Anfang Oktober den Chefposten in der Justizvollzugsanstalt Bützow.

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erstellt am 01.Nov.2013 | 09:38 Uhr

Bützow | Aus Rheinland-Pfalz nach Mecklenburg. Diesen Sprung wagte mit seiner Familie Dr. Jörg-Uwe Schäfer. Nachdem sich seine Vorgängerin Agnete Maurischat nach 12 Dienstjahren von der JVA Bützow verabschiedet hatte, übernahm der 41-Jährige gebürtige Hesse Anfang Oktober den Chefposten in der Justizvollzugsanstalt Bützow.

Der Wunsch, noch einmal etwas Neues zu beginnen und seine Affinität zur Ostsee hätten ihn hier in den Norden gezogen, sagt er. Als er die bundesweite Ausschreibung für den Posten sah, habe er sich deshalb beworben. Erfahrungen für die neue Arbeit bringt der promovierte Jurist reichlich mit, war er doch viereinhalb Jahre lang als Leiter der JVA in Diez bei Limburg (Rheinland-Pfalz) tätig. Während er dort 300 Mitarbeiter hatte, sind es hier in Bützow 250. Ähnlich ist in den beiden Justizvollzugsanstalten auch die Anzahl der Häftlinge. Insgesamt können in Bützow, die die älteste Haftanstalt in M-V ist, 535 Häftlinge untergebracht werden. Seit diesem Jahr gibt es außerdem die Sicherungsverwahrung mit 20 Plätzen. Derzeit sind in der JVA 450 Menschen inhaftiert, darunter 32 Frauen. Außerdem leben hinter den Mauern zurzeit acht Sicherungsverwahrte. "Die Sicherheitsverwahrten bleiben ihr Leben lang hier. Man muss sich mit ihnen arrangieren und ihre Angelegenheiten mit berücksichtigen", meint Schäfer, der auch damit Erfahrung hat. Hatte er doch in Diez 40 Sicherheitsverwahrte in der Anstalt und eine Kapazität von 64.

In Bützow wird zurzeit das weitläufige Freigelände rund um das Gebäude für die Sicherungsverwahrung gestaltet. "Die Sicherheitsverwahrten legen dort Beete an, es sollen Gewächshäuser entstehen und es sollen Hühner angeschafft werden", so Dr. Schäfer. "Wir müssen gucken, was in das Budget reinpasst." Es gehe darum, den dort Lebenden "angeleitete Freizeit" zu geben und ihr Leben hinter Mauern ein wenig dem in der Freiheit anzupassen.

Die ersten Wochen habe er natürlich dazu genutzt, sich gründlich in seiner neuen Arbeitsstätte umzusehen und seine Mitarbeiter kennen zu lernen. Die JVA Bützow sei "eine gut entwickelte Einrichtung mit gutem Personal", schätzt er ein. Er fühle sich wohl in der neuen Umgebung. "Es passt", sagt der neue Chef.

Vertraut gemacht hat sich Jörg-Uwe Schäfer auch bereits mit der umfangreichen Bautätigkeit, die ihn in der schon 1835 errichteten Anstalt erwartet. So haben vor wenigen Tagen die Tiefbauarbeiten für ein neues Haftgebäude und die Sanierungsarbeiten im "A-Flügel", einem der ältesten Gebäudeteile in der JVA, begonnen. Auch die Werkstätten im Arbeits- und Ausbildungsbereich sollen modernisiert und ausgebaut werden, dafür laufen jetzt die Planungen.

Erkundet hat Dr. Schäfer mit seiner Frau und seinen vier Kindern zwischen zwei und elf Jahren auch schon einen Teil seiner neuen Heimatstadt Güstrow. "Wir sind schon viel mit dem Fahrrad umhergefahren und finden es dort wunderbar. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Traum. Es ist sehr familienfreundlich", findet der Güstrower Neu-Bürger.

Mit offenen Armen empfangen wurden er und seine Familie auch in der katholischen Kirchgemeinde Güstrow, sagt Jörg-Uwe Schäfer, der katholischer Christ ist. Er hat sogar schon in den katholischen Kirchen von Güstrow und Rostock in Vertretung des Kantors Orgel gespielt und weiß sich umgeben von Gleichgesinnten. Beste Voraussetzungen also, um sich in der neuen Heimat wohl zu fühlen.

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