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Seit über fünf Jahren Unmut in Neu-Wiendorf : Neuer Bahnübergang noch 2013?

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Sollte es jetzt wirklich klappen? Nach mehr als als fünf Jahren soll noch in diesem Jahr ein neuer Bahnübergang im Wiendorfer Ortsteil Neu Wiendorf gebaut werden. Das jedenfalls kündigt die Deutsche Bahn AG an.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2013 | 06:12 Uhr

Neu-Wiendorf | Sollte es jetzt wirklich klappen? Nach mehr als als fünf Jahren soll noch in diesem Jahr ein neuer Bahnübergang im Wiendorfer Ortsteil Neu Wiendorf gebaut werden. Das jedenfalls kündigt die Deutsche Bahn AG auf Nachfrage von SVZ an.

In Wiendorf ist man jedoch skeptisch. Schon seit Jahren planen die Gemeindevertreter für die umfangreichen Baumaßnahmen Geld im Haushalt ein. Geld, das Wiendorf eigentlich gar nicht hat. Doch die Vorhaben der Deutschen Bahn sind Gesetz, und die Gemeinden müssen mit zahlen. Grundlage bildet das Eisenbahnkreuzungsgesetz. Das schreibt vor, wie und was ausgebaut werde und beteilige Gemeinden zu einem Drittel an der Bausumme.

Rückblende: Als vor rund sechs Jahren die Pläne der Deutschen Bahn bekannt wurden, in Kassow, Werle und eben auch in Neu Wiendorf die Bahnübergänge zu erneuern, regte sich schnell Protest. Insbesondere an der Notwendigkeit und den hohen Kosten wurde gezweifelt. Doch letztlich blieb den Gemeinden nichts anderes übrig, als sich den Plänen der Deutschen Bahn zu fügen.

Wiendorf hatte immer wieder Geld in den Haushalt für die Bauarbeiten eingeplant. Doch immer wieder verzögerte sich das Projekt. Nun soll es aber 2013 wirklich losgehen. In Neu Wiendorf soll der Bahnhübergang, der derzeit mit Halbschranken versehen ist, komplett erneuert werden. Da im Zuge dieser Planungen festgeschrieben wurde, dass aus Sicherheitsgründen Vollschranken die Halbschranken ersetzen sollen, mussten zusätzliche Unterlagen erarbeitet werden. Deshalb sei es zu dem neuerlichen Zeitverzug gekommen, erklärt Bahnsprecherin Silvia Seidel. Die Andreaskreuze werden verschwinden und durch Blicklichter ersetzt. Die Bahn rechnet mit einer Bauzeit von drei bis vier Monaten.

Gesamtkosten: rund 850 000 Euro, getragen jeweils zu einem Drittel von Bahn, Bund und Gemeinde. Einen genauen Baubeginn nennt die Bahn aber immer noch nicht.

Der Bahnübergang gehört zu der Bahnstrecke, die nach Rostock führt. Auf ihr verkehrt stündlich die S-Bahn, alle zwei Stunden der Regionalexpress. Für den Güterverkehr senken sich stündlich die Schranken.

Wiendorf hatte bereits 2010 einen Teil der veranschlagten Kosten von 110 000 Euro in den Haushalt für die Bauarbeiten eingeplant. Auch ein Jahr später, 2011, wurde diese Summe bei der Haushaltsdiskussion nicht aus den Augen verloren. In jenem Jahr hatte Wiendorf zudem eine Zusage des Landes Mecklenburg-Vorpommern bekommen. Das hatte ein spezielles Förderprogramm aufgelegt, weil das Problem mit den Bahnübergängen viele Gemeinden im Land betraf und auch finanziell belastete. So übernimmt das Land 60 Prozent der eigentlichen Kosten der Gemeinde Wiendorf. Denn die 110 000 Euro entsprechen nur 40 Prozent des Gemeindeanteils. Doch die Fördermittel konnten in den zurückliegenden zwei Jahren nie abgerufen werden, stehen somit auch aktuell nicht zur Verfügung.

Wiendorfs Bürgermeister Frank Heidelk hofft, dass die Bahn nun endlich Nägel mit Köpfen macht. "Denn wir können erst Fördermittel beantrage, wenn die Maßnahme wirklich beginnt." Doch ob zu diesem Zeitpunkt dann noch Fördermittel bereitstehen, das wisse keiner. Denn für den Bahnbau gibt es diese Geld immer nur in Jahresscheiben aus Schwerin.

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